mini|Das Zofingerhaus an der Alpeneggstrasse 8 in Bern (1939) Das Zofingerhaus Bern (La maison blanche, La BlancheNach dem Lied La Blanche, Text von Marc Monnier (1829–1885), Altzofinger.) ist das 1939 vollendete Vereinshaus der Zofingia Bern an der Alpeneggstrasse in Bern. Der Bau gilt als Beispiel der angepassten Moderne und ist im kantonalen Bauinventar als erhaltenswert eingestuft.Graf 1997, S. 307.
Geschichte Die Zofingia Bern versammelte sich seit ihrer 1819 erfolgten Gründung in Gasthäusern, darunter das Café National, das Café Frick, das Della Casa sowie der Stadtbachgarten. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurde über den Neubau eines Zofingerhauses in Bern diskutiert.Ecclesia 2019, S. 33. Die Sektion Waadt verfügte ab 1904 über ein eigenes Haus.Ecclesia 2019, S. 34. Am 11. Februar 1905 wurde der «Verein zum Zwecke der Gründung eines Zofingerhauses in Bern» gegründet, in der Absicht, das Haus «der Sektion Bern des Schweizerischen Zofingervereins als dauerndes Heim zur Verfügung zu stellen».Ecclesia 2019, S. 34. Mehr als drei Jahrzehnte war der Hausverein auf der Suche nach einem Kaufobjekt. 1913 kam die Idee auf, sich ein Vorkaufsrecht an dem durch Karl Indermühle (1877–1933) erbauten Gasthaus «Zum Röseligarten» im Dörfli der dritten Schweizerischen Landesausstellung 1914 in Bern auf dem Neufeld und dem Viererfeld zu sichern. Die Idee wurde geprüft, aber letztlich verworfen.Ecclesia 2019, S. 35. Der Berner Architekt Fritz Hunziker (1873–1949), Architekturbüro Stettler & Hunziker, wurde beauftragt, im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau des Kursaals in Bern Räumlichkeiten für die Zofinger zu planen. Hierbei entstand eine erste Raumaufteilung anhand der Bedürfnisse des Vereins. Hunziker sah einen Saal mit Bühne für grössere Anlässe vor, der durch eine Zwischenwand auch als Sitzungslokal dienen sollte. Daneben ein Kommissions- bzw. Klubzimmer mit Kamin sowie einen Archivraum, eine Garderobe, Toiletten, eine Telefonkabine und ein Office. Sein Plan sah zudem eine Terrasse mit Bäumen und einer gedeckten Halle vor.Ecclesia 2019, S. 36. 1931 wurde das Projekt «mangels notwendiger Mittel und infolge nicht unbedeutender Opposition» verworfen.Ecclesia 2019, S. 36. Der Bieler Architekt und Vereinsmitglied Eduard Lanz sprach sich für ein Eigenheim aus. Im April 1936 schlug er vor, ein am östlichen Plateaurand der Länggasse befindliches Landstück, das ans Bahnhofsareal angrenzte und dem Kanton Bern gehörte, zu erwerben. Lanz entwarf unter den Titeln Studentenheim und Zofingerhaus Skizzen, die an der Vorstandssitzung des Hausvereins grossen Anklang fanden.Ecclesia 2019, S. 37. Die Bauarbeiten dauerten vom Sommer 1938 bis Juni 1939.Ecclesia 2019, S. 33.
2014 gründete der Zofingerhaus-Verein die Zofingerhaus-Stiftung und brachte den Bau in die neue Stiftung ein, mit dem Zweck, die Liegenschaft Alpeneggstrasse 8 als Ort der Begegnung zu erhalten.Handelsregister des Kantons Bern Die Stiftung projektierte 2017 eine Gesamtsanierung ohne Nutzungsänderung.Ecclesia 2019, S. 43. Das im November 2017 abgeschlossene Projekt wurde durch das Architekturbüro Remund Architekten in Bern geleitet.Ecclesia 2019, S. 43. Der Zofingerhaus-Verein fusionierte mit dem Altzofingerverein des Kantons Bern.Ecclesia 2019, S. 45.
Kunst am Bau Mit der künstlerischen Ausstattung des Zofingerhauses wurden die Künstlerin Helene Roth, der Bildhauer Max Fueter und der Maler Marcus Jacobi (1891–1969) beauftragt. Jacobi schuf das Fresko Zofinger im Vollwichs (1939), Helene Roth das Wandbild Einzug der Studenten in Zofingen am Centralfest 1840 (1939) im heutigen Burschensalon und Max Fueter das Stuckrelief Zwei Speerwerfer (1939) im Speisesaal. Helene Roth nahm für ihr Wandbild Modelle aus der Gegenwart, darunter den Architekten Eduard Lanz.Ecclesia 2019, S. 42. Den Fries mit den Wappen aller Sektionen des Schweizerischen Zofingervereins an der Hausfassade schuf der Grafiker Paul Boesch.
Quellen Archiv des Zofingerhaus-Vereins Bern im Staatsarchiv des Kantons Bern Archives de la construction moderne-EPFL, Fonds E. Lanz. Zofingerhaus (Maison de la société suisse de Zofingue), Berne, 0004.05.0090
Literatur Alexandra Ecclesia: Zofingerhaus Bern: «Schlicht und unaufdringlich hat es seinen Zweck zu erfüllen». In: 200 Jahre Zofingia Bern. Bern 2019, S. 33–45.
Einzelnachweise
Anmerkungen
Weblinks
Liste von Objekten zum Zofingerhaus Bern im Inventar des Zofingia-Museums in Zofingen
Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren Kategorie:Bauwerk der Moderne in Bern