Der Giro d’Italia 2025 war die 108. Austragung der italienischen Grand Tour. Das Straßenradrennen startete am 9. Mai 2025 im albanischen Durrës und ging am 1. Juni 2025 in der italienischen Hauptstadt Rom zu Ende. Die Rundfahrt führte über 21 Etappen und beinhaltete drei Ruhetage. Der Giro d’Italia war auch im Jahr 2025 ein Teil der UCI WorldTour.

Den Gesamtsieg sicherte sich der Brite Simon Yates (Team Visma-Lease a Bike), der die Maglia Rosa erst am vorletzten Etappentag nach einem Solo über 40 Kilometer übernahm. Er nutzte dabei den Colle delle Finestre, um sich von den Spitzenreitern des Gesamtklassements zu lösen, und gewann die Italien-Rundfahrt schlussendlich mit einem Vorsprung von drei Minuten und 56 Sekunden. Platz zwei ging an den erst 21 Jahre alten Mexikaner Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG), der das Rosa Trikot auf elf Etappen getragen hatte und die Nachwuchswertung gewann. Gesamtdritter wurde der Ecuadorianer Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) mit einem Rückstand von vier Minuten und 43 Sekunden.

Die Punktewertung ging mit vier Etappensiegen an den Dänen Mads Pedersen (Lidl-Trek), während sich der Italiener Lorenzo Fortunato (XDS Astana Team) in der Bergwertung durchsetzte. Die Mannschaftswertung entschied das UAE Team Emirates-XRG für sich.

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer

Nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale waren die 18 UCI WorldTeams zum Start berechtigt und verpflichtet. Zudem qualifizierten sich automatisch die zwei in der UCI-Weltrangliste des Vorjahres bestplatzierten UCI ProTeams Lotto und Israel-Premier Tech. Da das belgische Lotto-Team auf ihr Startrecht verzichtete, konnte der Veranstalter drei Wildcards vergeben. Bereits im Februar setzten sich RCS und ASO für eine zusätzliche Wildcard ein, um einem weiteren UCI ProTeam den Zugang zu den Grand Tours zu ermöglichen. Dies wurde Ende März von der UCI gestattet, womit nun 23 Mannschaften an der 108. Austragung des Giro d’Italia teilnahmen. Die Wildcards erhielten die UCI Pro Teams Q36.5 Pro Cycling Team, Team Polti VisitMalta, Tudor Pro Cycling Team und VF Group-Bardiani CSF-Faizanè. Am 7. Mai 2025 – zwei Tage vor Beginn der Rundfahrt – wurden die Fahrer im Rahmen einer Teampräsentation auf dem Skanderbeg-Platz in Tirana vorgestellt.

Gesamtwertung Als Favorit auf den Gesamtsieg galt in erster Linie der Slowene Primož Roglič (Red Bull-Bora-hansgrohe), der den Giro d’Italia bereits im Jahr 2023 gewonnen hatte. Der inzwischen 35-jährige Slowene hatte sich im vergangenen Jahr seinen vierten Gesamtsieg bei der Vuelta a España gesichert und galt als einer der besten Grand-Tour-Fahrer der Gegenwart. Im Jahr 2025 bestritt er mit der Algarve-Rundfahrt und der Katalonien-Rundfahrt nur zwei Etappenrennen, wobei er letztere gewann und sich neben zwei Etappensiegen auch die Punkte- und Bergwertung sicherte. Bei der Italien-Rundfahrt erhielt Primož Roglič Unterstützung von Jai Hindley, der den Giro d’Italia im Jahr 2022 selbst gewonnen hatte. Weiters stand auch Daniel Felipe Martínez als wichtiger Helfer in den Bergen am Start.

Als größter Konkurrent von Primož Roglič galt das UAE Team Emirates-XRG, das mit Juan Ayuso und Adam Yates gleich zwei mögliche Gesamtsieger entsandte. Der erst 22-jährige Juan Ayuso startete im Jahr 2025 mit mehreren Eintagesrennen in die Saison, wobei er die Drôme Classic und Trofeo Laigueglia gewann. Im Anschluss sicherte er sich mit der Fernfahrt Tirreno–Adriatico ein Etappenrennen der UCI WorldTour, ehe er sich bei der Katalonien-Rundfahrt nur dem Slowenen Primož Roglič im bis dahin einzigen direkten Duell der Saison geschlagen geben musste. Er gewann jedoch vor dem Slowenen die Bergankunft von La Molina. Adam Yates hingegen hatte im Vorfeld der Italien-Rundfahrt nicht überzeugen können, wenngleich er zu Beginn der Saison die Tour of Oman gewann. Bei den nachfolgenden Rennen stellte er sich jedoch mehrfach in die Dienste seines jüngeren Teamkollegen. Mit Isaac Del Toro, Brandon McNulty, Jay Vine und Rafał Majka stellte das UAE Team Emirates-XRG zudem die wohl stärkste Mannschaft.

Mit Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und Egan Bernal (Ineos Grenadiers) standen zudem zwei weitere ehemalige Sieger des Giro d’Italia am Start der 108. Austragung. Beide hatten in der laufenden Saison jedoch noch keine großen Erfolge einfahren können, wobei letzterer nach seinem Comeback erstmals wieder ein Rennen gewann, als er sich im Straßenrennen und Einzelzeitfahren der kolumbianischen Meisterschaften durchsetzte. Mit Simon Yates stand zudem ein weiterer Grand-Tour-Sieger auf der vorläufigen Startliste. Der Brite hatte nach seinem Wechsel zum Team Visma-Lease a Bike jedoch noch kein nennenswertes Resultat einfahren können. Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer, die den Giro d’Italia in Angriff nahmen, waren: Mikel Landa (Soudal Quick-Step), Antonio Tiberi, Pello Bilbao (beide Bahrain Victorious), Giulio Ciccone (Lidl-Trek), David Gaudu (Groupama-FDJ), Einer Rubio (Movistar Team), Derek Gee (Israel-Premier Tech), Romain Bardet, Max Poole (beide Picnic PostNL), Thymen Arensman (Ineos Grenadiers), Michael Storer (Tudor), Lorenzo Fortunato (XDS Astana Team), Chris Harper, Lucas Plapp und Filippo Zana (beide Team Jayco AlUla). Ein weiterer bekannter Starter war der Brite Thomas Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team), der sein Debüt beim Giro d’Italia gab.

Punktewertung Im Kampf um die Punktewertung war in erster Linie Wout van Aert (Team Visma-Lease a Bike) zu nennen, der sein Debüt beim Giro d’Italia nach seinem Sturz im Frühjahr 2024 auf das Jahr 2025 verschieben hatte müssen. Der Belgier gewann bereits die Punktewertung der Tour de France und führte diese auch bei der letztjährigen Vuelta a España an, ehe er die Rundfahrt nach einem Sturz beenden musste. Im Vorfeld der Italien-Rundfahrt hatte Wout van Aert jedoch noch keinen Saisonsieg feiern können. Zudem befand sich mit seinem Teamkollegen Olav Kooij wohl einer der endschnellsten Fahrer in seiner Mannschaft. Ein weiterer bekannter Sprinter und Aspirant auf den Sieg in der Punktewertung war der Däne Mads Pedersen (Lidl-Trek), der bereits vier Saisonsiege feierte und Gent–Wevelgem gewann.

Weitere bekannte Sprinter der vorläufigen Startliste waren Sam Bennett (Decathlon AG2R La Mondiale Team), Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck), Paul Magnier (Soudal Quick-Step), Milan Fretin (Cofidis), Gerben Thijssen (Intermarché-Wanty), Matteo Moschetti (Q36.5 Pro Cycling Team), Casper van Uden (Team Picnic PostNL), Max Kanter (XDS Astana Team), Maikel Zijlaard (Tudor Pro Cyclin Team) und Corbin Strong (Israel-Premier Tech).

Weitere bekannte Fahrer und nicht-Starter In den beiden Einzelzeitfahren galt der erst 21-jährige Joshua Tarling (Ineos Grenadiers) als Mitfavorit. Nicht am Start der 108. Austragung standen der Vorjahressieger Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG), der sich in der Saison 2025 auf die Tour de France fokussierte. Auch Jonas Vingegaard (Team-Visma Lease a Bike) und Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) nahmen das Rennen nicht in Angriff.

Strecke Ursprünglich hätte die Präsentation der Streckenführung bereits am 12. November 2024 stattfinden sollen. Ende Oktober berichtete der Veranstalter RCS jedoch, dass diese auf unbestimmte Zeit verschoben worden war. Daraufhin wurden Spekulationen laut, die den Grund der Verschiebung in der politischen Dynamik zwischen Albanien und Italien sahen. Albanien galt als aussichtsreicher Austragungsort des Grande Partenza und wurde am 23. Dezember 2024 als Ausrichter der ersten drei Etappen bestätigt. Die komplette Vorstellung der Streckenführung erfolgte am 13. Januar 2025 in Rom. Insgesamt mussten die Fahrer 3443,3 Kilometer auf 21 Etappen absolvieren. Auf dem Programm standen sechs flache, acht hüglige und fünf Bergetappen, sowie zwei Einzelzeitfahren. Nur drei Etappen endeten mit einer Bergankunft. Die Rundfahrt umfasste drei Ruhetage, die nach den Etappen 3, 9 und 15 abgehalten wurden. Nach dem Auslandsstart in Albanien führte die Strecke auch kurz durch Slowenien, wobei der Großteil der Etappen auf italienischem Boden ausgetragen wurde. Hier wurden 16 der 20 Regionen durchfahren. Mit dem Ceraunischen Gebirge, dem Apennin und den Alpen führte die Rundfahrt durch drei Gebirge. Das „Dach der Tour“ bildete der Colle delle Finestre mit einer Höhe von 2178 Metern Seehöhe.

Etappenliste Die folgende Tabelle zeigt die Etappen mit Datum, Start- und Zielort, Kategorisierung und Etappenlänge. Außerdem sind der Etappensieger und der jeweils Führende in der Gesamtwertung nach der Etappe angegeben. In der ersten Spalte sind die Einzelartikel zu jeder Etappe mit detaillierten Angaben zu Platzierung und Rennverlauf angegeben.

Auslandstart in Albanien mini|Tirana diente als Zielort der ersten beiden Etappe des Grande Partenza Zum ersten Mal seit dem Jahr 2022 wurde der Giro d’Italia wieder im Ausland gestartet. Nach San Marino, Monaco, Belgien, Vatikanstadt, Griechenland, Frankreich, Niederlande, Dänemark, Nordirland, Israel und zuletzt Ungarn erfolgte der Grande Partenza erstmals in Albanien. Der Balkanstaat trug die ersten drei Etappen der Grand Tour aus, ehe die Rundfahrt nach einem Ruhetag auf dem italienischen Festland fortgesetzt wurde.

Die 1. Etappe führte von der Hafenstaat Durrës in die albanische Hauptstadt Tirana, wo der Zielstrich am Ende eines hügligen Rundkurses erreicht wurde, der aus der Stadt nach Shkoza am Dajti führte und zweimal befahren werden musste. Die 2. Etappe wurde im Rahmen eines 13,7 Kilometer langen Einzelzeitfahrens ausgetragen, das beim Skanderbeg-Platz gestartet wurde, vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt führte und auf dem Bulevardi Dëshmorët e Kombit bei der Pyramide von Tirana endete. Start und Zielort der 3. Etappe war die südlichere Stadt Vlora. Von der Hafenstadt aus ging es ins Ceraunische Gebirge, wo nach zwei kleineren Pässen der 1030 Meter hohe Llogara-Pass überquert werden musste. Dieser wurde jedoch als letzte Schwierigkeit des Tages bereits 40 Kilometer vor dem Ziel passiert.

Erste Woche: Von Süditalien zu den Schotterstraßen der Toskana mini|Die Piazza del Campo in Siena diente als Zielort der 9. Etappe, die über fünf Schotter-Sektoren führte Nach dem ersten Ruhetag wurde die Rundfahrt am 13. Mai im italienischen Alberobello fortgesetzt. Auf flachen Straßen führte die Strecke nach Lecce, das den südlichsten Punkt der 108. Austragung darstellte. Tags drauf ging es von Ceglie Messapica nach Matera, wo im Finale mehrere kurze Anstiege befahren werden mussten. Dennoch galt ebenso wie auf der 6. Etappe, die in Neapel endete, ein Massensprint als wahrscheinlich. Auf der 7. Etappe führte die Rundfahrt in die Anstiege des Apennins, wo die erste Bergankunft bei Tagliacozzo in dem kleinen Bergdorf Marsia (1425 m) stattfand. Der 12,6 Kilometer lange Schlussanstieg stieg dabei im Schnitt mit 5,4 % an, wobei im oberen Bereich maximale Steigungsprozente von bis zu 14 % erreicht wurden. Auf dem nachfolgenden Abschnitt mussten gleich vier kategorisierte Anstiege überquert werden, ehe es auf hügligem Terrain nach Castelraimondo ging. Zum Abschluss der ersten Woche wurden auf der 9. Etappe fünf Schotter-Abschnitte befahren, die aus dem Eintagesrennen Strade Bianche bekannt sind. Insgesamt mussten 29,5 Kilometer auf unbefestigten Straßen absolviert werden, ehe es zum Zielort Siena ging. Mit dem Colle Pinzuto wurde der letzte Sektor 14 Kilometer vor dem Ziel verlassen, das sich am Ende eines kurzen steilen Anstiegs auf der Piazza del Campo befand.

Zweite Woche: Von der Toskana in die Alpen mini|Das Ziel der 14. Etappe befand sich am Ende eines kurzen Anstiegs bei der Basilika Santa Maria di Monte Berico