Arthur Ginsberg (* 1941 in San Francisco)Catherine Taft: Arthur Ginsberg and Video Free America. In: California Video Artists and Histories. J. Paul Getty Museum, Los Angeles 2008, ISBN 978-0-89236-922-5, S. 98 (online). ist ein US-amerikanischer Videokünstler, Filmeditor, Filmregisseur und Filmproduzent.

Leben Arthur Ginsberg studierte an der Yale School of Drama und schloss mit dem Master of Fine Arts ab. 1970 lernte er Skip Sweeney kennen, einen der Gründer des in San Francisco beheimateten Medienkollektivs Electric Eye, und begann mit ihm zusammenzuarbeiten. Die Gruppe benannte sich unter ihrer Leitung in Video Free America um. Sie veranstalteten eine Reihe von Filmvorführungen und Ausstellungen, bei denen unter anderem Multitrack-Video-Collagen, skulpturale Video-Installationen und Live-Performances gezeigt wurden. Ihre Videos enthielten sowohl abstrakte, mit Synthesizern erzeugte Bilder als auch realitätsnahe Cinéma-Vérité-Szenen.Arthur Ginsberg. In: eai.org. Abgerufen am 28. Januar 2025.

Mit der Gründung von Video Free America legte Ginsberg seinen Arbeitsschwerpunkt auf Experimentalvideos und technologiegetriebene Kunst. Unter seiner Regie und Mitarbeit weiterer Kollektivmitglieder entstand die Dokumentation The Continuing Story of Carel and Ferd (1972), die eine Pornodarstellerin und einen bisexuellen Drogenabhängigen bei ihrer Hochzeit, Sexualität und Trennung begleitet. Dieser Film griff noch vor Ausstrahlung der Serie An American Family für Reality-TV typische Problemstellungen wie die Beziehung zwischen Subjekt und Kamera sowie Privatsphäre und Manipulation auf.The Continuing Story of Carel and Ferd. In: eai.org. Abgerufen am 28. Januar 2025. Ursprünglich wurde die Dokumentation als 3-Kanal-Videoinstallation auf acht Monitoren und mit einer Live-Kameraübertragung des Publikums gezeigt, häufig in Anwesenheit der Hauptdarsteller.The Continuing Story of Carel and Ferd (Excerpt). In: vdb.org. Abgerufen am 28. Januar 2025. Eine Kopie des knapp einstündigen Videos befindet sich in der Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art.Arthur Ginsberg, Skip Sweeney, Video Free America. The Continuing Story of Carel and Ferd. In: moma.org. Abgerufen am 28. Januar 2025.

Ginsberg arbeitete auch mit dem Chelsea Theater Center zusammen. Dabei entstanden drei Bühnenstücke, in deren Inszenierung Videomaterial einbezogen wurde: Kaspar (1974), AC/DC (1977) und Kaddish (1977). Kaddish wurde mit einem Obie Award ausgezeichnet und später für ein PBS-Special adaptiert.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit mit Video Free America war Ginsberg als Editor und Regisseur an einigen kommerziellen Fernsehproduktionen beteiligt. Mehrfach wirkte er in diesen Funktionen an der HBO-Dokumentarserie America Undercover und der zugehörigen Reihe Autopsy mit. Er war auch für den Schnitt der Fernsehkomödie The Halloween that Almost Wasn’t (1979) zuständig, die für einen Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Individual Achievement“ nominiert wurde. Bei der Oscarverleihung 1994 war Ginsberg als Produzent der AIDS-Dokumentation The Broadcast Tapes of Dr. Peter (1993) zusammen mit Regisseur David Paperny für einen Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominiert.Oscars 1994. In: oscars.org. Abgerufen am 28. Januar 2025.

Ginsberg lebt in der kalifornischen Stadt Santa Cruz.

Filmografie (Auswahl) 1972: The Continuing Story of Carel and Ferd 1976: The American Woman: Portraits of Courage 1977: Kampf der Giganten (The Warrior Within) 1979: The Halloween That Almost Wasn’t 1982: Girls Nite Out 1988–2003: America Undercover (Fernsehserie, 7 Folgen) 1990: Child of Rage 1991: Heil Hitler! Confessions of a Hitler Youth 1993: The Broadcast Tapes of Dr. Peter 1996: Autopsy 3: Voices from the Grave 1997: Autopsy 4: The Dead Speak 1998: Autopsy 5: Dead Men Do Tell Tales 1999: Autopsy 6: Secrets of the Dead 2001: Autopsy 7: Dead Men Talking 2001: The Iceman Confesses: Secrets of a Mafia Hitman 2002: Autopsy 8: Dead Giveaway 2003: Autopsy 9: Dead Awakening 2003: The Iceman and the Psychiatrist 2005: Ask Dr. Baden: An Autopsy Special 2006: Autopsy: Sex, Lies and Murder

Weblinks

Kurzbiografie auf der Website von Electronic Arts Intermix Videos der Künstlergruppe Video Free America (1970–1983) im Internet Archive

Einzelnachweise

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