mini|Michael Goldmann-Gilead Michael Goldmann-Gilead (; * 26. Juli 1925 in Katowice, Woiwodschaft Schlesien, Polen) ist ein israelischer Polizeioffizier, der als Vernehmer des NS-Verbrechers Adolf Eichmann bekannt wurde.
Leben und Wirken Michael Goldmann-Gilead stammt aus einer jüdischen Familie und wurde als Sohn von Naftali Goldmann (1892–1942) und dessen Frau Esther Erna geb. Goldreich (1895–1942) geboren. Er hatte eine Schwester, Golda (1928–1942) und einen Bruder, Jacob (1919–2009).
Nach der Flucht im Jahr 1939 gelangte die Familie zum Großvater nach Bircza und dann 1941 nach Niżankowice und wieder zurück nach Bircza. 1942 wurde im nahen Przemyśl ein Ghetto eingerichtet, wohin er mit seinen Eltern und seiner Schwester deportiert wurde und Zwangsarbeit leisten musste. Sein Bruder war nach dem Sowjetischen Einzug in Polen in die Sowjetische Armee eingezogen worden. Seine Eltern und seine Schwester wurden weiter in den Osten deportiert, wo sie 1942 ums Leben kamen. Als Häftling Im Ghetto Przemyśl wurde Michael Goldmann vom SS-Oberscharführer Josef Schwammberger mit 80 Peitschenhieben auf das entblößte Gesäß traktiert, was auch Gegenstand im Eichmann-Prozess war.
Im September 1943 wurde er ins Arbeitslager Szebnie und von dort aus im November 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Kurze Zeit später kam er ins KZ Auschwitz III Monowitz, wo er in der Fabrik der I.G.Farben Zwangsangsarbeit leistete. Nach der Evakuierung des KZ Auschwitz im Januar 1945 gelang ihm auf dem Todesmarsch die Flucht und er wurde von einer polnischen Familie in Wielopole versteckt. Am 26. Januar 1945 wurde er von der Roten Armee befreit.
Ende der 1940er Jahre gelangte er über Italien und Zypern nach Israel, wo er eine Polizeiausbildung absolvierte.
Goldmann-Gilead war bei der Hinrichtung Adolf Eichmanns im Ajalon-Gefängnis in Ramla im Mai 1962 persönlich anwesend. Er habe dabei keine Rachegefühle o. ä. empfunden, erklärte er später. Goldmann-Gilead schüttete nach dessen Hinrichtung Eichmanns Krematoriumsasche außerhalb der israelischen Hoheitsgewässer ins Mittelmeer. Über Eichmann äußerte Goldmann-Gilead: „Eichmann war nicht nur Befehlsempfänger, er war ein Judenhasser, der sich gezielt für die Liquidierung der Juden eingesetzt hat.“(); Volltext unter
Die Willkür in den deutschen Konzentrationslagern beschrieb er mit den Worten: „Die SS benutzte ihre Waffen wie Insektenspray“.
Persönliches Goldmann-Gilead verlor durch den Holocaust zahlreiche Familienangehörige. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Er spricht Deutsch, Polnisch und Russisch.
Auszeichnungen
2018: Verdienstorden des Landes Brandenburg
Veröffentlichungen Michael Goldman-Gilead (Autor), Lynda Schwartz (Übersetzerin): Who by Fire, Who by Water. From the Diary of a Holocaust Survivor. Gefen Publishing House, Jerusalem und New York 2022, ISBN 978-965-7023-83-9
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Einzelnachweise
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