Maximilian Weinberger (* 4. Juni 1875 in Schaffa/Mähren; † 1954 in Chicago, Illinois/USA,Gegen das Vergessen: Prof. Dr. med. Maximilian Weinberger 1875–1954 Maximilian Weinberger andere Angabe: New York City2. Oktober 2018: Vertrieben 1938: Maximilian Weinberger. Van SwietenBlog MedUniWien Vertrieben 1938Laut Walter Mentzel, VanSwietenBlog, MedUni Wien, verstarb Maximilian Weinberger in Chicago, wurde aber in New York City begraben.) war ein österreichisch-US-amerikanischer Arzt, Internist und NS-Verfolgter.
Leben Maximilian Weinberger war der Sohn von Alois Weinberger (* 1847) und Julia geborene Sinaiberger (* 1857). Er besuchte das Staatsgymnasium in Znaim. Dort legte er 1892 das Abitur ab und studierte anschließend Medizin an der Universität Wien. Hier wurde er am 21. Dezember 1898 promoviert.UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0057, Weinberger Maximilian (Promotion Datum 21.12.1898). Am Allgemeinen Krankenhaus Wien durchlief er während des Studiums mehrere Abteilungen, um Erfahrungen zu sammeln. So beispielsweise auch die Dermatologische Klinik von Eduard Lang. Nach der Promotion 1898 wurde er Assistenzarzt an der III. Medizinischen Klinik bei Leopold Schrötter von Kristelli. Hier widmete er sich der Tuberkuloseforschung. Im Jahr 1908 erfolgte die Habilitation in Innerer Medizin. Von 1909 bis 1932 war er Primararzt und Leiter der Medizinischen Abteilung im „Krankenhaus Rudolfstiftung“, Wien. Anschließend war bis zu seinem Ruhestand 1936 Leiter der IV. Medizinischen Abteilung am Allgemeinen Krankenhaus Wien. Sein Spezialgebiet waren Herz- und Lungenerkrankungen. Am 22. Juli 1921 wurde ihm der Titel des außerordentlichen Professors verliehen. Er war Mitglied der „Gesellschaft der Ärzte Wien“, sowie Mitglied der „Vereinigung Sozialdemokratischer Ärzte“. 1938 verlor Weinberger als Jude seine Position an der Universität Wien; die Venia Legendi wurde ihm entzogen. Weinberger wohnte zu diesem Zeitpunkt in Wien 4, Brucknerstrasse 4. Im Jahre 1941 gelang ihm zusammen mit seiner Ehefrau die Flucht nach Lissabon. Von Lissabon aus erfolgte eine Schiffsreise nach New York City, wo Weinberger eine Arztpraxis eröffnete.llinois, District and Circuit Court Naturalization Records, 1856-1991, Maximilian und Hermine Weinberger, 28. October 1941. Bis zu seinem Tod 1954 lebte er völlig zurückgezogen. Er verkraftete den Verlust seiner österreichischen Heimat nicht.Walter Mentzel (23. Januar 2025): Weinberger, Maximilian – Primararzt, Internist, NS-Verfolgter. In: VanSwietenBlog, MedUniWien Maximilian Weinberger
Familie Die Ehefrau, Hermine Schereschewsky (1884–1985), stammte aus Wien.Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1923, Weinberger Maximilian, Schereschewski Hermine. Sie verstarb in Chicago/Illinois. Die Schwester Weinbergers, Adele Reisman, wurde mit ihrer Tochter JulieKotte Autographs: Maximilian Weinberger – eigenhändiger Brief 1930 an Julie (möglicherweise an Julie, die Tochter seiner Schwester, die beide in Theresienstadt ermordet wurden) eigenhändiger Brief in Theresienstadt ermordet. Das Vermögen der jüdischen Familie wurde 1941 eingezogen.
Auszeichnungen 1916: Offiziersehrenzeichen Rotes Kreuz 1916: Preußische Rotkreuz Medaille
Veröffentlichungen 1901: Atlas der Radiografie der Brustorgane. Aus der III. medizinischen Universitätsklinik des Hofrates Prof. L. V. Schotter in Wien. K.K. Verlagsbuchhandlung Engel. 1911: Über neuere Diagnostik der Lungentuberkulose. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. K.K. Hofbuchhandlung. 1933: Chinintherapie der Pneumonien. In: Wiener Klinische Wochenschrift. Springer.
Literatur Bauer-Merinsky, Judith (Dissertation Wien 1980): Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die medizinische Fakultät der Universität Wien im Jahre 1938: Biographien entlassener Professoren und Dozenten. Hier: Maximilian Weinberger S. 281–283. Maximilian Weinberger 2. Oktober 2018: Vertrieben 1938: Maximilian Weinberger. Van SwietenBlog MedUniWien Vertrieben 1938 Walter Mentzel (23. Januar 2025): Weinberger, Maximilian – Primararzt, Internist, NS-Verfolgter. In: VanSwietenBlog, MedUniWien Maximilian Weinberger
Weblinks Gegen das Vergessen: Prof. Dr. med. Maximilian Weinberger 1875–1954 Maximilian Weinberger Österreichische Akademie der Wissenschaften: Maximilian Weinberger Maximilian Weinberger Walter Mentzel (2019): Maxiliam Weinberger. In: Lexikon der österreichischen Provenienzforschung Maximilian Weinberger Kotte Autographs: Maximilian Weinberger – eigenhändiger Brief 1930 an Julie (möglicherweise an Julie, die Tochter seiner Schwester, die beide in Theresienstadt ermordet wurden) eigenhändiger Brief
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Internist Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Österreichischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Träger des Offiziersehrenzeichens für Verdienste um das Rote Kreuz Kategorie:Österreicher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann