mini|Gertrud Callam (Fotografie von Minya Diéz-Dührkoop, vermutlich in Hamburg vor 1929) GertrudGertrud Clara Johanna Heinig. Eintrag im Geburtsregister der Standesamtes Berlin XII vom 3. November 1891. Geburtsregister-Nr. 4917. Abgerufen bei Ancestry.com am 11. Januar 2025.Im Großen Sängerlexikon (siehe Literatur) und im Deutschen Theater-Lexikon (siehe Literatur) wird Callams Vorname mit Gertrude angegeben. Clara Johanna Callam, geb. Heinig (* 25. Oktober 1891 in Berlin; † 19. Mai 1980 in Berlin), war eine deutsche Opernsängerin (Koloratursopran).
Leben mini|Gertrud Callam 1927 auf einer Fotografie von Eduard Birlo Gertrud Callam erhielt ihre Ausbildung ab 1910 unter Felix Dahn (1873–?) an der Opernschule des Klindworth-Scharwenka-Konservatoriums in Berlin,Prospekte und Jahresberichte des Konservatoriums für Musik Klindworth-Scharwenka wo sie im Januar 1912 bei einem Konzert mit Arien des Cherubino (Figaros Hochzeit) und der Nuri (Tiefland) auftrat.Opernschule. Konzertkritik. In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung vom 30. Januar 1912, Seite 2. Zudem nahm sie Stunden bei Gesangspädagogin Josefine Strakosch (1870–1940).Josefine Strakosch. In: Personenstandsregister Sterberegister, Landesarchiv Berlin. Abgerufen bei Ancestry.com am 14. Januar 2025. Im Juni 1913 sang sie im Rahmen eines Opernabends des Klindworth-Scharwenka-Konservatoriums im Theater des Westens in Berlin die Rolle der Mimì im 1. Akt der Oper La Bohème, wo sie „sowohl durch die Anmut ihrer Erscheinung wie durch die poetische Auffassung ihrer Partie gefiel.“Eine Aufführung des Klindworth-Scharwenka-Konservatoriums. Aufführungskritik. In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung vom 4. Juni 1913, Seite 2.Opernaufführung des Klindworth-Scharwenka-Konservatoriums. Aufführungskritik. In: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 7. Juni 1913, Seite 4. Im Juni 1914 wirkte sie im Theater des Westens in einer Studierendenaufführung des Klindworth-Scharwenka-Konservatoriums als Frasquita im 2. Akt der Oper Carmen mit,Schüleraufführung des Klindworth-Scharwenka-Konservatoriums. Aufführungskritik. In: Signale für die musikalische Welt, Nr. 24 vom 17. Juni 1914, Seite 1005 und sang 1915 am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin, „stimmlich zart und in der Darstellung noch etwas befangen“, den Cherubino in Figaros Hochzeit.Figaros Hochzeit. Aufführungskritik. In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung vom 6. Februar 1915, Seite 3.Friedrich-Wilhelmstädtischens Theater. Aufführungskritik. In: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 7. Juni 1913, Seite 4. Am 20. März 1915 heiratete sie auf dem Standesamt XII a in Berlin-Tiergarten den Rechtsanwalt Dr. Friedrich Wilhelm Gustav Callam (* 1885 in Berlin; † 1958 in TeltowStandesamt Berlin X a, Geburtsurkunde Nr. 49 vom 6. Januar 1885 (Landesarchiv Berlin)).Berlin, Germany, Marriages, 1874-1940 for Gertrud Klara Johanna Heinig. Eintrag im Heiratsregister des Standesamts XII A in Berlin-Tiergarten vom 20. März 1915 / Nr. 84. Abgerufen bei Ancestry.com am 14. Januar 2025.
Ab 1924 war sie unter Michael Balling am Landestheater Darmstadt verpflichtet, wo sie bereits erste Erfolge als Koloratursopranistin hatte. Im März 1924 gastierte sie am Berliner Theater als Cherubino in Figaros Hochzeit.Berliner Theater. In: Berliner Börsen-Zeitung vom 14. März 1924. Seite 3. In der Spielzeit 1925/26 war sie am Landestheater Darmstadt als Christina in Bernhard Paumgartners Einakter Die Höhle von Salamanca zu hören.Die Höhle von Salamanca. Aufführungskritik. In: Neues Wiener Tagblatt vom 19. Oktober 1925, Seite 6. Im November 1925 sang sie als Konstanze in Die Entführung aus dem Serail an der Staatsoper Dresden vor, wurde jedoch nicht engagiert.Opernhaus. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom 5. November 1925. Seite 3.
1925 gastierte sie als Gilda in Rigoletto und als Konstanze erfolgreich am Stadttheater Hamburg. Mit Beginn der Spielzeit 1926/27Gertrud Callam. In: Deutsches Bühnenjahrbuch 1927, Seite 382. wurde sie als „erste Koloratursängerin“ an das Stadttheater Hamburg engagiert.Die Musik, Band 21, Teil 2, Seite 545 Sie debütierte dabei unter der Regie von Peter KreuderKleine Notizen. In: Hamburger Echo, 29. Oktober 1926,S. 6. als Rosine in Der Barbier von Sevilla und „löst[e] gleich nach der großen Bravourarie mit darauffolgenden Variationen von Adams einen Beifallssturm aus, wie man ihn dort seit Carusos Gastspielen auf offener Szene nicht erlebt hatte“.m.o.: Unser Titelbild. In: Das Theater, Jg. VIII, Heft 3, 1. Februarheft 1927, S. 72. Im September 1926 gastierte sie als Königin der Nacht in Die Zauberflöte am Opernhaus Köln.Kölner Opernhaus. In: Kölnische Zeitung vom 20. September 1926. Seite 2. Die Zeitschrift Das Theater widmete ihr im Februar 1927 das Titelbild und stellte sie als den „jüngste[n] Koloraturstern am Opernfirmament“ vor.
Im November 1927 wirkte sie am Stadttheater Hamburg, an der Seite von Gunnar Graarud und Julius Gutmann, als „feinsinnig und könnerhaft gesungene[s]“ Rautendelein in der Uraufführung der Oper Die versunkene Glocke von Ottorino Respighi mit, wo sie „mit waldblütenduftiger Naturhaftigkeit die Frohnatur des goldhaarigen Kobolds erfüllte“.Alfred Einstein: „Die versunkene Glocke“. Aufführungskritik. In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung vom 19. November 1927, Seite 2.Paul Wittko: „Die versunkene Glocke“. Aufführungskritik. In: Neue Mannheimer Zeitung vom 24. November 1927, Seite 3. In der Spielzeit 1928/29 sang sie am Stadttheater Hamburg die Titelrolle in Lucia di Lammermoor und die Norina in einer Neueinstudierung von Don Pasquale, wo sie „ihre ganzen koloraturistischen Reize in ihrem so enorm schwierigen Gesangspart spielen lassen konnte.“Gustav Witz: „Lucia die Lammermoor“ in Hamburg. Aufführungskritik. In: Deutsche Allgemeine Zeitung vom 14. September 1928, Seite 2.tm: „Don Pasquale“. Hamburger Stadttheater. Aufführungskritik. In: Bergedorfer Zeitung vom 9. März 1928, Seite 13. Im Mai 1929 war sie am Stadttheater Hamburg in der deutschsprachigen Uraufführung der Oper La Cenerentola (dt. Titel Angelina) in der Titelrolle zu hören.H. B.: Rossini-Uraufführung. Aufführungskritik. In: Dortmunder Zeitung vom 22. Mai 1929, Seite 9.
Im Jahr 1931 sang sie bei den Salzburger Festspielen die Konstanze in Mozarts Die Entführung aus dem Serail.Die Entführung aus dem Serail (1931), Salzburger Festspiele, abgerufen am 10. Januar 2025 Zur Spielzeit 1931/32Detlef Meyer zu Heringdorf: Das Charlottenburger Opernhaus von 1912 bis 1961: von der privat-gesellschaftlich geführten Bürgeroper bis zur subventionierten Berliner «Städtischen Oper». 2 Bde. Deutsche Oper, Berlin 1988, ISBN 978-3-926412-07-2, Seite 604 wurde sie mit einem Dreijahresvertrag an die Städtische Oper Berlin verpflichtet, trat das Engagement jedoch nicht an.
Ab 1932 trat sie hauptsächlich als Konzertsängerin auf, wirkte aber gelegentlich weiterhin in Opernaufführungen und nach bestandener Rundfunks-Eignungsprüfung auch bei Sendungen des Deutschen Reichsrundfunks mit. Im April 1933 gastierte sie an der Hamburger Schilleroper als Rosina (Der Barbier von Sevilla) und als Gilda.Zweimal Gertrud Callam. In: Hamburgischer Correspondent vom 3. April 1933. Seite 10. Im Rundfunk war Callum, die zu den „frühen“ Rundfunksängerinnen in Deutschland zählt, mit Opern-Arien, in Operetten und musikalischen Singspielen, in Konzertprogrammen, bei Silvesterkonzerten sowie bei Wohltätigkeitsveranstaltungen von NS-Organisationen zu hören. Beim Reichssender Stuttgart wirkte sie in Opernaufnahmen u. a. als Lucia di Lammermoor (1936) und als Musette in La Bohème (1937) mit Helge Rosvaenge (Rudolf) und Erna Berger (Mimi) als Partnern mit.Lucia di Lammermoor. Besetzung. Reichssender Stuttgart 1936.Helmut Doster: Die „Bohème“ im Reichssender. Rundfunkkritik. In: Stuttgarter NS-Kurier vom 6. Januar 1937, Seite 8 Beim Reichssender Berlin war sie 1937 in einer Rundfunkaufnahme der Oper Der Wildschütz als Baronin Freimann zu hören.Der Wildschütz. Besetzung. Rundfunkprogramm vom Dezember 1937. 1938 war sie beim Reichssender Berlin in einer Rundfunkaufnahme der Operette Die lustige Witwe als Hanna Glawari neben Karl Schmitt-Walter zu hören.Die lustige Witwe. Besetzung. Rundfunkprogramm vom Juni 1938. Beim Reichssender Wien war sie im November 1938 in der Musiksendung Rückfahrkarte Wien – Berlin neben Lizzi Holzschuh und Karl Friedrich mit Wiener und Berliner Operettenmelodien zu hören.Rückfahrkarte Wien – Berlin. Radioprogramm vom 5. November 1938. Für den Rundfunk nahm sie auch einen musikalischen Querschnitt durch die kurz zuvor uraufgeführte Operette Der tolle Markgraf von Johannes Müller auf.Der tolle Markgraf. Rundfunkprogramm vom 4. Januar 1942
Im Januar 1939 gastierte sie, „als Koloratursopran von großer Treffsicherheit und weichem Glanz“, an der Städtischen Oper Berlin unter der musikalischen Leitung von Artur Rother als Königin der Nacht in Die Zauberflöte.Malerische „Zauberflöte“ im Deutschen Opernhaus. Aufführungskritik. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom 27. Januar 1939. Seite 4.
Gertrud Callam galt als „eine der besten Koloratursängerinnen“ ihrer Generation.Gertrud Callam. In: Hallische Nachrichten. General-Anzeiger für Halle und die Provinz Sachsen vom 25. September 1929, Seite 4. Der Musikkritiker Wilhelm Altmann schätzte ihre Gesangskunst als ebenbürtig mit Maria Ivogün ein. Ihr Mäzen und Förderer war der deutsche Komponist Mark Lothar.
Repertoire (Auswahl) mini|Gertrud Callam als Rosina in Der Barbier von Sevilla
Diskografie (Auswahl) Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor (als Lucia), Chor und Orchester des Reichssenders Stuttgart (1936). Dirigent: Gustav Görlich. Veröffentlicht als CD.Lucia di Lammermoor. Besetzung und Produktionsdetails. Gaetano Donizetti: Don Pasquale: Laß es, ach laß es hören (Duett Ernesto – Norina), mit Alfons Fügel, Tenor. Aufnahme des Soldatensenders Oslo / 1941 (?). Tondokument. Veröffentlicht auf CD bei UraCant.Alfons FÜGEL - Opernaufnahmen (Uracant 972). CD-BeiheftAlfons FÜGEL (Tenor) - Opernaufnahmen 1941-1950 (Tondokument) Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni/Don Juan (als Zerlina), Chor und Orchester des Reichssenders Stuttgart (1936). Dirigent: Joseph Keilberth. Veröffentlicht als CD bei Preiser Records und bei Line MusicDon Giovanni d-nb.infoDon Juan discogs.com Wolfgang Amadeus Mozart: Der Schauspieldirektor (als Mademoiselle Silberklang), Bayerisches Staatsorchester (1944). Dirigent: Heinrich Hollreiser. Veröffentlicht als LP bei MelodramDer Schauspieldirektor discogs.com Giuseppe Verdi: Ein Maskenball (als Oscar), Chor und Orchester des Reichssenders Berlin (1938). Dirigent: Heinrich Steiner. Veröffentlicht als CD bei Preiser RecordsEin Maskenball. Besetzung und Produktionsdetails.
Filme 1939: Die ZauberflöteDie Zauberflöte filmportal.de
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Literatur
Einzelnachweise
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