Rappetenreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Grafengehaig im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Der Ort liegt in der Gemarkung Rappetenreuth.
Geografie Das Dorf besteht aus vier Siedlungen, die an der Kreisstraße KU 13 liegen. Die südlichste Siedlung ist von der nördlichsten 1,3 km entfernt. Im Norden schließt sich der Weiler Rappetenreuth (Helmbrechts) an, im Süden eine namenlose aus zwei Wohngebäuden bestehende Einöde in der Gemarkung Wüstenselbitz. Beide Siedlungen liegen östlich des Kleinen Rehbachs. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt von der südlichen Siedlung nach Horbach (0,7 km westlich).
Geschichte Rappetenreuth bildete mit Zegast eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Rappetenreuth aus 13 Anwesen (8 Halbhöfe, 4 Tropfhäuser, 1 Mühle). Das Hochgericht übte das Burggericht Guttenberg aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Marktschorgast auszuliefern. Alleiniger Grundherr war das Burggericht Guttenberg.
1810 kam Rappetenreuth zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Eppenreuth zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Rappetenreuth, zu der Zegast gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. Von 1819 bis 1848 übernahm das Herrschaftsgericht Guttenberg weitestgehend die Befugnisse, die das Landgericht hatte. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und 1853 an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Rappetenreuth zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,424 km². Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Rappetenreuth in Grafengehaig eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Rappetenreuth Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 102 130 121 137 133 141 158 158 155 160 146 139 133 128 108 104 99 83 80 111 95 90 92 96HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 16 18 16 16 16 17 20 Quelle
Ort Rappetenreuth Jahr 1802 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 45 102 109 123 139 110 81 82 83 82 54Häuser 20 15 16 14 14 15 18 18Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 426.
Religion Rappetenreuth ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Zum Heiligen Geist (Grafengehaig), die Katholiken waren ursprünglich nach Mariä Heimsuchung in Marienweiher gepfarrt. und kamen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Kuratie St. Josef (Hohenberg).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Grafengehaig) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971