Oskar von BusseDeutsches Biographisches Adelsrepertorium (Bub-Fra). Akten- und Literaturhinweise auf Lebensläufe deutscher Adeliger vom Mittelalter bis 1999, Hrsg. Institut Deutsche Adelsforschung (IDA) oder Oscar von Busse (geb. 23. Juni 1848 in Ilkendorf bei Nossen; gest. 15. Dezember 1913 in Rudolstadt)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. 16. Jg., Justus Perthes, Gotha 1921, S. 131.Fehlerhaft: Günter Albrecht et al.: Literaturführer Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Verlag Volk und Wissen, Berlin 1990, ISBN 3-06-102598-7, S. 522. GB-Vorschau. war ein preußischer Offizier der Infanterie und Militär-Schriftsteller und Übersetzer.Angaben über den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund k10plus
Herkunft Oskar von Busse war ein Abkömmling eines der Adelsgeschlechter von Busse, seine Familie, respektive Familienlinie wurde 1748 nobilitiert. Die Eltern waren Rudolf von Busse (1817–1890) und Ida von Schwerdtner (1820–1895) aus Ilkendorf bei Nossen, in der Nähe von Meißen. Der Vater starb in einer Irrenanstalt, die Mutter lebte zuletzt in Wernigerode. Busse hatte Geschwister. Der Großvater Maximilian von Busse war kgl. preuß. Generalleutnant.
Leben Am Deutsch-Französischen Krieg nahm er als Mitglied des Ostfriesischen Infanterie-Regiments Nr. 78 teil, worüber er kurz danach publizierte. Anschließend wirkte er als Offizier in Hannover. Dort übersetzte er Anfang der 1870er Jahre die dann in mehreren Auflagen erschienene, einzige aus dem Französischen für das Deutsche autorisierte Darstellung des französischen Kriegsteilnehmers und Generals Antoine Eugène Alfred Chanzy über den Feldzug 1870 bis 1871 der zweiten Loire-Armée.Ausschuss des Militär-Wissenschaftlichen Verein in Wien (Hrsg.): Organ der militär-wissenschaftlichen Vereine. Band 54-(1897), Bücheranzeiger. Wien 1897, S. XV ff. Digitalisat
Anfang der 1880er Jahre war „v. Busse“ im Adressbuch der Stadt Hannover unter der Adresse Ulanenstraße 1 verzeichnet als Leutnant vom Dragoner-Regiment Nr. 15, kommandiert zum Militär-Reit-Institut.Adreßbuch. Stadt- und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover 1881, Abteilung 1, Teil 3: Alphabetisches Verzeichniß der Behörden und Anstalten, der Einwohner und Handelsfirmen. Klindworths Verlag (Wagenerstraße 17), Hannover 1881, S. 347. Digitalisat d. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek-Deutschen Forschungsgemeinschaft
Mitte der 1890er später wirkte von Busse als Oberstleutnant und etatmäßiger Stabsoffizier im Infanterie-Regiment „Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin“ (4. Brandenburgisches) Nr. 24. Über seine 1896 in Leipzig im Verlag von Zuckschwert & Comp. erschienene Übersetzung der militärischen Erinnerungen für den Zeitraum 1866 bis 1870 des französischen Generals Barthélémy Louis Joseph Lebrun publizierte das Organ der militär-wissenschaftlichen Vereine im Folgejahr eine Rezension.
Familie 1873 heiratete Oskar von Busse in Petkus bei Baruth/Mark Ida von Lochow (1851–1879), Tochter des Gutsherrn und Johanniterritter Ferdinand von Lochow (1819–1865) und dessen Ehefrau Agnes von Schlieben (1827–1915), Schwester des berühmten Saatzüchters Ferdinand III. von Lochow-Petkus. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete Busse seine Schwägerin Gertrud von Lochow, diese Hochzeit fand in Heinsdorf bei Dahme/Mark statt, einem kurzzeitigen Nebengut der Petkuser Lochows. Durch die Heiraten wurde er Verwandter des Generäle Ewald von Lochow und Erich von Lochow (1853–1922). Aus der ersten Ehe hatte die Familie von Busse die Töchter Ida (* 1874), Gertrud (* 1876) und Elisabeth (* 1877). Aus der zweiten Ehe stammt die Tochter Margarete und die drei Söhne Oskar, Max und Heinrich. Ein Onkel von Oskar von Busse war der Generalleutnant Konstantin von Busse. Die Politiker Hans Schlange-Schöningen und Ernst Schlange waren über seine jüngste Schwester Olga von Busse (* 1857) seine Neffen. Ein weiterer Neffe, Sohn seines jüngeren Bruders Hugo Maximilian (* 1855), war der Maler, Theaterregisseur und Schriftsteller Granand, eigentlich Erwin Oskar Leopold von Busse (1885–1939).
Schriften (Auswahl) Erinnerungen des Ostfriesischen Infanterie-Regiments Nr. 78 aus den Jahren seiner Formation und des Feldzugs gegen Frankreich, 2 Teile mit Karten; 1. Abtheilung, Emden und Aurich: Verlag von W. Haynel, 1872; Digitalisat 2. Abth. Emden; Aurich: Haynel, 1873 Feldzug von 1870–1871. Die zweite Loire-Armee. Einzigste autorisirte deutsche Ausgabe der französischen Original-Ausgabe von Antoine Eugène Alfred Chanzy, Übersetzung aus dem Französischen von O. von Busse, Textband, 3. Auflage, Hannover, Helwing’sche Hofbuchhandlung (Th. Mierzinsky), 1873 Hauptband, 4. Auflage, Hannover: Mierzinsky, 1873 Die Heere der französischen Republik 1870–1871 mit einem Rückblick auf die letzte kaiserliche Armee und das französische neue Wehrgesetz, Hannover: Helwing, 1874 Anleitung für Offiziere und Unteroffiziere beim Ertheilen des Unterrichts im Turnen und Bajonettiren / nach den allerhöchsten und neuesten Vorschriften bearb. von v. B. 2. Auflage, Hannover: Helwing, 1885 Das Landwehr-Bezirks-Commando. Ein Hülfsbuch für das Personal der Landwehr-Bataillone und sämmtliche Officiere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes, nebst Anleitung zur Anfertigung sämmtlicher schriftlicher einschlägiger Arbeiten, Hannover 1877 2. Auflage, umgearbeitet von Runkel, Hannover: Helwing, 1886 Der Dienst der Bezirkskommandos, Hauptmelde- und Meldeämter. Ein Hülfsbuch für das Personal der Bezirkskommandos und sämmtliche Offiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes. Nebst Anleitung zur Anfertigung sämmtlicher schriftlicher einschlägiger Arbeiten, 3. Auflage, mit einem Anhang Bestimmungen über die Aufnahme von Knaben in das Königlich Preussische Kadettenkorps versehen von von Runkel, Hannover: Helwing, 1891 Des Generals Lebrun militärische Erinnerungen 1866–1870. Die Ereignisse vor dem Kriege; seine Sendungen nach Wien und Belgien, 2. Auflage, Leipzig: Zuckschwerdt, 1896
Genealogie Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1906, S. 90 f. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. Sechzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 131.
Einzelnachweise
Oskar Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Infanterist Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Autor Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Übersetzer aus dem Französischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann