Plicamycin bzw. Mithramycin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der trizyklischen Pentaglykoside. Es ist ein natürlich vorkommendes Polyketid-Antibiotikum mit antitumoralen Eigenschaften.
Vorkommen Plicamycin wird aus Kulturen von Streptomyces tanashiensis oder Streptomyces argillaceus gewonnen.
Eigenschaften Plicamycin ist ein gelber Feststoff, der löslich in Dimethylsulfoxid (DMSO) ist.
Verwendung Plicamycin wurde in den 1960er Jahren als zytotoxisches Medikament entwickelt und erfolgreich bei der Behandlung von gestreutem Hodenkrebs eingesetzt. Es wirkt durch Hemmung der RNA-Synthese über die DNA-anhängige RNA-Polymerase. Die Verbindung wird durch seine hemmenden Wirkung auf Osteoklasten (abbauende Knochenzellen) vor allem zur Behandlung der Hypercalcämie im Rahmen von malignen Tumoren eingesetzt. Plicamycin bindet an G-C-reiche DNA und verdrängt den Transkriptionsfaktor Sp1 von seinen Stellen in den Promotoren ausgewählter Onkogene, wie c-Myc und c-Src. Die durch die Verbindung hervorgerufene Hemmung der Sp1-Aktivität wurde mit größeren DNA-Schäden und Zelltod in Zellen in Verbindung gebracht, die homozygot für SNP309 sind.
Die Dosierung von Plicamycin richtet sich nach der Nierenleistung. Es sollte nicht bei schwerem Nieren- oder Leberversagen oder Thrombozytopenie eingesetzt werden. Seit dem Aufkommen der Bisphosphonate wird es viel seltener eingesetzt.
Regulierung Über den Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986 besteht in Kalifornien seit dem 1. April 1990 eine Kennzeichnungspflicht für Produkte, die Plicamycin enthalten.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Hydroxynaphthalin Kategorie:Alkylsubstituiertes Naphthalin Kategorie:Cyclohexenon Kategorie:Dihydroxyoxan Kategorie:Hydroxyoxan Kategorie:2-Aryloxyoxan Kategorie:Alkandiol Kategorie:Dialkylether Kategorie:Hydroxyketon Kategorie:2-Alkoxyoxan Kategorie:Glycosid Kategorie:Methoxyverbindung