Graziella Berger, auch Graziella Franca Berger, Graziella Franca Rosmarie Berger (geboren am 9. Dezember 1965 in Luzern; gestorben am 31. Juli 2024 ebenda), war eine mehrfach ausgezeichnete Schweizer Bildhauerin und Konzeptkünstlerin mit italienischen Wurzeln. Ihr Werk wurde sowohl in der Schweiz als auch international ausgestellt.

Ausbildung Graziella Berger studierte von 1988 bis 1991 Freie Kunst an der damaligen Schule für Gestaltung in Luzern und von 1992 bis 1996 an der Kunstakademie Düsseldorf. 1995 wurde sie dort Meisterschülerin bei Hubert Kiecol und schloss mit dem Akademiebrief ab. 1991 erhielt sie ein Stipendium der Kulturstiftung Landis & Gyr für die Glasgow School of Art.

Werdegang Nach Auslandaufenthalten in Paris (Atelierstipendium) und New York (Arbeitsaufenthalt) und neben einer regen künstlerischen Tätigkeit war sie von 1999 bis 2001 Assistentin am Departement Architektur der ETH Zürich und von 2001 bis 2005 Mitbegründerin und Leiterin der BASIS – Dokumentationsstelle für Innerschweizer Kunstschaffen im damaligen Kunstpanorama Luzern (heute: Kunsthalle Luzern).

Künstlerisches Schaffen Graziella Bergers interdisziplinäres Gesamtwerk vereint medienübergreifend Zeichnung, Fotografie, Drucke, Papierarbeiten und Textiles in begehbaren Rauminstallationen mit Skulpturen sowie partizipative Projekte und Interventionen im öffentlichen Raum. Ihre Zusammenarbeiten waren meistens im Duo wie mit Stefan Wittmer, mit dem sie auch kulturpolitisch tätig war, oder in Kunstprojekten wie mit Claudia Bucher oder Helen Bösch. Wichtige Themen waren Traum, Erinnerung, Zeit, Raum, Materialität, Wahrnehmung und Transformation, Verschränkung von Kunst und Leben. Sie war bekannt für ihre poetisch-konzeptuelle und humorvolle Arbeitsweise.

Einzelausstellungen 2005: Ich mag es wild, Druckstelle Werkstatt für Lithografie Luzern. 2009: DR.EAMS, Erfrischungsraum Luzern, HGK Luzern. 2017: Auswerfen der Netze – da, wo die Blätter sich färben, Projektraum Apropos Luzern. 2023: In Connection, Galerie Kriens. 2025: Ciao Graziella. Hommage an die Künstlerin, Emmenbrücke – Raum für Performance und «akku» Kunstplattform.

Gruppenausstellungen & Projekte 1992–2001: Verschiedene Ausstellungs-Beteiligungen in Luzern, Zürich, Frauenfeld, Düsseldorf, Japan, in New York mit Sabin Tünschel und in Paris bei der Cité internationale des artsGraziella Berger. Website über Graziella Berger (PDF; 4,2 MB). 1996: Studio Guli. Graziella Berger, Karin Müller und Davix, message salon, Zürich 1999: Intervention am Helvetiaplatz, Luzern 2000: Museum im Bellpark, Kriens / Schnittstelle Bauplatz, Preisverleihung mit Marie Cécile Reber/Sounds und René Stettler Laudatio 2000: Projekt «Warteraum» von Graziella Berger und Helen Bösch, ausgezeichnet vom Kanton Luzern 2001: Kunstpanorama Luzern, TABLEDANCE (mit Stephan Wittmer) 2001/02: Projekt Warteraum, Intervention im öffentlichen Raum, Luzern (mit Helen Bösch) 2002: Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen, Kunstmuseum Luzern 2002: Wechselbank – Sprache als Kapital, Projekt im öffentlichen Raum 2005: Graziella Berger, Mona Lorenzi, Galerie Billing Bild, Baar2006: Kunstpanorama Luzern, Heimatflimmern und Brandenburgischer Kunstverein Potsdam, Heimatflimmern II, Berliner Interventionen 2004: ZNAKY 6 + (Zeichen 6 +), Galerie Patro, Olomouc. 2005: Ort des Gedächtnisses, Internationales Kunstsymposium, performative Fotoarbeit mit Claudia Bucher, Augustinerkloster Sternberk, Galerie Sternberg und Galerie G, Olomouc, Tschechische Republik 2005/2006: Graziella Berger/Nicoletta West, Kunsthalle Luzern 2014: Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen, Kunstmuseum Luzern 2014: Wonderfuel Zeromoney, Ausstellung im Gelben Haus, Luzern 2016: About Time, tuttiart Luzern 2017: MUSEUM1, 24-Stunden-Ausstellung mit Graziella Berger, René Habermacher, Judith Huber, Otto Lehmann, Achim Schroeteler, Christoph Stehlin, Pat Treyer, Andreas Weber, Stephan Wittmer und Interventionen von Besuchern von visarte M1, Adligenswil 2021: The Perfect Match, Galerie Kriens 2025: Absent Present, Mono Art Space Luzern

Auszeichnungen und Stipendien 1991: Kulturstiftung Landis & Gyr Auslandstipendium für Glasgow 1998–1999: Arbeitsaufenthalt New York City, Swiss Institute 1998: Atelierstipendium Cité internationale des arts (Paris), Visarte Zentralschweiz 2000 & 2002: Werkpreise Stadt und Kanton Luzern 2000: Kultur- und Förderpreis der Gemeinde Kriens 2014: Ankauf Time Composition durch die Stadt Luzern

Literatur Szene Luzern: Ausstellung in der grossen Halle. Reithalle Bern, Oktober 1997 (Ausstellungskatalog). Ich bin keine Galerie-Künstlerin. Bericht zur Verleihung des Förderpreises 2000 an Graziella Berger, Zeitung/Zeitschrift, Luzern, 2000. Ich bin irgendwie immer am Warten. Bericht zur Übergabe der Werkbeiträge von Stadt und Kanton Luzern, Zeitung/Zeitschrift, Luzern, 2000. Neubeginn mit Stefan Wittmer und Graziella Berger, Zeitung/Zeitschrift, Luzern, 2001. Znaky 6+ = Zeichen 6+ (Olomouc), Ausstellungskatalog, 2004.Peter Schmersal. Galerie Karsten Greve. BASIS – Dokumentationsstelle der Innerschweizer Kulturschaffenden. Luzern 2005. Mise à sac. Ausstellungskatalog. Villa Dutoit, Genf 2012. Evelyn Echle: Auswerfen der Netze – da, wo die Blätter sich färben. Saaltext, Luzern 2017. Fermata: 600 Jahre Bruder Klaus: 155 Künstler/innen der Zentralschweiz in der Turbine Giswil. Ausstellungskatalog. Giswil 2017 Heinz Stahlhut: Saaltext zu In Connection, Galerie Kriens 2023. Max Christian Graeff: Mit dem Bestimmten kämpfen, bis es unbestimmt. Ausstellungstext. Galerie Kriens 2023. Monika Bettschen: «Nur dann wird es gut». In: Null41 Kulturmagazin. Mai 2025. Graziella Berger. In: 957 Independent Art Magazine. Nr. 177, 2025

Weblinks Website zur Künstlerin mit umfangreichem Archiv sikart Künstlerlexikon der Schweiz

Einzelnachweise

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