Die italienische Frauen-Rugby-Union-Nationalmannschaft () ist die Nationalmannschaft Italiens in der Sportart Rugby Union und repräsentiert das Land bei allen Länderspielen (Test Matches) der Frauen. Sie wird meist als Le Azzurre () bezeichnet, abgeleitet von der traditionellen Farbe der Trikots. Die organisatorische Verantwortung trägt die Federazione Italiana Rugby (FIR). Das Team nimmt an den jährlichen Six Nations teil, zusammen mit England, Frankreich, Irland, Schottland und Wales.
Ihr erstes Länderspiel fand 1985 gegen die Mannschaft Frankreichs statt. Seine wichtigsten internationalen Auftritte hat das Team bei den alle vier Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften. Die Italienerinnen qualifizierten sich für sechs der bisher zehn ausgetragenen Turniere; 2017 erreichten sie mit dem neunten Platz ihr bestes Ergebnis. Italien bestreitet seine Heimspiele in verschiedenen Stadien. Traditionell spielt Italien in blauen Trikots mit weißen Hosen und blauen Socken.
Organisation
Verantwortlich für die Organisation von Rugby Union in Italien ist die Federazione Italiana Rugby (FIR). Sie entstand 1928 aus dem „Propaganda-Komitee“ und trat 1987 dem International Rugby Football Board (IRFB; heute World Rugby) bei. Die Federazione Italiana Rugby war außerdem im Jahr 1934 Gründungsmitglied des Kontinentalverbandes Fédération internationale de rugby amateur (FIRA; heute Rugby Europe). Die höchste Rugby-Union-Liga in Italien ist die Serie A Elite, an der acht Mannschaften teilnehmen. Diese stammen hauptsächlich aus den italienischen Rugbyhochburgen Lombardei und Venetien.
Geschichte Erste Jahre Am 22. Juni 1985 absolvierten die Italienerinnen ihr Länderspieldebüt gegen die Französinnen und erzielten ein 0:0 unentschieden. Ein Jahr später unterlagen sie Frankreich mit 0:12 in Bardos. Im dritten Test Match 1987 gegen den Nachbarn konnte das Team seine ersten Punkte erzielen, unterlag aber in Rom mit 4:16.
1988 beteiligte sich Italien an der ersten Frauen-Europameisterschaft in Bourg-en-Bresse, die vom örtlichen Frauenrugbyverein organisiert wurde. Neben den Gastgeberinnen nahmen Großbritannien und die Niederlande teil. Die Italienerinnen landeten nach drei Niederlagen auf dem letzten Platz. Die erste Austragung dieses Turnieres wurde nie offiziell vom Kontinentalverband Fédération internationale de rugby amateur (FIRA; heute Rugby Europe) anerkannt, obschon er als erster Wettbewerb für Frauennationalmannschaften von Bedeutung war.
Unter der Federazione Italiana Rugby 1991 übernahm die Federazione Italiana Rugby die Verantwortung über das italienische Frauenrugby. Ihre erste Aufgabe war die Kaderzusammenstellung für die erste Weltmeisterschaft 1991 im April in Wales. Die Azzurre belegten den letzten Gruppenplatz und erreichten das Viertelfinale der Plate. Gegen Schweden erzielten sie ihren ersten Turniersieg mit 18:0, unterlagen aber im Halbfinale Kanada mit 0:6.
Die Mannschaft zeigte eine langsame Entwicklung. In ihren ersten 15 Jahren bis 2000 bestritten sie nur 33 offizielle Test Matches. In der Europameisterschaft 1995 daheim in Treviso belegten die Italienerinnen den dritten Platz und ein Jahr später resultierte in Madrid dasselbe Ergebnis. 1997 schieden sie in der Vorrunde aus und belegten den sechsten Platz, während sie sich bei der Weltmeisterschaft 1998 in den Niederlanden mit dem zwölften Platz zufriedengeben mussten.
Bei der Europameisterschaft 1999 belegte das Team den siebenten Platz und zwei Jahre später den achten Rang. 2002 gewann es in Venetien seinen ersten Europatitel, bevor im selben Jahr in Spanien die Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, bei der Italien den zwölften Platz erreichte. 2005 gewannen die Italienerin ihren zweiten europäischen Titel in Hamburg und ein Jahr später gelang ihnen die Titelverteidigung.
Aufnahme in die Six Nations mini|Italien während der WM-Qualifikation 2013 Im Dezember 2006 entschied das Exekutivkomitee der Six Nations alle Frauenturniere an die der Männer anzupassen, an denen England, Frankreich, Irland, Italien, Schottland und Wales teilnehmen; der einzige Unterschied zum Männerturnier bestand damals in der Teilnahme Spaniens, das ab 2007 vom Komitee durch Italien ersetzt wurde.
Trikot, Logo und Spitzname mini|Heutiges Logo der italienischen Nationalmannschaft Die italienische Mannschaft spielt nicht in den Farben der Nationalflagge, sondern in Blau, der Farbe der ehemaligen königlichen Familie Savoyen, die unter anderem das Königreich Italien regierte. Der Spitzname der Mannschaft, Le Azzurre („die Himmelblauen“), ist somit wie bei der Fußballnationalmannschaft von der Trikotfarbe abgeleitet.
Bei Heimspielen spielt sie in himmelblauen Trikots mit den drei Farben der italienischen Flagge auf den Ärmeln, weißen Hosen und dunkelblauen Socken. Wenn die gegnerischen Mannschaft traditionell ebenfalls in blauen Trikots spielt – wie beispielsweise Frankreich und Schottland – tritt Italien in weißen Trikots mit roten und grünen Streifen auf den Schultern, blauen Hosen und weisen Socken an.
Vor jedem Länderspiel der italienischen Nationalmannschaft wird Il Canto degli Italiani (italienisch: „Das Lied der Italiener“), die italienische Nationalhymne, gespielt. In Italien ist die Hymne auch bekannt als L’inno di Mameli („Mameli-Hymne“), benannt nach dem Autor des Textes Goffredo Mameli.
Das heutige Logo besteht aus einem Wappenschild in den Nationalfarben (grün, weiß und rot), umgeben von Lorbeerblättern. Der Lorbeerkranz soll an die römische Geschichte und die Siege von Gaius Iulius Caesar erinnern.
Stadien Wie in den Rugbynationen Frankreich, Irland, Kanada, Neuseeland, Schottland, Südafrika, den Vereinigten Staaten und Wales gibt es in Italien kein offizielles „Nationalstadion“, vielmehr werden verschiedene Stadien Italiens verwendet, auch um das Frauenrugby zu verbreiten. Im Rahmen der Six Nations kommen vor allem Stadien in den Regionen Lombardei und Venetien zum Einsatz.
Test Matches Italien hat 60 seiner bisher 172 Test Matches gewonnen, was einer Gewinnquote von 34,88 % entspricht. Die Statistik der Test Matches Italiens gegen alle Nationen, alphabetisch geordnet, ist wie folgt (Stand: 8. September 2025):
Land Spiele Gewonnen Unent-schieden Verloren % Siege 1 1 0 0 100,00 1 1 0 0 100,00 7 7 0 0 100,00 24 0 0 24 0,00 28 4 0 24 14,29 21 2 0 19 9,52 4 3 1 0 66,67 2 0 0 2 0,00 2 0 0 2 0,00 8 5 0 3 62,50 4 4 0 0 100,00 1 1 0 0 100,00 23 16 1 6 69,57 8 5 0 3 62,50 15 6 0 10 33,33 2 1 0 1 50,00 3 1 0 2 33,33 22 8 1 13 36,36 Gesamt 172 60 3 109 34,88
Erfolge Weltmeisterschaften Italien hat sich bisher für sechs Weltmeisterschaften qualifiziert. Das beste Resultat war der neunt Platz beim Turnier 2017.
Jahr Resultat Spiele Siege Unent. Ndlg. +/- Punkte 1991 Plate 4 1 0 3 34:31 – 1994 nicht teilgenommen 1998 12. Platz 5 2 0 3 108:81 – 2002 12. Platz 4 1 0 3 45:121 4 2006 nicht teilgenommen 2010 nicht qualifiziert 2014 nicht qualifiziert 2017 9. Platz 5 2 0 3 75:117 0 2021 Viertelfinale 4 2 0 2 58:79 9 2025 Vorrunde 3 1 0 2 88:56 7 2029 noch ausstehend 2033 noch ausstehend
Six Nations Italiens einziges jährliches Turnier sind die Six Nations, wo man gegen fünf andere europäische Mannschaften antritt: England, Frankreich, Irland, Schottland und Wales.
erstmalige Teilnahme 2007, noch kein Turniersieg
Europameisterschaften In der Vergangenheit beteiligte sich die italienische Nationalmannschaft an den Rugby-Europameisterschaften und entschied drei Austragungen für sich.
Turniersiege (3): 2002, 2005, 2006
Spielerinnen Aktueller Kader Die folgenden Spielerinnen bildeten den Kader während der Weltmeisterschaft 2025:
+ Hintermannschaft (tre quarti) Spielerin Position Mannschaft Länderspiele Alia Bitonci Gedrängehalb Valsugana 7 Francesca Granzotto Gedrängehalb Exeter Chiefs 21 Sofia Stefan Gedrängehalb Toulon 98 Beatrice Capomaggi Verbinderin Villorba 23 Veronica Madia Verbinderin Blagnac 58 Sara Mannini Verbinderin Colorno 9 Emma Stevanin Verbinderin Valsugana 24 Gaia Buso Innendreiviertel Villorba 3 Giada Corradini Innendreiviertel Montpellier 1 Beatrice Rigoni Innendreiviertel Sale Sharks 86 Michela Sillari Innendreiviertel Valsugana 92 Alyssa D’Incà Außendreiviertel Blagnac 33 Aura Muzzo Außendreiviertel Lyon 55 Vittoria Ostuni Minuzzi Schlussfrau Valsugana 41+ Stürmerinnen (avanti) Spielerin Position Mannschaft Länderspiele Desiree Spinelli Haklerin Benetton 4 Vittoria Vecchini Haklerin Valsugana 38 Gaia Maris Pfeiler Valsugana 39 Alessia Pilani Pfeiler Bordeaux 8 Sara Seye Pfeiler Trailfinders 34 Emanuela Stecca Pfeiler Villorba 18 Silvia Turani Pfeiler Harlequins 44 Giordana Duca Zweite-Reihe-Stürmerin Valsugana 58 Valeria Fedrighi Zweite-Reihe-Stürmerin Colorno 64 Alessandra Frangipani Zweite-Reihe-Stürmerin Villorba 12 Isabella Locatelli Zweite-Reihe-Stürmerin Colorno 55 Sara Tounesi Zweite-Reihe-Stürmerin Bordeaux 50 Ilaria Arrighetti Flügelstürmerin Rennes 62 Elisa Giordano Flügelstürmerin Valsugana 75 Laura Gurioli Flügelstürmerin Villorba 16 Alissa Ranuccini Flügelstürmerin Lyon 15 Francesca Sgorbini Flügelstürmerin Romagnat 34 Beatrice Veronese Flügelstürmerin Toulon 29
Bekannte Spielerinnen Bisher ist noch keine italienische Spielerin in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen worden.
Weblinks
Offizieller Webauftritt der Federazione Italiana Rugby (italienisch) Eintrag Italiens bei World Rugby (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Frauen-Rugby-Union-Nationalmannschaft Kategorie:Rugby Union (Italien) Rugbyunion Kategorie:Frauensport (Italien) Kategorie:Nationalmannschaftsgründung 1985