mini|Steve Witkoff (2025) Steven Charles „Steve“ Witkoff (* 15. März 1957) ist ein US-amerikanischer Anwalt und Immobilieninvestor. Seit Ende 2024 ist er Sonderbeauftragter von US-Präsident Donald Trump mit einem Aufgabenbereich, der neben dem Nahen Osten und dem Krieg in Israel und Gaza seit 2023 Verhandlungen mit Russland im Russisch-Ukrainischen Krieg und die Atomgespräche mit dem Iran umfasst.
Herkunft, frühes Leben und Tätigkeit in der Immobilienwirtschaft Steve Witkoff wurde in einer jüdischen Familie in der Bronx in New York City geboren und wuchs auf Long Island auf. Sein Großvater und seine Großmutter väterlicherseits waren beide im Russischen Kaiserreich, heute Polen bzw. Belarus (vgl. Teilungen Polens), geboren wordenDavid T. Witkoff (1892 - 1970). Abgerufen am 12. April 2025.Rose Mildred Witkoff (Pomerantz) (1901 - 1996). Abgerufen am 12. April 2025. und von dort in die USA emigriert.Paid Notice: Deaths – Witkoff, Martin. In: NYTimes.com, 14. Juli 2005 (englisch). Sein Vater war Textilfabrikant und seine Mutter Innenarchitektin.
Witkoff absolvierte ein Politikstudium am Union College in Schenectady. Später wechselte er an die Hofstra-Universität, wo er 1983 die Law School abschloss. In die Immobilienbranche kam er über seine Schwester, die ihm die Anwaltskanzlei empfahl, die für ihren Arbeitgeber, die Immobilienfirma Integrated Resources Inc., tätig war. Danach begann er bei der auf Immobilien spezialisierten Anwaltsfirma Dreyer & Traub zu arbeiten, wobei er auch Donald Trump kennenlernte. Ebenfalls dort lernte er Laurence (Larry) Gluck kennen, mit dem er später die Immobilienfirma Stellar Management (Stellar ist ein Wortspiel der beiden Vornamen Steve und Larry) gründete. Sie kauften mehrere Mietshäuser in New York. 1997 trennten sich Gluck und Witkoff, weil sie sich unterschiedlich spezialisierten, Gluck auf Apartmenthäuser und Witkoff auf Bürogebäude.
Nachdem er den Anwaltsberuf aufgegeben hatte, gründete Witkoff 1997 die Immobilienfirma Witkoff Group, mit der er heute an mehreren bekannten Gebäuden beteiligt ist. Über die Witkoff Group war er an der Entwicklung der Gebäude Daily News Building, Woolworth Building, The Greenwich by Rafael Viñoly oder 20 Times Square beteiligt. Er ließ sich bei seinen Projekten oft auf Partnerschaften mit anderen Immobilienentwicklern ein. 2013 konnte Witkoff zusammen mit dem malaysischen Investor Jho Low und dem Abu Dhabi Investment Fund das Park Lane Hotel am Central Park übernehmen. Als das Park Lane Hotel aber Ziel der Ermittlungen im Zusammenhang mit dem 1Malaysia Development Berhad (1MDB) wurde, kam das Hotel unter Aufsicht der US-Bundesbehörden und der Anteil von Jho Low wurde eingezogen. Als die US-Regierung durchblicken ließ, dass sie das Park Lane Hotel ganz übernehmen wolle, erhöhte der Abu Dhabi Investment Fund seinen Anteil am Hotel, um dieses Vorhaben zu verhindern. 2023 übernahm die Qatar Holding den Anteil von Steve Witkoff am Park Lane Hotel.
Politische Laufbahn Seine persönliche Beziehung zu Trump geht auf eine Begegnung im Jahr 1986 zurück, als Witkoff, damals Anwalt einer Kanzlei, die Immobiliengeschäfte der Trump-Familie betreute, Trump in einem New Yorker Sandwichladen traf. Er hatte Trump, der kein Geld dabei hatte, bei dieser Gelegenheit ein Käse-Schinken-Sandwich spendiert,Steve Witkoff bevor sich beide Jahre später erneut begegneten. Viele Beobachter beschreiben Witkoff seitdem als eine der einflussreichsten Figuren im Umfeld des Präsidenten und bezeichnen ihn teilweise als „zweitwichtigsten Mann“ in der US-Regierung. Robert O’Brien, Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater, charakterisierte ihn gegenüber dem Portal Semafor als „praktisch Trumps besten Freund“ und betonte, dass Witkoff bei ausländischen Regierungen eine besondere Legitimität genieße, weil er erkennbar im Namen Trumps spreche. Bereits in Trumps erster Amtszeit stand Witkoff seinem Freund nach Medienberichten beratend zur Seite, bevor er später ein offizielles Regierungsamt übernahm.
Den Wahlkampf des Republikaners Donald Trump für die Präsidentschaft 2020 unterstützte Witkoff mit 2 Millionen US-Dollar. Während des Wahlkampfes zur US-Präsidentschaft 2024 unterstützte er wieder Trump, mit dem ihn auch ein gemeinsames Interesse für das Golfspielen verbindet. Er spendete dabei nicht nur selber Geld, sondern knüpfte auch Beziehungen zu finanzstarken jüdischen Spendern und bemühte sich um die Verbesserung der Beziehungen zwischen Trump und dem republikanischen Gouverneur von Georgia Brian Kemp. Witkoff soll mit Trump auch Golf gespielt haben, als im September 2024 ein Mann ein Attentat auf Donald Trump verüben wollte. Witkoff spendete aber auch für Ron DeSantis, den parteiinternen Rivalen von Donald Trump. Er war ein Zeuge der Verteidigung von Donald Trump im Prozess, in dem Trump wegen Veruntreuung angeklagt war. Weiter traten Steve Witkoff und sein Sohn beim Republikanischen Parteitag 2024 auf und warben dabei für Trump. In seiner Rede hob Witkoff nach eigenen Angaben besonders Trumps „menschliche Seite“ hervor, die in den Medien zu kurz komme, und war anschließend an der Planung der Einweihungsfeier für dessen zweite Amtszeit beteiligt.
Sondergesandter für den Nahen Osten Im November 2024 wurde Steve Witkoff von Donald Trump zum Sondergesandten für den Nahen Osten berufen. Die Trump-Regierung bezeichnete seine Aufgabe später als Sondergesandten für Friedensmissionen und räumte ihm dabei nach Medienberichten große Eigenständigkeit ein. Zunächst beschränkte sich sein Mandat auf den Nahen Osten, wurde in der Folgezeit aber auf weitere Konfliktregionen ausgeweitet. Witkoffs Eigenschaften und Erfahrungen aus der Baubranche gelten Beobachtern zufolge als Vorteil in Verhandlungen; der New Yorker Immobilienmakler Bob Knakal, der seit mehr als drei Jahrzehnten mit ihm zusammenarbeitet, beschreibt ihn als sehr aufmerksamen Zuhörer, der gezielte Fragen stelle und Kompromisse suche, um einen Konsens zu ermöglichen. Nach Einschätzung Knakals gelingt es Witkoff, Verhandlungspartner zu führen, ohne dass sich jemand unter Druck gesetzt fühlt.
Im Januar 2025 reiste er nach Israel, um sich für den Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens zwischen der Hamas und Israel einzusetzen. Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump einigten sich Israel und die Hamas auf ein mehrwöchiges Waffenstillstandsabkommen. Zu der Vereinbarung gehörte nach Presseberichten neben dem Waffenstillstand auch die Freilassung von 33 Geiseln aus Gaza im Austausch gegen mehr als 2.000 palästinensische Inhaftierte aus israelischen Gefängnissen. Nach dem Ablauf der sechswöchigen ersten Phase des Waffenstillstandes bot die Hamas die Freilassung der letzten US-amerikanischen Geisel an, was Witkoff allerdings ablehnte, da die Hamas unangemessene Forderungen gestellt haben soll. Im Oktober 2025 präsentierte Witkoff zudem einen 20-Punkte-Plan, der eine längerfristige Friedensordnung zwischen Israel und der Hamas schaffen sollte.
Im September 2025 wurden durch einen Investigativreport der New York Times die wirtschaftspolitischen und persönlichen Verquickungen zwischen der Trump-Familie und Steve Witkoff einerseits und den Vereinigten Arabischen Emiraten andererseits bekannt. Es ging um einen Zwei-Milliarden-Dollar-Deal, den der Nahost-Gesandte von Präsident Trump und Scheich Tahnoun bin Zayed Al Nahyan „als Geschäftspartner abgeschlossen haben“ und der „den US-Präsidenten und seine engste Umgebung bereichern“ sollte. „Die Vereinbarung zwischen Witkoff und Scheich Tahnoon ermöglichte den Emirates den Zugriff auf die fortschrittlichsten, in den USA entwickelten A.I.-Chips“.
Verhandlungen im Russisch-Ukrainischen Krieg Neben der Nahostpolitik gilt der Russisch-Ukrainische Krieg inzwischen als wichtigste Aufgabe seines Mandats; Witkoff traf sich 2025 mindestens fünfmal persönlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Witkoff war Anfang 2025 Teil der Verhandlungen über die Freilassung des seit 2021 in Russland inhaftierten US-Bürgers Marc Fogel im Austausch gegen den in den USA verurteilten Geldwäscher Alexander Vinnik. Er nahm weiter an den Russisch-Amerikanischen Gesprächen im Hinblick auf einen Waffenstillstand im Russisch-Ukrainischen Krieg teil und übernimmt seitdem die bedeutende Rolle als Sondergesandter zwischen den USA und Russland.
Die NZZ nannte Witkoff «Putins treuherzigen Freund».Putins treuherziger Freund: Steve Witkoff vermittelt mit fragwürdigen Folgen Sie bezog sich damit auf Witkoffs Aussage, er habe eine Freundschaft mit Putin aufgebaut. „I spent a lot of time with Putin. Talking and developing a friendship and relationship with him…“.Trump envoy Steve Witkoff says he has developed a „friendship“ with Putin.
In einem Interview mit CNN behauptete Witkoff im Februar 2025, der Krieg sei provoziert worden und das nicht unbedingt von Russland. Gespräche über einen NATO-Beitritt der Ukraine wären zu einer Gefahr für Russland geworden.cnn.com: Top Trump negotiator 'optimistic' they will 'get something done rather quickly' on Ukraine (13 min Video)
Im März 2025 erklärte er in einem Interview mit Bloomberg TV, dass er davon überzeugt sei, dass Putin bezüglich eines geplanten Waffenstillstands handle und die Trump-Regierung nicht täuschen werde. Er sprach sich für eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA aus, um unter anderem zu verhindern, dass Russland seine Rohstoffe weiterhin günstig an China verkauft. Seiner Meinung nach kann eine engere Kooperation mit Russland machen.
Im selben Monat behauptete er bei einem Interview mit Tucker Carlson, dass Russland „fünf Regionen in der Ukraine zurückerobert“ habe und die in den besetzten Gebieten lebenden, „russischsprachigen“ Ukrainer wollten unter russischer Herrschaft leben. Über Wladimir Putin sagte Witkoff, er .
In einem Interview mit dem Journalisten Tucker Carlson hielt es Witkoff auch für notwendig zu bedenken, dass in den von Russland annektierten Gebieten der Ukraine Referenden stattgefunden haben, bei welchen sich die Mehrheit des Volkes gegen den weiteren Verbleib in der Ukraine ausgesprochen hat. Ein Friedensdeal im April 2025 bedürfe nur noch der Feinjustierung, behauptete Lawrow beim vierten Besuch Witkoffs in Moskau.«Die Krim wird bei Russland bleiben» Experten bezweifeln, dass Witkoffs eher auf persönliche Beziehungen und wirtschaftliche Anreize setzender Verhandlungsstil bei Putin Wirkung zeigt; dem russischen Präsidenten gehe es nach dieser Einschätzung vor allem darum, Russland als starke Großmacht zu etablieren und das Vermächtnis der Sowjetunion fortzuführen. Witkoff selbst räumte im März 2025 ein, er habe die Schwierigkeiten seiner Aufgabe „definitiv unterschätzt“.
Anfang August 2025 traf Witkoff zum fünften Mal seit Beginn des Jahres in Moskau zu Verhandlungen ein. Er verhandelte bei seinen Besuchen unter anderem direkt mit dem russischen Staatspräsidenten. Witkoff nahm bei Gesprächen mehrfach Übersetzer der russischen Regierung in Anspruch.Trump envoy relied on Kremlin interpreter in meetings with Putin to end war in Ukraine Damit ist ein Debriefing des Gesprächs unmöglich. EU-Beamte waren über Witkoffs mangelndes Verständnis entsetzt. Einer sagte zu Politico, man zweifle, dass Witkoff überhaupt in der Lage sei, Nachrichten zwischen Moskau und Washington zuverlässig und präzise zu übermitteln.The West’s new arms race: Selling peace to buy war