Die römisch-katholische Kirche St. Adalbert () in der ermländischen Stadt Frombork (deutsch Frauenburg) ist ein nach dem Entwurf von Friedrich August Stüler errichtetes Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert. mini|St.-Adalbert-Kirche, als evangelische Kirche eingeweiht am 31. Oktober 1862
Kirchengebäude Standort Die Stadt mit der St.-Adalbert-Kirche liegt am Ostufer des Frischen Haffs (polnisch Zalew Wiślany) im Nordwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die St.-Adalbert-Kirche befindet sich in der Stadtmitte an der dem Haff zugewandten Seite am Kathedralhügel. An der Kirche führt die Woiwodschaftsstraße 504 (einstige deutsche Reichsstraße 1) vorbei.
Geschichte mini|links|hochkant|Historisches Kirchenbild Eine evangelische Gemeinde entstand in Frauenburg erst im Jahre 1772.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 127–128 (books.google.de).Polska Niezwykła: Frombork - Dawny kościół ewangelicki (polnisch) Eine eigene Pfarrei wurde 1828 errichtet,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 453 zuvor wurde die Gemeinde von Braunsberg (polnisch Braniewo) aus betreut.Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 37–38Ludwig Fedemir Rhesa: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern, Paschke, Königsberg 1834, S. 84, Abschnitt 3 (books.google.de). 1871 wurde Tolkemit (polnisch Tolmicko) von Lenzen (Łęcze) nach Frauenburg umgepfarrt.
Frauenburg wurde mit Tolkemit zu einer Vereinten Kirchengemeinde zusammengelegt, deren Pfarrsitz Frauenburg blieb. Die Pfarrei gehörte zum Kirchenkreis Ermland, vor 1945 zu dessen Teilbereich des Superintendenturbezirks Braunsberg (Braniewo) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Bauwerk An den Plänen zum Bau einer evangelischen Kirche in Frauenburg hatte selbst Friedrich Wilhelm IV. Anteil.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 30, Abb. 28 In den Jahren 1857 bis 1861 wurde der Kirchenbau dann nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler errichtet. Am Gedenktag der Reformation (31. Oktober) 1862 wurde er eingeweiht.
Entstanden war ein neugotischer Ziegelbau mit einem Treppengiebel sowie einem schlanken Turm. Hinter dem Altar in sternförmig gewölbten Chor erhob sich ein großes Kreuz.
Die Innenmalerei stammte vom Königsberger Kunstmaler Otto Ewel, der sie 1928 anfertigte. Zwei Altarleuchter stammten aus dem Besitz des Generalsuperintendenten und Erzbischofs Ludwig Ernst von Borowski. mini|Ehemaliges Pfarrhaus An die Kirche wurde im Jahre 1903 ein Pfarrhaus angebaut.
Die Kirche wurde 1946 zugunsten des Bistums Ermland der Römisch-katholischen Kirche in Polen enteignet. Nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen wurde sie als St.-Adalbert-Kirche neu geweiht. Sie ist jetzt eine Filialkirche der Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Andreas in Frombork.
Das einstige Pastorat ist heute ein Gotteshaus der Pfingstkirche (polnisch Kościół Zielonoświątkowy).
In Frombork lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchengemeinde
Kirchspielorte (bis 1945)
Bis 1945 gehörten zum Sprengel Frauenburg der Vereinten Kirchengemeinde Frauenburg-Tolkemit 32 Orte:
Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Alt Münsterberg Stare Monasterzysko Kilienhof Kilie Althof Stary Dwór Klein Rautenberg Małe Wierzno Baudehof Bauda Koggenbusch Krze Betkendorf Biedkowo Koßwald Kozka Leśna Bischdorf Biskupie Kreutzdorf Krzyżewo Bludau Błudowo Moorbruch Rucianka Dittersdorf Krzywiec Narz Narusa Drewsdorf Drewnowo Neu Sadlucken Nowe Sadłuki Frauenburg mit Dom Frauenburg Frombork Neufeld Nowiny Fuchsberg Lisek Niederwald Nizinka Groß Rautenberg Wielkie Wierzno Rahnenfeld Ronin Grundhof Grądek Rothhof Dworzysko Heinrichshof Jędrychowo Sankau Sądkowo Jägerittenwohl nur eine zeitlich begrenzte Zugehörigkeit zum Kirchspiel Frauenburg Myśliniec Schafsberg Baranówka Jettchenhof NNkein polnischer Name bekannt Sonnenberg Bogdany Karschaumit Johannishof Karszewomit Janowo Vierzighuben Włóczyska
Pfarrer (bis 1945)
Von 1828 bis 1945 amtierten an der Frauenburger Kirche als evangelische Geistliche:
Katecheten: Carl Emil Gebauer, 1828–1831 August Ernts G. Differt, 1831–1834
Pfarrer: Johann Friedrich Rübsamen, 1834–1842 Friedrich Wilhelm Julius Kleist, 1842–1860 Bernhard Leopold Maaß, 1860–1863 Carl Fr. W. A. Seidenstücker, 1864–1867 Johann Hermann Rud. Bartsch, 1868–1875 Carl Louis Franz Sommer, 1876–1882 Otto Karl Johann Kossack, 1883–1885 August Richard Jacobi, 1886–1889 Viktor Ulrich C. Krieger, 1890–1905 Wilhelm Viktor Laudien, 1906–1909 Johannes Kurt Kalanke, 1909–1913 Fritz Pachnio, 1913–1916 Gustav Adolf Benrath, 1916–1921 Wilhelm Siegert, 1922–1929 Bruno Hasford, 1930–1945
Literatur Karl Emil Gebauer: Kirchengeschichtliche Bemerkungen über das Ermland in Bezug auf Gründung der evangelischen Gemeinden im Allgemeinen und der zu Frauenburg ins Besondere. In: Preußische Provinzial-Blätter. Band 9, Königsberg 1833, S. 280–292 (books.google.de). Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 127–128 (books.google.de).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1850er Jahren Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Adalbertkirche Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Christentum in Frombork Kategorie:Bauwerk von Friedrich August Stüler Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Polen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus