Romería – Das Tagebuch meiner Mutter (Originaltitel Romería, span. für „Pilgerfahrt“) ist ein Filmdrama von Carla Simón. Es handelt sich um den letzten Film einer Trilogie, die von der großen Familiengeschichte der katalanischen Regisseurin inspiriert ist und mit Fridas Sommer und Alcarràs – Die letzte Ernte begann. Er ist eine Mischung aus Thriller, Autofiktion und fiktiver Archivarbeit. Im Film spielt die Newcomerin Llúcia Garcia eine junge Frau, die versucht, eine Geschichte über ihren Vater und die Liebesgeschichte ihrer Mutter zu rekonstruieren. Romería feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und kam am 5. September 2025 in die spanischen Kinos. Der Kinostart in Deutschland erfolgte Anfang April 2026.

Handlung Im Sommer 2004. Die 18-jährige Cineastin Marina hat gerade die Highschool abgeschlossen und bereitet sich auf ihr Filmstudium in Barcelona vor. Als sie quer durchs Land nach Vigo reist und versucht, mit der Familie ihres verstorbenen Vaters in Kontakt zu treten, um von ihnen eine Unterschrift für ein Stipendium einzuholen, die eine Verwandtschaft anerkennt, und mehr über ihre Eltern und deren Liebesgeschichte herauszufinden, wird sie von ihrem Onkel Lois und einer Schar von Cousins zu einem entspannten Tag bei den malerischen Cíes-Inseln eingeladen. Als sie zu ihren Großeltern gebracht wird, stößt der Teenager jedoch auf Widerstand. Sie versuchen die Erinnerungen an den Drogensüchtigen, der an AIDS starb, so gut wie möglich zu verdrängen. Die Scham ist einfach zu groß.

Was sie in der Hafenstadt erlebt und erfährt, hält Marina mit ihrer Digitalkamera in einem Videotagebuch fest.Johann Kaminski: Bären-Gewinnerin Carla Simón dreht „Romería“. In: Blickpunkt:Film, 21. August 2024.Romería / Romeria. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 2. November 2025.Guy Lodge: 'Romería' Review: A Budding Filmmaker Pursues Her Parents’ Obscured Past in Carla Simón’s Lovely, Pensive Coastal Voyage. In: Variety, 21. Mai 2025.

Produktion Filmstab, Idee und Filmtitel

mini|hochkant=1.7|Vigo in Galicien, der Dreh- und Handlungsort des Films und der Ort, von dem aus Carla Simóns Mutter viele Briefe an Freunde verschickt hatte Regie führte Carla Simón, die auch das autobiografische Drehbuch schrieb.Alfonso Rivera: Carla Simón is shooting her third film, 'Romería'. In: cineuropa.org, 20. August 2024. Es handelt sich um den letzten Film einer Trilogie, die von der großen Familiengeschichte der katalanischen Regisseurin inspiriert ist und mit Fridas Sommer und Alcarràs – Die letzte Ernte begann.Javier Zurro: Carla Simón cierra con 'Romería' la trilogía sobre su familia: “Hablar de los 80 y el sida también es memoria histórica”. In: eldiario.es, 9. September 2024. (Spanisch) Die Idee für Romería entstand aus einigen Briefen, die Carla Simóns Mutter von verschiedenen Orten aus an ihre Freunde geschrieben hatte, viele davon aus Vigo, wo sie mit Simóns drogenabhängigem Vater lebte. Beide starben im Sommer 1993 an AIDS. Aus den Briefen schrieb sie das halb-fiktive Tagebuch von Marinas Mutter, das sie aus dem Off verliest.Susanne Gietl: Romería. In: filmstarts.de. Abgerufen am 2. November 2025.Dunja Bialas: Bärengewinnerin erzählt in „Romería“ vom Spanien der 80er. In: Blickpunkt:Film, 22. Mai 2025. Diese Briefe hätten sie ihrer Mutter sehr viel näher gebracht, so die Regisseurin: „Ich konnte plötzlich ihre Stimme hören und wusste, dass ich diese Stimme in den Film integrieren will.“

Bevor sie mit der Arbeit am Drehbuch und dem kreativen Prozess begonnen hatte, unternahm Simón mehrere Reisen nach Galicien, um die Orte aufzusuchen, an denen ihre Eltern waren. Sie filmte sich dort selbst mit einer Kamera, so wie Marina es tut, und daraus entstand die Idee, Romería als eine Reise zu erzählen. Deshalb wirke der Film fast episodisch, so die Regisseurin: „Meine Protagonistin geht von einer Person zur nächsten, aber auch von einem Ort zum nächsten.“

Den Tod ihrer Eltern verarbeite Simón bereits im ersten Teil der Trilogie, in dem sie ihre Gefühlswelt als damals Sechsjährige filmisch rekonstruierte.Geri Krebs: «Summer 1993» – zurückkehren auf die Sonnenseite des Lebens. In: Neue Zürcher Zeitung, 25. Juli 2018. Romería – Das Tagebuch meiner Mutter knüpft somit an die Prämisse des ersten Films an.David Katz: Twenty European films we’re anticipating in 2025. In: cineuropa.org, 9. Januar 2025. Sowohl für Fridas Sommer als auch für Alcarràs – Die letzte Ernte wurde die Regisseurin mit dem Goya ausgezeichnet. Filmeditorin Ana Pfaff, die gemeinsam mit Sergio Jiménez den Filmschnitt übernahm, war bereits für letzteren Film tätig.

Der spanische Begriff Romería bezeichnet auf der Iberischen Halbinsel eine religiöse Prozession oder eine Pilgerfahrt, die bei einem heiligen Ort, einer Wallfahrtskapelle oder einer Ermita endet beziehungsweise stattfindet und bei der eine Marienfigur von einem Ort zum anderen gebracht wird. Im Norden Spaniens wiederum beschreibt Romería eher Volksfeste, die im Sommer fast jeden Tag irgendwo stattfinden. Gleichzeitig hat Romería für die Regisseurin noch eine weitere Ebene, weil das Wort für sie eine Art spirituelle Reise beschreibt. Insofern passe der Titel für sie in beide Richtungen, weil er das Religiöse, das Festliche und das Persönliche verbinde.

Besetzung und Synchronisation Die Newcomerin Llúcia Garcia spielt die Protagonistin Marina, Simóns Alter Ego. Die 2006 in Barcelona geborene Garcia spielt auch Marinas Mutter als junge Frau.Irene Crespo: Llúcia Garcia y Mitch, los protagonistas de la nueva película de Carla Simón: el retrato de una generación olvidada y marcada por el sida y la heroína. In: El País, 24. August 2025. (Spanisch) Tristán Ulloa, bekannt aus Serien wie Berlín und Der Fall Asunta, spielt ihren Onkel Lois und Marina Troncoso und José Ángel Egido ihre Großmutter und ihren Großvater. Der 2003 in Madrid geborene Mitch Robles spielt ihren ältesten Cousin Nuno und zudem Marinas Vater. Er ist der Sohn der Journalistin Marta Robles, ist Musiker und spielt und singt in den drei Bands Boston Babies, Escarlata und Análisis. Eine weitere Rolle wurde mit Janet Novás besetzt, die in Jaione Cambordas Film O Corno in der Hauptrolle zu sehen war. Weiter auf der Besetzungsliste finden sich Celine Tyll, Miryam Gallego, Sara Casasnovas und José Ángel Egid. Das Casting übernahm María Rodrigo. mini|hochkant=0.7|Llúcia Garcia spielt Marina und zudem deren Mutter mini|hochkant=0.7|Mitch Robles spielt Marinas ältesten Cousin Nuno und zudem ihren Vater Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Elke Weber-Moore im Auftrag der EVA Studios Germany GmbH in Berlin.https://www.synchronkartei.de/film/62395

Darsteller Synchronsprecher RolleLlúcia GarciaClara DrewsMarina / Madre José Ángel EgidoHans BayerAlfonso Gala RodríguezNoëlla EcksteinAntía León RomagosaJaron Müller-SchuchBasilio Lia MoraClara MatthiasCarlota Pilar ViqueiraKornelia BojeConsuelo Celine TyllJessica Walther-GaboryDenise Hans RomagosaTom KantyEugene Clara SoliñoMaria SumnerFuncionaria Registro Civil Alberto GraciaAsad SchwarzIago Tristán UlloaAlexander DoeringLois Javier Puig del CampoUwe BüschkenNotar Mitch Martín oder auch Mitch RoblesFinn PosthumusNuno / Padre Miryam GallegoMarion MusiolOlalla Toño CasaisMartin SchubachRamón Marina TroncosoMargot RothweilerRosalia Helena GonzálezEllis DrewsSabela Laura NuñezCelina GaschinaUxía Sara CasasnovasNurcan ÖzdemirVirxinia Janet NovásMagdalena HelmigXulia

Dreharbeiten und Filmförderung Die Dreharbeiten für Romería – Das Tagebuch meiner Mutter wurden Anfang August 2024 begonnen und fanden in Vigo in der spanischen Provinz Pontevedra in der autonomen Region Galicien statt. Aus dem auch als „Olivenstadt“ bezeichneten Vigo stammte der Vater der katalanischen Regisseurin.Carla Simón se viene de 'Romería' a Vigo: inicia el rodaje de su nueva película. In: farodevigo.es, 2. August 2024. (Spanisch) Als Kamerafrau fungierte die Französin Hélène Louvart, die in der Vergangenheit mit Filmemacherinnen wie Eliza Hitman, Lynne Ramsay und Alice Rohrwacher zusammenarbeitete.

Romería – Das Tagebuch meiner Mutter erhielt von der Filmförderungsanstalt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 200.000 Euro.https://www.ffa.de/foerderentscheidungen-uebersicht.html?file=files/ffa/foerderentscheidungen%20%28bearbeitet%20HS%29/minoritaere-koproduktionen/Minorit%C3%A4re%20Koproduktionen%202024.pdf&cid=15783

Filmmusik und Veröffentlichung Auch mit Filmkomponist Ernest Pipó arbeitete Simón bereits für Alcarràs zusammen. Der 80er-Jahre-Hit Bailaré sobre tu tumba, der im Film während eines Fests gespielt wird, stammt von der galicischen Punkrock-Band Siniestro total, die wie Simóns Mutter aus Vigo stammt. Das Soundtrack-Album wurde Anfang April 2026 von der Plaza Mayor Company als Download veröffentlicht.'Romería' Soundtrack Released. In: filmmusicreporter.com, 7. April 2026.

Die Premiere des Films war am 21. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte.Horaires Des Projections / Screenings Guide Festival du Cannes 2025. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 8. Mai 2025. (PDF; 399 KB) Hier stellte mk2 Films Romería auch beim Marché du film vor.Fabien Lemercier: mk2 Films reigns over Cannes. In: cineuropa.org, 12. Mai 2025. Im Juli 2025 wird er bei Nowe Horyzonty gezeigt und im August 2025 beim Melbourne International Film Festival.Romería. In: nowehoryzonty.pl. Abgerufen am 13. Juli 2025. (Polnisch)Romería. In: miff.com. Abgerufen am 10. Juli 2025. Am 5. September 2025 kam er in die spanischen Kinos. Ebenfalls im September 2025 wurde er bei der Filmkunstmesse Leipzig und beim Filmfest Hamburg gezeigt.25. Filmkunstmesse Leipzig 2025 – Die Filme. In: mcusercontent.com. Abgerufen am 11. August 2025. (PDF; 59,7 KB)Romería. In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 9. September 2025. Anfang Oktober 2025 erfolgten Vorstellungen beim New York Film Festival und hiernach beim AFI Fest und beim Vancouver International Film Festival.Romeria. In: filmlinc.org. Abgerufen am 22. September 2025.Chris Gardner: AFI Fest Sets Lineup With Films by Jim Jarmusch, Paolo Sorrentino, Kaouther Ben Hania and More. In: The Hollywood Reporter, 30. September 2025.Romeria. In: viff.org. Abgerufen am 28. August 2025. Am 2. April 2026 erschien der Film in den deutschen Kinos. Ebenfalls im April 2026 wird er beim Miami Film Festival gezeigt. Ende April, Anfang Mai 2026 wird er beim Atlanta Film Festival gezeigt.2026 Atlanta Film Festival Announces 50th Anniversary Programming celebrating five decades of Film, Culture, and Creative Excellence. In: atlantafilmfestival.com, 23. März 2026.

Rezeption Altersfreigabe und Kritiken In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. In der Begründung heißt es, der insgesamt ruhig erzählte Film thematisiere in den Dialogen mehrfach Drogenkonsum, was jedoch in klar kritischer Haltung geschehe. Insbesondere der Konsum harter Drogen werde deutlich kritisiert. Auch vereinzelte Darstellungen von Drogenkonsum und Entzugserscheinungen seien eindeutig kritisch besetzt. Jugendliche ab 16 Jahren seien problemlos fähig, diese Szenen angemessen zu verarbeiten und die kritischen Aussagen zu verstehen. mini|hochkant=0.7|Regisseurin Carla Simón Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 88 Prozent positiv.Romería. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 2. November 2025. Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 74 von 100 möglichen Punkten.Romería . In: Metacritic. Abgerufen am 8. März 2026.