Joan Ambrosio Dalza (* 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts in Mailand; † nach 1507) war ein italienischer Lautenist und Komponist, über dessen Leben nichts bekannt ist.
Werk Im Vorwort zu Petruccis 4. Lautenbuch (zuvor erschienen zwei Bücher mit Werken von F. Spinacino; das dritte ist verschollen) wird Dalza als „Milanese“ und „ausgezeichneter Musiker und Lautenspieler“ („excellente musico e sonator de lauto“) bezeichnet. Das 1508 in Venedig erschienene Buch enthält neben einigen improvisationsartigen Präludien („Tastar de corde“) und Recercare hauptsächlich Tanzsätze. Drei sind für zwei Lauten gesetzt - ein Saltarello, eine Piva und eine Calata (meist ein ruhiger SchreittanzHelmut Mönkemeyer (Hrsg.): Die Tabulatur. Heft 6–8 (Joan Ambrosio Dalza, Intabulatura de Lauto. Petrucci, 1508. Teil I–III). Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus 1967, hier: Heft 6, S. 3.). Von den zwölf weiteren Calate sind sechs als „Calata ala spagnola“ und eine zweiteilige Calata als „Calata de strambotti“ bezeichnet. Den größten Raum beanspruchen neun suitenartige Tanzfolgen der Form Pavana – Saltarello – PivaVgl. auch Ruggero Chiesa (Hrsg.): Joan Ambrosia Dalza: Pavana alla Ferrarese, Saltarello, Piva. In: Antologia di Musica Antica per liuto, vihuela e chitarra. Band 1. Edizioni Suvini Zerboni, Mailand 1969 (= S. 6892 Z.), S. 6–13 (aus Petrucci, Venedig 1508). (bei den letzten beiden Suiten ist die Piva durch einen Spingardo ersetzt bzw. als solcher benannt).
Außerdem findet man (im Libro quarto) ein Caldibi castigliano genanntes Stück, das, ebenso wie die bereits erwähnten Calate, spanischen Einfluss verrät, und vier Intabulierungen von Vokalstücken (etwa Poiche volse la mia stella). Zwei davon sind Frottole von B. Tromboncino, die bereits in früher von Petrucci publizierten Büchern erschienen sind.
Dalzas Stücke sind von großer Schlichtheit (besonders wenn man sie mit den in den vorherigen Büchern gedruckten Stücken von Spinacino vergleicht). Der Musikwissenschaftler Wasielewski schrieb dazu:
Dalza selbst begründete die Simplizität seiner Stücke mit der Nachfrage des PublikumsJoan Wess: The New Grove Band 5, S. 169. und versprach: „Für die Zukunft werde ich mir mehr Mühe geben, den Anforderungen der Wissenschaft gerecht zu werden.“Im Vorwort zur Intabulatura de Lauto Lib. quarto heißt es wörtlich:
Werkausgaben
Joan Ambrosio Dalza, Intabulatura de Lauto. Petrucci, 1508. Teil I–III (Teil I = Tastar de corde / Calate ausLibro Quarto, Teil II = Padoane alla Venetia). In: Helmut Mönkemeyer (Hrsg.): Die Tabulatur. Heft 6–8. Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus 1967 (Enthalten sind neben der Vorlage in italienischer Tabulatur auch Übertragungen für Laute oder ein Tasteninstrument und für die Gitarre). Gian Luca Lastraioli (Hrsg.): Joanambrosio Dalza, Collected Works for Lute. TREE EDITION Albert Reyerman, 2007 (Übertragung in französische Tabulatur).
Weblinks Werke von Dalza (imslp.org)
Quellen Hans Radke: Dalza. In: Friedrich Blume (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart: allgemeine Enzyklopädie der Musik. Band 15, Supplement Aachen – Dyson. dtv, München / Bärenreiter, Kassel u. a. 1989, Sp. 1692–1693 (). Joan Wess: Dalza, Joan Ambrosio. In: Stanley Sadie (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Band 5: Couraud–Edlund. Macmillan, London 1995, S. 169.
Einzelnachweise
Kategorie:Lautenist Kategorie:Komponist (Italien) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert Kategorie:Mann