Die Heimatschutzdivision (HSchDiv) ist eine teilaktive Division des Heeres der Bundeswehr, die die Kräfte des Heimatschutzes bündelt. Sie ist truppendienstlich dem Kommando Heer unterstellt.

Auftrag Auftrag der Heimatschutzdivision und der Heimatschutzkräfte ist der Schutz Deutschlands sowie die Unterstützung ziviler Behörden und die Sicherung kritischer Infrastruktur. Operationsraum der Heimatschutzkräfte ist im Gegensatz zum Feldheer auch im Verteidigungsfall ausschließlich das deutsche Staatsgebiet.

Weitere Aufgaben sind Schutz- und Sicherungsaufgaben sowie der Objektschutz im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung, Unterstützung beim Host Nation Support befreundeter Streitkräfte, Aufmarschunterstützung für NATO-Kräfte, Erhalt der inneren Sicherheit in Kooperation mit Polizei und Katastrophenschutz sowie in der Unterstützung des zivilen Katastrophenschutzes bei schweren Naturkatastrophen oder Unglücksfällen.

Reservisten können auf freiwilliger Basis in den Heimatschutzkräften eingesetzt oder beordert werden. Auch Personen ohne vorherigen Wehrdienst haben die Möglichkeit, eine modulare Grundausbildung zu absolvieren und anschließend im Heimatschutz mitzuwirken. Der Aufwuchs wird durch eine für den Einsatz notwendige Ausbildung und Ausstattung lagegerecht begleitet. Regional zugeordnete Patentruppenteile unterstützen die Heimatschutzkräfte. Die Organisationsstrukturen berücksichtigen regionale Gegebenheiten und vorhandene personelle Potenziale. Sie können bei Bedarf flexibel angepasst werden.

Gliederung Die Heimatschutzdivision ist direkt dem Kommando Heer unterstellt. Die Heimatschutzdivision gliedert sich in sechs teilaktive Heimatschutzregimenter. Alle Heimatschutzkompanien, die vor der Aufstellung der Heimatschutzdivision den jeweiligen Landeskommandos unterstellt waren, wurden jeweils einem Heimatschutzregiment zugeordnet.

Ein Heimatschutzregiment besteht jeweils aus einer Stabs- und Versorgungskompanie (Stabs-/VersKp; 1. Kompanie), einer Unterstützungskompanie (UstgKp; 2. Kompanie), einer Ausbildungskompanie (AusbKp; 3. Kompanie) und mehreren Heimatschutzkompanien, die zusätzlich eine regionale Bezeichnung tragen (z. B. 14./HSchRgt 1 „Schwäbische Alb“).

Personalumfang Jedes der sechs Heimatschutzregimenter besteht aus acht bis 15 Kompanien mit insgesamt etwa 800 bis 1100 Soldaten, was einer Bataillonsstärke entspricht. Die Heimatschutzdivision soll eine Stärke von 6000 Soldaten erreichen, was einer verstärkten Heeresbrigade entspricht. Die Bezeichnung als Regiment folgt organisatorischen Gründen und bezeichnet in der aktuellen Struktur nicht mehr einen Verband in Regimentsstärke, sondern eine Führungsebene zwischen Brigade und Kompanie (siehe auch Truppenteil).

Ab 1. Oktober 2026 werden zwischen Regiments- und Kompanieebene erste Heimatschutzbataillone aufgestellt. Heimatschutzregimenter früherer Heeresstrukturen zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren bestanden ebenfalls aus mehreren unterstellten Heimatschutzbataillonen und hatten eine Stärke von 2800 bis 3200 Soldaten.

Standorte Aufgrund der Aufstellung von Heimatschutzbataillonen zwischen Regiments- und Kompanieebene sind die Unterstellungsverhältnisse teilweise noch unbekannt. Weitere aktive Bataillonskompanien im Rahmen des Neuen Wehrdienstes folgen. 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Geschichte Die Aufstellung der Heimatschutzdivision wurde im November 2024 erstmals öffentlich und im Januar 2025 offiziell verkündet. Die Division wurde am 14. März 2025 als teilaktive Division in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin aufgestellt. Sie ist neben der Division Schnelle Kräfte, der 1. Panzerdivision und der 10. Panzerdivision die vierte Division im deutschen Heer. Bereits zum 13. Dezember 2024 wurde ein Aufstellungsstab, am 1. Januar 2025 der Stab der Heimatschutzdivision in Dienst gestellt. Erster Kommandeur der Heimatschutzdivision wurde der bisherige stellvertretenden Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr Generalmajor Andreas Henne.

Seit 1. April 2025 sind alle bestehenden Heimatschutzregimenter und Heimatschutzkompanien der Heimatschutzdivision unterstellt. Geplant ist mittelfristig die Aufstellung von bis zu zwölf Heimatschutzregimentern.

Am 19. März 2026 verlieh der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner das Fahnenband des Landes Berlin an die Heimatschutzdivision. Grund war unter anderem die Unterstützung während eines mehrtägigen und flächendeckenden Stromausfalls in Folge des Brandanschlags auf das Berliner Stromnetz am 3. Januar 2026.

Im August 2026 wurde erstmals über die Aufstellung von einer weiteren Organisationsebene zwischen Heimatschutzregimentern und -kompanien berichtet. Das Heimatschutzbataillon 112, das die vier baden-württembergischen Heimatschutzkompanien führen soll, soll zum 1. Oktober 2026 in der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen aufgestellt werden. Die Aufstellung vier weiterer Heimatschutzbataillone wurde am 3. September 2026 vom Bundesministerium der Verteidigung verkündet. Ebenfalls zum 1. Oktober 2026 sollen in Münster (HSchBtl 121) und in Trollenhagen (HSchBtl 141) Heimatschutzbataillone aufgestellt werden. Leipzig (HSchBtl 133) soll zum 1. April 2027, Merzig (HSchBtl 132) nach Fertigstellung der notwendigen Infrastruktur folgen.

Kommandeure + Name von bis Anmerkungen Zuvor stellvertretender Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr

Weblinks

Einzelnachweise

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