mini|Alte Zuckerfabrik, 2024 mini|Blick von Nordwesten mini|Schornstein, 2010 Die Zuckerfabrik Desbassayns () ist die denkmalgeschützte Ruine einer Zuckerfabrik in der Gemeinde Saint-Paul auf der im Indischen Ozean gelegenen französischen Insel Réunion.
Lage Die Zuckerfabrik befindet sich im westlichen Teil der Insel in Villèle nahe bei Saint-Gilles-les-Hauts im südlichen Teil des Geländes des Musée de Villèle.
Architektur und Geschichte 1824L’usine sucrière auf www.musee-villele.er (französisch) veranlasste die Eigentümerin der angrenzenden Plantage, Ombline Desbassayns, den Bau der Zuckerfabrik, die einen Modellcharakter haben sollte und moderne Herstellungsprozesse berücksichtigte. Die Plantage wurde zu einem erheblichen Anteil auf Zuckerrohr umgestellt. Beraten wurde sie dabei von ihren Söhnen Joseph (1780–1850) und Charles (1782–1863) sowie in den 1830er Jahren von dem Ingenieur Joseph-Martial Wetzell (1793–1857)L’économie de plantation : l’usine Desbassayns, une usine modèle ? auf www.portail-esclavage-reunion.fr (französisch). 1827 war die Fabrik fertiggestellt und verfügte über einen Dampfkessel und Maschinen, die aus England, vor allem aus Liverpool importiert worden waren. Auf den Resten einer der Maschinen ist noch heute als Hersteller Fawcett & Cie zu erkennen. In der Nähe der Fabrik befand sich das von den Sklaven bewohnte Dorf mit seinen Strohhütten. Die Sklaverei wurde 1848 abgeschafft.
Nach dem Tod der Gründerin übernahm ihr Sohn Julien, später ihr Sohn Charles André Panon-Desbassayns die Fabrik, 1855 dann ihr Neffe Henri Frédéric de Villèle. Sein Enkel Frédéric de Villèle war schließlich der letzte Eigentümer.
Die Fabrik war bis 1918 in Betrieb und wurde in dieser Zeit fortlaufend umgebaut und auch erweitert. Der noch heute bestehende Schornstein wurde 1888 errichtet. 1918 wurde sie zugunsten der Zuckerfabrik in L’Éperon geschlossen und schließlich 1920 ganz aufgegeben.LE MUSÉE HISTORIQUE DE VILLÈLE ET SON USINE SUCRIÈRE (SAINT-PAUL, LA RÉUNION) auf www.inrap.fr (französisch) Ein größerer Teil der Fabrikeinrichtungen wurde demontiert und in die Fabrik in L’Éperon gebracht.L’usine sucrière auf www.musee-villele.er (französisch) Nachdem die Fabrik bereits mehrere Jahre stillgelegt war, wurde sie 1932 durch einen Zyklon zum Teil zerstört. Dabei wurde auch der obere Teil des Schornsteins beschädigt. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht, so dass sich das Areal noch heute als Ruine präsentiert.
Am Objekt lassen sich die verschiedenen Produktionsprozesse, wie das Zerkleinern des Zuckerrohrs, das Kochen des Zuckerrohrsaftes bis hin zur Kristallisation des Zuckers ablesen. Le Patrimoine de La Réunion. Herausgeber Fondation Clément, Éditions Hervé Chopin, Bordeaux 2023, ISBN 978-2-35720-352-5, Seite 458 Die Ruine gehört heute zum Areal des Museums.
2019 wurde die Ruine als Monument historique ausgewiesen.
Literatur Le Patrimoine de La Réunion. Herausgeber Fondation Clément, Éditions Hervé Chopin, Bordeaux 2023, ISBN 978-2-35720-352-5, Seite 458.
Einzelnachweise
Kategorie:Saint-Paul (Réunion) Kategorie:Unternehmensgründung 1824 Kategorie:Erbaut in den 1820er Jahren Kategorie:Monument historique seit 2019 Kategorie:Geschichte (Réunion) Kategorie:Wirtschaft (Réunion) Kategorie:Monument historique (Industriedenkmal)