mini|Wolf Albach-Retty (1932) Wolf Albach-Retty (* 28. Mai 1906 in Wien, Österreich-Ungarn;Lutherische Stadtkirche, TFB61, 1906, f. Z. 128., abgerufen am 11. Februar 2025. † 21. Februar 1967 ebenda; gebürtig Wolfgang Helmuth Walter Albach) war ein österreichischer Schauspieler, der zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren zahlreiche Hauptrollen im deutschsprachigen Kino spielte. Aus der Ehe mit der deutschen Schauspielerin Magda Schneider stammte die Schauspielerin Romy Schneider.

Leben Wolf Albach-Retty war der Sohn der Hofschauspielerin Rosa Albach-Retty und des Juristen (Rechtsanwalt 1914–1929) und ehemaligen k.u.k.-Artillerie-Oberleutnants (Abschied 1899) Dr. Karl (Walter) Albach (1870–1952).Pfarre Windischgarsten, Taufen – Duplikate 1870, 106/1870, Nr. 100., abgerufen am 23. September 2025. Nach zwei Semestern Studium der Chemie wurde er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst unter Armin Seydelmann zum Schauspieler ausgebildet. Im Alter von 20 Jahren spielte er seine erste Rolle am Wiener Burgtheater. Er wurde am 1. September 1926 Ensemblemitglied des Burgtheaters und sein Bühnendebüt gab Wolf Albach am Akademietheater im Rahmen eines von Hans Brahm inszenierten Hermann-Bahr-Abends.

Zum Film kam er bereits als junger Mann. Eine erste Stummfilm-Rolle erhielt er 1927. Während der Zeit des Nationalsozialismus trat er in Liebes- und Musikfilmen auf. Er nahm bereits 1937, vor dem Anschluss Österreichs, vorübergehend die deutsche Staatsbürgerschaft an. Im selben Jahr heiratete er Magda Schneider. Aus der Ehe stammten die beiden Kinder Rosemarie, genannt Romy (Schneider) (1938–1982), und Wolf-Dieter (* 1941). Die Ehe wurde 1945 (nach anderen Quellen 1946 oder 1947) geschieden.

Albach-Retty, der bereits im Mai 1933 Förderndes Mitglied der SS wurde,Artikel: Legenden. Diva mit Nazi-Trauma? In: Der Spiegel vom 15. September 2008 trat 1940, zwei Jahre nach dem Anschluss Österreichs, der NSDAP bei. Im August 1944 gehörte er zu den von Joseph Goebbels nominierten Schauspielern der Gottbegnadeten-Liste, die Goebbels für unverzichtbar für die Filmproduktion hielt, womit Albach-Retty von Kriegsdienstverpflichtungen freigestellt wurde.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 12. mini|300px|Grab der Familie Albach-Retty auf dem Wiener Zentralfriedhof

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er in der gewandelten Filmlandschaft nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen und war nur noch vereinzelt in Hauptrollen (Zwei in einem Auto, Immer die Radfahrer), häufiger in wichtigen Nebenrollen, zu sehen (Der Obersteiger, als der Fürst in Der Vogelhändler, als Familienvater in Verlobung am Wolfgangsee usw.). Neben anderen kleineren Nebenrollen hatte er einen kurzen Auftritt als Baron Hartmann in Der Kardinal, eine Rolle, die er auf Betreiben von Romy Schneider bekam und die Vater und Tochter einen gemeinsamen Auftritt vor der Kamera ermöglichte. Weiters war er wieder in wichtigen Rollen am Burgtheater zu sehen, unter anderem in Anatol von Arthur Schnitzler. Albach-Retty war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Trude Marlen verheiratet, in dieser Ehe wurde die Tochter Sacha Darwin (* 1947) geboren.

Wolf Albach-Retty starb an den Folgen eines schweren Herzleidens.Neues Deutschland vom 22. Februar 1967 Er wurde zunächst auf dem Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf in Wien beerdigt und nach dem Tod seiner Mutter in deren Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 50) beigesetzt. Seine Gattin Trude Marlen starb 2005 und wurde neben ihm beigesetzt. In diesem Grab ruht auch Marlens Zwillingsschwester, die Schauspielerin Cecilia Maximiliane Brantley, die 1997 starb.

Filmografie

Literatur Jörg Schöning, Angela Leifeld: Wolf-Albach-Retty – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 5, 1985. C. Bernd Sucher (Hg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 1995, 2. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 16. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Erster Band A – C. Erik Aaes – Jack Carson, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 48 f.

Weblinks

Wolf Albach-Retty bei cyranos.ch Wolf Albach-Retty bei steffi-line.de

Einzelnachweise

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