Alena Housová (* 22. April 1979 in Turnov, Tschechoslowakei) ist eine ehemalige tschechische Skibobfahrerin. Mit 30 Weltmeistertiteln und mehr als 60 Weltcupsiegen ist die erfolgreichste Athletin in der Geschichte der nichtolympischen Sportart. Außerdem gewann sie zwischen 2000 und 2014 zehnmal den Skibob-Gesamtweltcup.
Biografie Die für den TJ Sokol Jablonec nad Jizerou startende Alena Housová gewann im Alter von 16 Jahren bei den Weltmeisterschaften 1996 in Villach ihre ersten beiden Silbermedaillen. Sowohl im Slalom als auch in der Kombinationswertung musste sie sich nur ihrer überlegenen Landsfrau Irena Francová geschlagen geben. In den folgenden beiden Jahren holte sie weitere Medaillen, 1999 gelang ihr in Adelboden im Super-G und in der Kombination der Gewinn ihrer ersten beiden Weltmeistertitel. Im darauffolgenden Winter gewann sie erstmals den Gesamtweltcup.
Nach überstandener Knieverletzung holte Housová 2002 bei ihren Heimweltmeisterschaften in Špindlerův Mlýn Gold im Slalom und in der Kombination. 2002/03 entschied sie zum zweiten Mal den Gesamtweltcup für sich und gewann bei den Weltmeisterschaften in Wisła erstmals drei Goldmedaillen. Lediglich im Riesenslalom blieb sie als Zweitplatzierte hinter ihrer Landsfrau Petra Poláková zurück. In den folgenden fünf Jahren dominierte sie den Skibob-Weltcup, verteidigte fünfmal ihren Sieg in der Gesamtwertung und gewann die meisten Rennen, an denen sie teilnahm. 2004 gewann sie neben zwei weiteren Goldmedaillen ihren ersten Weltmeistertitel im Riesenslalom. Bei den Weltmeisterschaften 2006 in Grächen holte sie erstmals in ihrer Karriere fünf von fünf möglichen Medaillen, vier davon in Gold. Auch ein Jahr später in Aigen im Mühlkreis gelangen ihr fünf WM-Medaillengewinne, wobei sie in der Abfahrt den letzten noch fehlenden Titel erringen konnte. Im Winter 2008/09 musste sie sich im Gesamtweltcup der Österreicherin Iris Lienhard geschlagen geben, im folgenden Jahr bestritt sie lediglich drei Weltcup-Rennen, von denen sie zwei gewann.
2010/11 feierte Alena Housová zum zweiten Mal in ihrer Karriere zehn Weltcupsiege binnen einer einzigen Saison. Zudem holte sie bei den Weltmeisterschaften in Nauders drei weitere Goldmedaillen. Zu Beginn der folgenden Saison hatte sie mit einer Knieverletzung zu kämpfen und verlor den Gesamtweltcup 2012 an Lisa Zaff. Im Rahmen der Weltmeisterschaften in Aigen und Deštné v Orlických horách war sie aber erneut die erfolgreichste Teilnehmerin und überbot mit ihren Titeln 21 bis 23 die tschechischen Radball-Gebrüder Pospíšil. 2013 kehrte sie an die Spitze des Gesamtweltcups zurück und gewann bei den Weltmeisterschaften in Bad Hofgastein alle drei Rennen plus Kombination. Mit ihren Titeln 26 und 27 übertraf sie die bisherige Skibob-Rekordhalterin Irena Francová. Im März 2014 gewann sie zum zehnten Mal den Gesamtweltcup und holte in Spital am Semmering ihre letzten drei WM-Goldmedaillen. Nach den Heimrennen in Jablonec nad Jizerou ging sie in den Mutterschaftsurlaub und trat nicht mehr im Weltcup an.
Alena Housová lebt in Semily und arbeitet als Buchhalterin für ein Unternehmen in Liberec. Ihr Bruder Aleš Housa war ebenfalls als Skibobfahrer aktiv und wurde zwischen 2001 und 2016 dreimal Weltmeister.
Erfolge Weltmeisterschaften 30 Goldmedaillen (1 Abfahrt, 7 Super-G, 5 Riesenslalom, 8 Slalom, 9 Kombination) 17 Silbermedaillen (1 Abfahrt, 4 Super-G, 6 Riesenslalom, 3 Slalom, 3 Kombination) 4 Bronzemedaillen (1 Abfahrt, 1 Riesenslalom, 2 Slalom) ... Gosau 2004: 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination, 2. Super-G Grächen 2006: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination, 3. Abfahrt Aigen im Mühlkreis 2007: 1. Abfahrt, 1. Super-G, 2. Riesenslalom, 2. Slalom, 2. Kombination Ustroń 2009: 3. Slalom, 4. Super-G, 4. Riesenslalom, 4. Kombination Nauders 2011: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 2. Slalom Aigen im Mühlkreis/Deštné v Orlických horách 2012: 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination, 2. Super-G Bad Hofgastein 2013: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Slalom, 1. Kombination Spital am Semmering 2014: 1. Super-G, 1. Slalom, 1. Kombination, 2. Riesenslalom
Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte bis2001/02 1 Gesamtsieg 2002/03 1. 132 2003/04 1. 126 2004/05 1. 184 2005/06 1. 99 2006/07 1. 117 2007/08 1. 130 2008/09 2. 104 2009/10 5. 40 2010/11 1. 190 2011/12 2. 74 2012/13 1. 114 2013/14 1. 99
Weltcupsiege Housová errang ab der Saison 2004/05 folgende Weltcupsiege: Datum Ort Land Disziplin 17. Dezember 2004 Ischgl Österreich Riesenslalom 18. Dezember 2004 Ischgl Österreich Riesenslalom (Sprint) 8. Januar 2005 Lungötz Österreich Slalom 9. Januar 2005 Lungötz Österreich Super-G 4. Februar 2005 Deštné v Orlických horách Tschechien Slalom 5. Februar 2005 Deštné v Orlických horách Tschechien Riesenslalom 25. Februar 2005 Pernitz Österreich Riesenslalom 26. Februar 2005 Pernitz Österreich Super-G 11. März 2005 Missen Deutschland Riesenslalom 12. März 2005 Missen Deutschland Slalom 16. Dezember 2005 Wildschönau Österreich Riesenslalom 25. Februar 2006 Deštné v Orlických horách Tschechien Riesenslalom 11. März 2006 Nesselwang Deutschland Riesenslalom 11. März 2006 Nesselwang Deutschland Slalom 17. März 2006 Westendorf Österreich Riesenslalom 13. Januar 2007 Kühtai Österreich Riesenslalom 13. Januar 2007 Kühtai Österreich Riesenslalom 14. Januar 2007 Kühtai Österreich Super-G 14. Januar 2007 Kühtai Österreich Super-G 9. Februar 2007 Kirchberg in Tirol Österreich Riesenslalom 10. Februar 2007 Kirchberg in Tirol Österreich Super-G 1. April 2007 Bad Hofgastein Österreich Super-G 15. Dezember 2007 Maria Alm Österreich Riesenslalom 15. Dezember 2007 Maria Alm Österreich Slalom 16. Dezember 2007 Maria Alm Österreich Super-G 20. Januar 2008 Bad Ragaz Schweiz Super-G 25. Januar 2008 Kirchberg in Tirol Österreich Slalom 26. Januar 2008 Kirchberg in Tirol Österreich Super-G 7. März 2008 Aigen im Mühlkreis Österreich Super-G 8. März 2008 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 30. Januar 2009 Kirchberg in Tirol Österreich Riesenslalom 7. März 2009 Erlbach Deutschland Riesenslalom 8. März 2009 Klingenthal Deutschland Slalom 14. März 2009 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 12. März 2010 Aigen im Mühlkreis Österreich Riesenslalom 13. März 2010 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 29. Januar 2011 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 29. Januar 2011 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 30. Januar 2011 Jablonec nad Jizerou Tschechien Super-G 12. Februar 2011 Nauders Österreich Riesenslalom (WM) 13. Februar 2011 Nauders Österreich Super-G (WM) 11. März 2011 Aigen im Mühlkreis Österreich Riesenslalom 12. März 2011 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 1. April 2011 Grächen Schweiz Riesenslalom 2. April 2011 Grächen Schweiz Riesenslalom 2. April 2011 Grächen Schweiz Super-G 9. März 2012 Aigen im Mühlkreis Österreich Riesenslalom 10. März 2012 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 19. Januar 2013 Neukirchen am Großvenediger Österreich Slalom 20. Januar 2013 Neukirchen am Großvenediger Österreich Riesenslalom 15. Februar 2013 Bad Leonfelden Österreich Riesenslalom 16. Februar 2013 Bad Leonfelden Österreich Slalom 23. Februar 2013 Nauders Österreich Riesenslalom 9. März 2013 Aigen im Mühlkreis Österreich Slalom 1. Februar 2014 St. Valentin auf der Haide Italien Slalom 8. März 2014 Nauders Österreich Riesenslalom 9. März 2014 Nauders Österreich Riesenslalom 14. März 2014 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom 14. März 2014 Jablonec nad Jizerou Tschechien Riesenslalom
Weitere Erfolge mehrere tschechische Staatsmeistertitel in allen Disziplinen
Weblinks WM-Medaillengewinnerinnen bis 2004 bei sport-komplett.de Ergebnisse (ab 2004/05) auf der Website der Fédération Internationale de Skibob
Einzelnachweise
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