mini|300px|Plenarsaal des House of Commons

Die Nächste Britische Unterhauswahl findet spätestens am 15. August 2029 statt, gut fünf Jahre nach der britische Unterhauswahl 2024 vom 4. Juli 2024, sofern keine erneute vorzeitige Neuwahl (General Election) angesetzt wird, was der Premierminister bewirken kann. Gewählt werden nach Mehrheitswahlprinzip 650 Mitglieder des britischen Unterhauses aus 650 Wahlkreisen. Eine Verringerung auf 600 wird angestrebt.

Ausgangslage

Die Wahl 2024 konnte die Labour Party gewinnen und erhielt zum ersten Mal seit 2010 die absolute Mehrheit. Durch das Mehrheitswahlrecht gewann sie fast 2/3 der Sitze, obwohl sie nur gut 33 % der Stimmen erhielt. Die bisher regierende Conservative Party landete mit erdrutschartigen Verlusten nur noch auf Platz 2. Die 2019 unter dem Namen Brexit-Partei gegründete Reform UK kam trotz 14 % der Stimmen nur auf 5 Sitze und gewann somit weniger Sitze als die Liberal Democrats, die mit 12 % der Stimmen über 70 Sitze gewinnen konnten.

Nach der Wahl bildete Keir Starmer das Kabinett Starmer. Er hatte in den ersten Wochen im Amt in den Umfragen zum Leadership approval noch eine leicht positive Bilanz (z. B. 38 % positiv, 20 % negativ, im Saldo +18), allerdings sanken seine Umfragewerte seitdem fast kontinuierlich. Ende 2025 erreichten sie einen Tiefstand (z. B. 13 % positiv, 79 % negativ, im Saldo −66) und erholten sich bis zu seiner Rücktrittsankündigung leicht auf 17 % positiv, 65 % negativ, im Saldo −48, allerdings stieg mit der Zeit der Druck, auf Starmer, auch innerhalb der Labour-Partei, sein Amt abzugegeben.

Seit der Wahl hat es starke Verschiebungen in der britischen Politik gegeben. Die sozialdemokratische Labour Party und die konservativen Conservatives, die traditionell die Politik dominierten, haben in den Umfragen stark an Zustimmung verloren, während die rechtspopulistische Reform UK und die links-grüne Green Party große Gewinne erreichen konnten. In den Kommunalwahlen 2025 und 2026 mussten sowohl Labour als auch die Conservatives starke Verlust erleiden, wobei die für Labour besonders katastrophalen Ergebnisse 2026 (Kommunalwahlen in England und Parlamentswahlen in Schottland und Wales) innerhalb der Partei eine Führungskrise auslösten. Viele Parteimitglieder und MPs forderten Keir Starmer dazu auf, zurückzutreten oder einen Zeitplan für seinen Abgang zu setzen. Starmer bestand bis Juni 2026 darauf im Amt zu bleiben. In der Nachwahl in Makerfield am 18. Mai 2026 konnte Andy Burnham, einer der Hauptrivalen Starmers um den Parteivorsitz, mit einem klaren Vorsprung einen Sitz im Parlament gewinnen. Wenige Tage später, am 22. Juni 2026 kündigte Starmer seinen Rücktritt als Premierminister und Parteiführer an.

Im Juli 2026 wurde Andy Burnham ohne Gegenkandidaten zum Nachfolger Starmers gewählt und übernahm am 20. Juli das Amt des Premierministers. In den ersten Umfragen nach seinem Amtsantritt hatte er ein Leadership approval von im Schnitt 35 % positiv, 24 % negativ, im Saldo +11, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu seinem Vorgänger.

Reform UK, die seit Frühjahr 2025 in den Umfragen führende Partei, verliert seit Frühjahr 2026 unter anderem aufgrund von Skandalen rund um nicht offengelegte Spenden ihres Parteiführers Nigel Farage zunehmend an Beliebtheit, während Labour aufgrund der Aufbruchstimmung rund um den neuen Premierminister Burnham Wähler, die zuvor zu den Grünen und den Liberal Democrats gewandert waren, wieder zurückgewinnen konnte und inzwischen wieder klar vorne liegt.

Nachwahlen Datum WahlkreisMP vorherMP nachher 01.05.2025 Runcorn and Helsby Mike AmesburyAmesbury wurde 2024 für Labour gewählt und war bis Januar 2025 Labour-Mitglied, als er die Partei verließ. Er saß von Januar bis März 2025 als Parteiloser im House of Commons. Sarah Pochin 26.02.2026 Gorton and Denton Andrew GwynneGwynne wurde 2024 für Labour Co-op gewählt, allerdings wurde seine Parteimitgliedschaft im Februar 2025 suspendiert. Er saß von Februar 2025 bis Januar 2026 als Parteiloser im House of Commons. Hannah Spencer 18.06.2026 Aberdeen South Stephen FlynnFlynn wurde 2026 ins schottische Parlament gewählt und gab daraufhin seinen Sitz im House of Commons ab. Douglas Lumsden 18.06.2026 Arbroath and Broughty Ferry Stephen GethinsGethins wurde 2026 ins schottische Parlament gewählt und gab daraufhin seinen Sitz im House of Commons ab. Lara Bird 18.06.2026 Makerfield Josh SimonsSimons trat als Abgeordneter zurück, damit Andy Burnham die daraus resultierende Nachwahl im Wahlkreis antreten konnte. Andy Burnham 13.08.2026 Clacton Nigel FarageFarage trat aufgrund von Investigationen um nicht deklarierte Spenden und dem öffentlichen Skandal, der daraus folgte, als Abgeordneter zurück, jedoch mit der Intention wiedergewählt zu werden. Nigel Farage 08.10.2026 Holborn and St Pancras Keir Starmer

Aktuelle Zusammensetzung

ParteiAbgeordnete 2024 Aktuell +/− LabourDer Speaker und die Deputy Speaker (1 Labour und 2 Conservative Abgeordnete) nehmen nicht an Abstimmungen teil.43 der 404 Labour-Abgeordneten sind Mitglieder der Co-operative Party und werden als Labour Co-operative bezeichnet.4114038 Conservative1211183 Liberal Democrats72711 SNP981 Reform UK583 Sinn FéinDie Abgeordneten von Sinn Féin nehmen ihre Plätze in Westminster nicht ein.77 DUP55 Green (E&W)451 Plaid Cymru44 Ind. AllianceDie Independent Alliance ist keine Partei, sondern eine parlamentarische Gruppe, der 4 parteilose Abgeordnete angehören.–44 SDLP22 Your Party–22 Alliance11 Restore Britain–11 TUV11 UUP11 Speaker11 Unabhängige671 Vakant–11Gesamt6506491

Wahlverfahren

Das UK hat 650 Wahlkreise. In jedem wird nach dem relativen Mehrheitswahlrecht ein Unterhausabgeordneter gewählt. Der Kandidat mit der höchsten Wählerstimmenzahl in jedem Wahlkreis gewinnt (first-past-the-post). Eine relative Mehrheit genügt; es gibt keine Stichwahl, falls keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit der Stimmen erhält. Die Wahlkreisgrenzen sind seit 2024 unverändert.

Umfragen

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Anmerkungen

Einzelnachweise

2029 Kategorie:Parlamentswahl 2029