Goldene Adlerhütte (amtlich: Adlerhütte (goldene); in der Mundart: SchmöldsE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach. S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „schmölds“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Wirsberg im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Goldene Adlerhütte liegt in der Gemarkung Neufang.

Lage Der Weiler liegt – allseits von Wald umgeben – im tief eingeschnittenen Tal des Koserbachs. Die Kreisstraße KU 1 führt nach Wirsberg (1,3 km südlich) bzw. nach Cottenau (1,3 km nordöstlich). Ein Wirtschaftsweg führt zur Schlackenmühle (0,9 km nördlich). Im Ort befindet sich der Ilsestein, im Süden gibt es eine Felsformation und den Adlerstein. Diese sind allesamt als Geotope ausgezeichnet.

Geschichte 1714 wurde an der Stelle der im 17. Jahrhundert eingegangenen „Neuen Schmelz“, einem Kupferschmelzwerk, vom markgräflichen Bergamt Goldkronach eine Vitriolhütte errichtet. 1719 wurde diese an eine Gewerkschaft verpachtet. 1756 verkaufte des Bergamt sämtliche 128 Kuxe an Jakob Friedrich Püttner, einem Kauf- und Handelsherrn aus Hof. Unter ihm erlebte das Vitriolwerk seine Blütezeit. Ab den 1820er Jahren war der Ertrag der Goldenen Adlerhütte infolge der böhmischen Konkurrenz nicht mehr gewinnbringend. Es kam zum zunehmenden Verfall, 1865 wurde die Vitriofabrikation eingestellt.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 1. Ab 1912 entstand unter der Leitung von Eduard Margerie die Kuranstalt Adlerhütte.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland , Sp. 174. Bis heute wird die Kuranstalt zur Behandlung von psychischen Erkrankungen genutzt.https://klinik-wirsberg.de/

Verwaltung Das Hochgericht übte das bayreuthische Vogteiamt Wirsberg aus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 581. Von 1797 bis 1810 unterstand Goldene Adlerhütte dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Wirsberg und der im selben Jahr gebildeten Munizipalgemeinde Wirsberg zugewiesen. 1812 erfolgte die Überweisung an das Steuerdistrikt und Ruralgemeinde Neufang.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 768. Am 1. April 1971 wurde Goldene Adlerhütte in die Gemeinde Wirsberg eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 43 45 18 9 29 14 6 34 25 22 32HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 4 3 2 3 4 4 8Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726.

Religion Goldene Adlerhütte ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannis gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Wirsberg) Kategorie:Weiler im Landkreis Kulmbach Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Bayern