mini|Illustration mini|Holzige Wirtswurzeln die früher wegen den faltigen Ansatzstellen (Rosen) gesammelt wurden Dactylanthus taylorii, in der Māori-Sprache als „“ („Blume der Unterwelt“) bekannt, wird auf Deutsch als Hadesblume bezeichnet, ist eine Pflanzenart in der Familie der Balanophoraceae. Es ist die einzige Art der Gattung Dactylanthus.
Diese seltene Pflanze ist vor allem auf der Nordinsel und auf Little Barrier Island Neuseelands anzutreffen, insbesondere in den feuchten, subtropischen Wäldern und Gebirgsregionen. Sie parasitiert auf den Wurzeln von Bäumen wie Totara und Rimu und bevorzugt abgelegene, wenig gestörte Gebiete. Die Hadesblume kommt vor allem in den südlicheren und zentralen Teilen der Nordinsel vor, etwa im Tongariro-Nationalpark und in der Region Whanganui, während sie heute auf der Südinsel nicht mehr vorkommt, kam sie früher hier auch nur in wenigen isolierten Gebieten vor. Aufgrund ihres spezifischen Lebensraums ist die Pflanze stark bedroht, da Habitatverlust und andere ökologische Veränderungen ihre Bestände gefährden.Dactylanthus bei Department of Conservation, Neuseeland, abgerufen am 11. Januar 2025.
Beschreibung Dactylanthus taylorii ist ein Holoparasit der auf Wurzel parasitiert und kein Chlorophyll besitzt. Das fleischige, warzige und papillöse, kugelige Rhizom, knapp unter oder teils an der Erdobläche, ist geschwollen und kann einen Durchmesser bis zu 60 Zentimeter erreichen. Die kurzen, bis zu 30 Zentimeter langen, unverzweigten Sprossen sind dicht mit bräunlichen, kahlen Schuppenblätter bedeckt. Sie erscheinen zu mehreren bis vielen auf dem Rhizom.
Dactylanthus taylorii ist meistens zweihäusig diözisch. Es werden kleine, endständige und vielblütige bzw. vielkolbige Blütenköpfe gebildet die von einer schuppigen, gelben, roten, rosa, cremefarbenen oder meist bräunlichen Hülle begleitet sind. Die vielen, sehr kleinen Blüten (an den aufrechten, bis 3 Zentimeter langen „Spadices“, Kolben) duften stark.John D. Altringham: Bats. Second Edition, Oxford Univ. Press, 2011, ISBN 978-0-19-920711-4, S. 235. Der Duft erinnert an Melonen, jedoch wenn die Blüten langsam abwelken wird er unangenehm.T. F. Cheesman, W. B. Hemsley: Illustrations of the New Zealand Flora. Band II, MacKay, 1914, S. 233, online auf biodiversitylibrary.org. Die gestielten bis fast sitzenden, gelblichen männlichen Blüten besitzen ein winziges, bis vierteiliges Perianth oder keines und meist ein oder zwei fast sitzende, kurze Staubblätter. Die gestielten bis fast sitzenden, rötlichen bis schwärzlichen weiblichen Blüten mit zweiteiliger Blütenhülle, mit manchmal einem kleinen Anhängsel, besitzen einen unterständigen, zweikammerigen Fruchtknoten mit langem Griffel und länglicher Narbe. Auch sind männliche Pflanzen viel häufiger. Die weiblichen Kolben sind dichter mit Blüten besetzt als männlichen.
Es werden kleine und einsamige, eiförmige bis ellipsoide Steinfrüchte mit einer dünnen, fleischigen Hülle (Exocarp), die dann eintrocknet und später oft abfällt, gebildet. Die etwa 1,5 Millimeter langen Steinkerne (Pyrene, Endocarp) unter der Hülle werden dunkelbraun bis rötlich. Die Samen können auch ohne Wirtspflanze keimen.Sebastian Holzapfel: Studies of the New Zealand Root-Parasite Dactylanthus taylorii (Balanophoraceae). In: Englera. Nr. 22, 2001, , ISBN 978-3-921800-47-8.
Dactylanthus taylorii wird von Fledermäusen bestäubt, aber nur von Mystacina tuberculata.Gerald Kerth: Heimlich, still und leise. Herbig, 2016, ISBN 978-3-7766-8250-2, Kapitel 2. Allerdings könnten früher auch noch andere Tiere (der Kakapo) dafür in Frage gekommen sein.Jamie R Wood et al.: A lost link between a flightless parrot and a parasitic plant and the potential role of coprolites in conservation paleobiology. In: Conserv Biol. 26(6), 2012, S. 1091–9, doi:10.1111/j.1523-1739.2012.01931.xFlightless parrots, burrowing bats helped parasitic Hades flower auf phys.org, 2. Oktober 2012. Die Blüten werden vom invasiven Fuchskusu einem Possum gefressen, er gefährdet so die Pflanze und ebenfalls die bestäubende Fledermausart.Gill Williams: 100 Alien Invaders. Brandt, 2011, ISBN 978-1-84162-359-7, S. 58. Auch Ratten und Schweine beschädigen die Blüten.The Flower of Hades - A remarkable root parasite. bei Taranaki Flora. Auch wurden und werden die holzigen Wirtswurzeln (Wood rose), mit den scheibenförmigen, faltigen Ansatzstellen (Rosen) von Dactylanthus taylorii, gesammelt, dann stirbt die ganze Pflanze ab, dieses ist nun verboten.
Parasitärer Lebensstil Dactylanthus taylorii ist nicht auf Photosynthese angewiesen, sondern ernährt sich durch Parasitismus, indem sie Nährstoffe von den Wurzeln ihrer Wirtsbäume bezieht. Sie produziert dazu Squalen, eine Verbindung, die normalerweise mit Tieren wie Haien und anderen Pflanzen wie Olivenbäumen in Verbindung gebracht wird. Ungewöhnlich ist dabei weniger die Tatsache, dass sie Squalen produziert, sondern wie sie diese Verbindung für ihr Überleben in ihrem einzigartigen ökologischen Lebensraum nutzt.C. E. Ecroyd et al.: Volatile constituents of Dactylanthus taylorii flower nectar in relation to flower pollination and browsing by animals. In: Phytochemistry. Band 40, Nr. 5, 1995, S. 1387–1389, doi:10.1016/0031-9422(95)00403-T.
Weblinks
Dactylanthus taylorii bei New Zealand Plant Conservation Network. Flower of Heads bei New Zealand Geographic, abgerufen am 11. Januar 2025. Dactylanthus taylorii bei Phil Bendle Collection. Dactylanthus taylorii bei Native New Zealand Plants – The University of Auckland (Detailbilder).
Einzelnachweise
Kategorie:Sandelholzartige Kategorie:Santalales Kategorie:Pflanzenparasit