Dietrich Haugk (* 12. Mai 1925 in Ellrich; † 28. Juni 2015 in HamburgUniversität Mozarteum: Todesfall Dietrich Haugk. Artikel vom 30. Juni 2015, abgerufen am 11. Oktober 2015.) war ein deutscher Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Leben Nach dem Abitur absolvierte Dietrich Haugk zunächst eine Schauspielausbildung bei Karl Bock in Bielefeld, die er 1943 in Berlin abschloss. Nach der Einberufung zum Kriegsdienst arbeitete er als Sprecher beim Großdeutschen Rundfunk. Auch nach Kriegsende behielt er seine Arbeit beim Rundfunk bei und arbeitete als Regisseur und Sprecher unter anderem beim Berliner Rundfunk, Radio Bremen und dem NWDR Hamburg, während er in Berlin Zahnmedizin studierte.

1946 debütierte er zudem als Oswald in Ibsens Gespenster in Bielefeld als Theaterschauspieler, wo er auch sein erstes Bühnenengagement erhielt. Neben der Arbeit als Schauspieler war er dabei auch als Regieassistent tätig.

1949 wechselte Haugk an die Junge Bühne Hamburg. Dort gab er mit einer Inszenierung von Heinz Coubiers Aimée oder Der gesunde Menschenverstand sein Debüt als Bühnenregisseur. In den Folgejahren arbeitete er als Spielleiter an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, unter anderem in Bielefeld, Hamburg, Berlin, Basel, als Schauspieldirektor in Stuttgart (1957–1960)Staatsarchiv Ludwigsburg sowie als Gastregisseur in Zürich, Wuppertal und Bochum. Haugk inszenierte dabei ebenso Klassiker wie leichte Komödien.

Im Jahre 1960 beendete er seine umfangreiche Tätigkeit als Hörspielsprecher. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er dann intensiv als Regisseur für Film- und Fernsehproduktionen. Er inszenierte hier leichte Komödien wie Agatha, laß das Morden sein! und die Serie Adrian, der Tulpendieb (mit Heinz Reincke), aber auch Klassikverfilmungen wie Lessings Minna von Barnhelm (unter dem Filmtitel Heldinnen) und Molières George Dandin, die Familienserie Harry & Sunny mit Harald Juhnke und sozial- und gesellschaftskritische Dramen wie Die Asche des Siegers. Für den politisch-gesellschaftskritischen Fernsehfilm Ich war Schlemihl … über zwei Mitläufer im Deutschland des 20. Jahrhunderts wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Darüber hinaus drehte Haugk zahlreiche Episoden für Fernsehserien und -reihen wie Der Kommissar, Tatort, Derrick, Der Alte, Sonderdezernat K1, Die Männer vom K3, Siska und Praxis Bülowbogen. Außerdem war er in den Folgen Der Alte – Ein ehrenwerter Mann, Derrick – Gesicht hinter der Scheibe sowie dem Fernsehfilm Radiofieber auch als Darsteller zu sehen. Zudem leitete er die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg.

Des Weiteren war Dietrich Haugk umfangreich in der Filmsynchronisation tätig und lieh seine Stimme international bekannten Schauspielern wie Dirk Bogarde (Sekunden der Verzweiflung), Montgomery Clift (Verdammt in alle Ewigkeit), Denholm Elliott (Das Herz aller Dinge), Vittorio Gassman (Giuliano – Der Rebell von Sizilien), Gérard Philipe (unter anderem Fanfan, der Husar und Teufel im Leib), Donald Pleasence (Ins Paradies verbannt) und Jean-Louis Trintignant (Und immer lockt das Weib).

Dietrich Haugk war in erster Ehe mit der Schauspielerin Suzanne Lyncker und in zweiter Ehe mit der Schauspielerin und Sängerin Johanna von Koczian verheiratet. In dritter Ehe war er mit der Schauspielerin und ORF-Mitarbeiterin Signe Seidel verheiratet, in vierter Ehe mit der Burgschauspielerin Sylvia Lukan. Aus erster Ehe stammt ein Sohn, aus letzter Ehe eine Tochter und ein Sohn.

Filmografie (Auswahl) 1960: Lampenfieber (Regieassistent) 1960: Heldinnen 1960: Agatha, laß das Morden sein! (auch Mitarbeit am Drehbuch) 1963: Amphitryon 38 1964: Georges Dandin 1964: Erzähl mir nichts 1966: Adrian, der Tulpendieb 1966: Der Richter von London (Drehbuch Tankred Dorst) 1966: Ich war Schlemihl… 1968: Das Kriminalmuseum: Das Goldstück 1968: Was ihr wollt (nach William Shakespeare) 1969: Asche des Sieges (nach Georges Conchon) 1969: Der Kommissar: Schrei vor dem Fenster 1969: Der Kommissar: Das Ungeheuer 1970: Der Kommissar: Der Mord an Frau Klett 1970: Der Kommissar: Drei Tote reisen nach Wien 1971: Der Kommissar: „Als die Blumen Trauer trugen“ 1972: Der Kommissar: Schwester Ignatia 1972: Der Kommissar: Überlegungen eines Mörders 1973: Wienerinnen 1973: Der Sieger von Tambo 1974: Derrick: Waldweg 1975: Derrick: Pfandhaus 1975: Derrick: Tod der Kolibris 1976: Der Kommissar: Der Held des Tages 1976: Derrick: Der Mann aus Portofino 1977: Der Alte: Lohngeld 1978: Der Alte: Ein unkomplizierter Fall 1979: Derrick: Karo As 1979: Tatort – Der King 1980: Der Alte: Der Detektiv 1980: Derrick: Dem Mörder eine Kerze 1981: Der Alte: Urlaub aus dem Knast 1982: Sonderdezernat K1: Mord um zwei Ecken 1982: Sonderdezernat K1: Tödlicher Ladenschluss 1983: Der Alte: Spuren eines Unsichtbaren 1984: Tod eines Schaustellers 1984: Der Alte: Brennweite Tausend 1985: Der Alte: Flüstermord 1985: Derrick: Lange Nacht für Derrick 1985: Der Alte: Der Leibwächter 1986: Der Alte: Gigolo ist tot 1986: Der Alte: Floßfahrt ins Jenseits 1986: Tatort – Tod auf Eis 1987: Der Alte: Wie das Leben so spielt 1987: Derrick: Nachtstreife 1988: Die Männer vom K3: Schützenfest 1989: Radiofieber (Vierteiler) 1991: Die Männer vom K3: Der Vollmondmörder 1993: Harry & Sunny (Serie) 1993: Die Elefantenbraut (Zweiteiler) 1993: Die Männer vom K3: Made in Hongkong 1994: Derrick: Gesicht hinter der Scheibe 1995: Derrick: Anruf aus Wien 1995: Derrick: Kostloffs Thema 1995: Der Alte: Die Verlorenen 1996: Der Alte: Der Lebensretter 1997: Derrick: Fundsache Anja 1997: Der Alte: Ein ehrenwerter Mann 1997: Derrick: Der Mord, der ein Irrtum war 1997: Der Alte: Das ist mein Mord 1998: Derrick: Die Tochter des Mörders 1998: Der Alte: Plötzlich kam der Tod 1998: Der Alte: Der Mann, der sich Bob nannte 1998: Derrick: Das Abschiedsgeschenk 1999: Siska: Der Zeuge 2000: Lebenslügen 2004: Eine zweimalige Frau

Synchronarbeiten 1953: Kenneth More als Robert Claverhouse in Die feurige Isabella

Hörspiele Autor 1947: Feature: Von der Überwindung des Nichts: Hölderlin – Regie: Günter Siebert

Regie 1947: Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Der Mann unterm Bett (auch Bearbeitung) 1947: Robert Louis Stevenson: Das Experiment des Dr. Jekyll. Vorlage: Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde (Erzählung) 1948: Herta Beuss: Die Überfahrt 1960: Jean Anouilh: Die Probe oder Die bestrafte Liebe

Sprecher 1947: Heinrich von Kleist: Der zerbrochene Krug – Regie: Günter Siebert 1947: Max Gundermann: Die Szene: Durchgefallene Klassiker – Regie: Paul Henn 1947: Max Gundermann: Die Meerschweinchen – Regie: Paul Henn 1948: Stefan Zweig: Buchmendel – Regie: Günter Siebert 1949: Horst-Günther Patzke: Sternschnuppen (2. Reporter) – Regie: Gustav Burmester 1949: Karl H. Meyer: Mitternachtsalibi (Funkreporter) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1950: Curt Goetz-Pflug: ... lasset alle Hoffnung zurück! Ein Hörspiel aus dem Leben der Bergarbeiter von Aue (Grunert) – Regie: Curt Goetz-Pflug 1950: Hans Christian Branner: Das Hörspiel des Auslands: Hundert Kronen (Illusion). übersetzt aus dem Dänischen (Schriftsteller) – Bearbeitung und Regie: Kurt Reiss 1950: Theodor Plievier: Die Ballade vom Frieden. Eine Funkdichtung – Regie: Otto Kurth 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den Februar – Regie: Curt Becker 1951: Günter Rutenborn: Die Berufung (Nikolai) – Regie: Gustav Burmester 1951: Günter Eich: Träume (Ansager/5. Traum) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den April – Regie: Curt Becker 1951: Franz Taut: Die Nacht vor der Corrida (Manolito Tortosa) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den Mai – Regie: Curt Becker 1951: Herbert Dührkopp: Der Teufel fährt im D-Zug mit (Reporter) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Gerd Nickstadt, Hans-Dieter Bove: Das Geheimnis der Yosemite-Indianer (Erster Reporter) – Regie: Kurt Reiss 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den Juni – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Robert Louis Stevenson: Die Tür des Sire de Maletroit (Erzähler) – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Herbert Reinecker: Abteilung für Notwohnungen (Curt Hamann) – Regie: Gustav Burmester 1951: Heinz Gartmann: Der Weg zum Weltraumschiff. Hörfolge über die Entwicklung der Raketen – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Dieter Rohkohl: Herr Ohnix sucht seinen Mörder (Sprecher) – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den Juli – Regie: S. O. Wagner 1951: Kurt Bortfeldt: Gefährlicher Auftrag (Alfons) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den September – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Johannes D. Peters: Zwei Welten – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Dieter Rohkohl: Bummel durch den Oktober – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Herman Melville: Redburn – Regie: Wolfgang Schwade 1952: Leck Fischer: Die ewige Bürde (Sprecher) – Regie: Gustav Burmester 1952: Hans Drahn: Das dunkle Element (1. Sprecher) – Regie: Detlof Krüger 1952: Hans Rothe: Verwehte Spuren (1. Redakteur) – Regie: Gerd Fricke 1952: Otto Heinz Jahn: Die große Masche (Banz, Mannschaft der Rasenfreunde) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Georg Alexander Tichatschek: Dokumentarhörspiel: Es war kein Traum (Zweiter Sprecher) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Emanuel Litvinoff: Der Doppelkopf von Trum (Ambel, König von Trum) – Regie: Kurt Reiss 1952: Dieter Rohkohl: Bummel durch den März – Regie: Hans Rosenhauer 1952: Alfred Prugel: Aus dem Leben eines Arztes. Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch erzählt (Der Sprecher) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Franz Joseph Pootmann: Pfandschein 1313 (Lüders) – Regie: Hans Rosenhauer 1952: Herbert Reinecker: Gerlach präsentiert die Rechnung (Gerlach) – Regie: Curt Goetz-Pflug 1952: Ernst Buchholz: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Tumult beim Fußball) (Schulze) – Regie: Gerd Fricke 1952: Wolfgang Hildesheimer: Das Ende kommt nie (Roehrich) – Regie: Gert Westphal 1952: N. N.: Saison 1856/57. Ein Zeitspiel (Paul, Buchhändler) – Regie: Kurt Reiss 1952: Wilhelm Backhaus: Brasilianisches Allegro (1. Zitatsprecher) – Regie: Hans Rosenhauer 1952: Harald Vock: Klasse 2b – zehn Jahre später (Stehr) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Thornton Wilder: Die Brücke von San Luis Rey (Esteban) – Regie: Gert Westphal 1952: Jens Peter Jacobsen: Der Schuß im Nebel (Nils) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1953: Théophile Gautier: Eine Träne des Teufels. Hörspiel nach einem Mysterium (Asmodeus) – Regie: Helmut Käutner 1953: Herbert Wendt: Das Schiff der Verdammten (Steller) – Regie: Oswald Döpke 1953: Albert Vidalie: Ein Meister – Bearbeitung und Regie: Kurt Reiss 1953: Gerd Oelschlegel: Romeo und Julia 1953 (Romeo und Julia in Berlin) (Karl) – Regie: Gustav Burmester 1953: William Saroyan: Menschliche Komödie (3. und 5. Teil) (Dick) – Regie: Hans Rosenhauer 1954: Thomas Mann: Königliche Hoheit (2 Teile) (Klaus Heinrich, Königliche Hoheit) – Regie: Ulrich Lauterbach 1954: Werner Helwig: Die Stiefsöhne der schönen Helena (Sprecher) – Regie: Irmfried Wilimzig 1954: Alfred Andersch: Feature: Des weißen Mannes Bürde. Indochinesische Bruchstücke (Servan, Schreiber) – Regie: Hans Rosenhauer 1954: Erich Kuby, Gerhart Pohl: Der Sonderzug. Ein Hörspiel aus Schlesiens Schicksalstagen (Kameramann) – Regie: Kurt Reiss 1954: Michael Prawdin: Ein Leben für Götter. Ein Szenarium von Menschen zwischen Gegenwart und Zukunft – Regie: Oswald Döpke 1954: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (2. Stimme) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1955: Günter Eich: Träume (Ansager/5. Traum) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1955: Alix du Frênes: Schiffchen zu hundert Francs oder Der Admiral (Maurice) – Regie: Ulrich Lauterbach 1955: Simon Glas: Der letzte Tag (Chronist) – Regie: Hans Rosenhauer 1955: Kjeld Abell: Aufstand des Gewissens (Eine Trilogie): Anna Sophie Hedwig. Die Freiheit im Handeln (John, Sohn des Hauses) – Regie: Ulrich Lauterbach