David „Davie“ Cooper (* 25. Februar 1956 in Hamilton; † 23. März 1995 in Glasgow) war ein schottischer Fußballspieler und dabei vor allem als langjähriger Flügelspieler der Glasgow Rangers bekannt.
In seiner Jugend spielte Cooper zunächst für den regionalen Klub Hamilton Avondale und arbeitete als Druckerlehrling für die Vereinseigentümer. Sein Talent sprach sich bei zahlreichen prominenten englischen und schottischen Fußballklubs herum und Cooper entschied sich im Jahr 1974 als erste Profistation für den schottischen Zweitligisten FC Clydebank. Er zeigte sein großes Potential als Toptorschütze und führte Clydebank nach dem Abstieg in die dritte Liga in den darauf folgenden Spielzeiten 1975/76 sowie 1976/77 zum Durchmarsch in die höchste schottische Spielklasse.
Nach seinem Wechsel im Juni 1977 für 100.000 Pfund zu den Glasgow Rangers im Alter von 21 Jahren verbrachte er dort zwölf Jahre. Er absolvierte 540 Partien und gewann zahlreiche Trophäen mit dem Klub, darunter dreimal die schottische Meisterschaft. Im August 1989 heuerte er für 50.000 Pfund bei dem von Tommy McLean trainierten FC Motherwell an, absolvierte dort noch einmal mehr als 150 Pflichtspiele und gewann 1991 ein viertes Mal den schottischen FA Cup gegen Dundee United. Zwischen 1979 und 1990 absolvierte Cooper zudem 22 A-Länderspiele für die schottische A-Nationalmannschaft und schoss sechs Tore. Dazu war er Teil des schottischen Kaders für die WM-Endrunde 1986 in Mexiko und kam dort in zwei Gruppenspielen zum Zug.
Im weiteren Verlauf der Karriere kehrte er zum FC Clydebank zurück und verband dort seine Spielerlaufbahn mit Arbeiten im Trainerstab. Er beabsichtigte das aktive Karriereende zum Ende der Saison 1994/95, jedoch erlitt er am 22. März 1995 in der Nähe des Broadwood Stadiums in Cumbernauld eine Subarachnoidalblutung während der Dreharbeiten für die TV-Produktion „Shoot“ zum Thema Jugendtraining. Er verstarb am folgenden Tag im Alter von 39 Jahren. Als Mitglied der schottischen Hall of Fame gilt Cooper als eines der größten schottischen Fußballertalente überhaupt.
Kindheit
David Cooper wurde im schottischen Hamilton geboren. Seine Eltern John (1918–1998) und Jean Cooper (Mädchenname Pollock) (1926–2012) entstammten einfachen Verhältnissen. Während sich der Vater als Stahlarbeiter in den nahegelegenen Lanarkshire Steel Works verdingte, arbeitete die Mutter als Bardame in der Lariat-Herberge in Hamilton. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder John pflegte der junge Davie eine frühe Leidenschaft als Anhänger der Glasgow Rangers und die beiden besuchten mit dem Vater oft die Heimspiele im Ibrox Park. Später reiste er auf eigene Faust mit den Rangers-Fans per Bus nach Glasgow. mini|rechts|Die Hillhouse-Gemeinde, wo Cooper aufgewachsen ist (Aufnahme aus dem Jahr 2018)
Zunächst besuchte er im heimischen Hamilton die Grundschule in der Beckford Street, bevor er an die Udston-Grundschule wechselte und dort schnell durch sein Fußball-Talent auf sich aufmerksam machte. Er war Kapitän der Schulmannschaft und agierte zunächst auf der Position des Halbstürmers (in etwa mit der heutigen „hängenden Spitze“ gleichbedeutend). Die erste Trophäe gewann er mit der Udston Primary, als er beim Jugendturnier des Shinwell Cups im Finale die Low Waters Primary mit 4:2 im Douglas Park, der früheren Heimstätte von Hamilton Academical, besiegte. Anschließend ging Cooper auf das weiterführende St. John’s Gymnasium (heute Hamilton-Gymnasium). Dort wurde zu Coopers Missfallen zunächst kein Schulfußball gespielt; dies änderte sich erst in seinem dritten Jahr. Die mit Coopers Eltern befreundeten Bill und Rose MacKenzie entschieden sich, einen Jugendfußballverein mit dem Namen Udston United ins Leben zu rufen. Cooper war dann nicht nur einer der ersten Spieler in der Mannschaft, sondern versuchte dazu emsig in der heimischen Umgebung für diesen Klub zu werben. Davies älterer Bruder John, der zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt war, reiste nach England zum Vorspielen bei Hull City, aber gleichsam sein Heimweh und das Piesacken durch gegnerische Verteidiger ließen ihn wieder zurückkehren und er spielte schließlich in Schottland für Larkhall Thistle.
David Cooper selbst zog es später zu Hamilton Avondale, einem Jugendklub in der Gemeinde, der von den Brüdern Alan und Stuart Noble, den Besitzern der Avondale-Werke, ins Leben gerufen worden war. Er begann dort für die U16-Auswahl und entwickelte sich weiter in das U18-Team. Seine erste internationale Erfahrung machte er als Auswahlspieler der schottischen Amateurliga und spielte gegen Jugendvertretungen aus England, Nordirland und Wales. Während dieser Zeit arbeitete er als Druckerlehrling in der Geschäftsstelle der Nobles Offices für Hamilton Avondale. Neben den Rangers zeigten sich in Schottland der FC Motherwell, der FC Clyde und der FC Clydebank sowie in England Coventry City und Crystal Palace interessiert an einer Verpflichtung von Davie Cooper.
Vereinskarriere FC Clydebank (1974–77) Als Cooper 18 Jahre alt geworden war, wurde seine Ausbildung als Drucker bei der Noble-Familie beendet und zu dieser Zeit hatte es keinen Raum mehr fürs Fußballspielen neben dem Beruf gegeben. Stuart Noble, einer der Eigentümer von Hamilton Avondale, nahm Kontakt mit Jack Steedman, einem Vereinsfunktionär des FC Clydebank, auf. Dieser setzte sich sofort ins Auto und versuchte Cooper davon zu überzeugen, sich dem Klub anzuschließen. Steedman, der sich des außergewöhnlichen Talents bewusst war, nahm Cooper am 16. Mai 1974 unter Vertrag und gab später zu Protokoll: „Ich raubte den Vereinssafe und nahm das Silber aus den Glücksspielautomaten des Vereinsheims und tauschte alles gegen Pfund-Noten ein. Ich nahm bierverschmierte Banknoten im Wert von 300 Pfund mit zu den Druckerwerken in Hamilton, wo er arbeitete, und überzeugte ihn, sich dem Klub anzuschließen. In meinen 40 Jahren im Fußballgeschäft, war dies das beste, was ich jemals getan hatte“. Zu diesem Zeitpunkt verfügte der FC Clydebank unter Trainer Bill Munro über eine ambitionierte Mannschaft mit Spielern wie Jimmy Lumsden, Gregor Abel, Jim Fallon und Peter Kane, ungeachtet der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten mit einem Übungsplatz auf Asche. Fallon beschrieb Coopers erste Schritte in Clydebank wie folgt: „Es härtete ihn definitiv ab, weil es zu dieser Zeit Verteidigern erlaubt war, die Zweikämpfe richtig hart zu führen und du musstest resilient sein, um dich auf dem Flügel behaupten zu können“.
Cooper debütierte für Clydebank gegen den Airdrieonians FC im Ligapokal. In der Saison 1974/75 bestand das Format des Ligapokals aus neun Vorrunden-Gruppen mit vier Teams, wobei der FC Clydebank in Gruppe 7 einsortiert wurde, gemeinsam mit dem Airdrieonians FC, dem FC St. Mirren und Stirling Albion. Die erste Partie fand am 10. August 1974 statt und Clydebank verlor deutlich mit 0:4. Coopers erster Einsatz in der Startelf war im Rückspiel gegen denselben Gegner; erneut zog Clydebank den Kürzeren und unterlag daheim im New Kilbowie Park am 28. August 1974 mit 1:2. Clydebank beendete die Gruppenphase als Tabellenletzter mit zwei Siegen und vier Niederlagen. Coopers Zweitligadebüt fand am 31. August 1974 statt und endete ebenfalls mit einer Niederlage, nunmehr mit 0:3 gegen Queen of the South. Den ersten Sieg feierte er am 30. November 1974 mit 2:1 daheim gegen den FC Cowdenbeath. Sein erstes Tor folgte beim 1:4 gegen Alloa Athletic. Cooper beendete die Saison 1974/75 mit 29 Auftritten in der Startelf, zwei Einwechslungen und zwei Toren. Der Verein sollte nach einer Umstrukturierung des Ligasystems ab 1975 nur noch drittklassig spielen.
In der Drittligaspielzeit 1975/76 war Cooper einer von vier Clydebank-Akteuren, die keine Partie verpassten. Er beendete die Saison als Top-Torjäger des Vereins mit 13 Ligatreffern, darunter drei Elfmeter. Sein erster Hattrick gegen Alloa Athletic (3:1) beinhaltete zwei verwandelte Strafstöße. Clydebank gelang in diesem Jahr als Drittligameister der direkte Wiederaufstieg in die zweithöchste schottische Spielklasse und in der letzten Partie gegen Forfar Athletic (2:0) erzielte Cooper den ersten Treffer ebenfalls per Elfmeter. In den insgesamt 49 Pflichtspielen traf Cooper 22-mal und anschließend versuchte der englische Klub Aston Villa (trainiert von Ron Saunders) Cooper für eine Ablösesumme von 65.000 Pfund und eine Verdreifachung des Gehalts loszueisen. Clydebank lehnte die Offerte jedoch ab, da die Hoffnung groß war, bald den direkten Durchmarsch in die höchste schottische Spielklasse zu bewerkstelligen. Dass sich dieses Ziel nicht unrealistisch war, zeigte die anschließende Zweitligasaison 1976/77. Gemeinsam mit dem ebenfalls ambitionierten FC St. Mirren, der von dem jungen Alex Ferguson trainiert wurde, kämpfte Clydebank stetig um die Tabellenführung. Zu den besonderen Höhepunkten zählte im Dezember 1976 ein 6:0-Auswärtssieg gegen den FC East Fife sowie Anfang Januar 1977 ein 8:1 gegen den FC Arbroath, zu dem Cooper einen weiteren Hattrick beisteuerte. Der Verein war zwischenzeitlich in 17 aufeinander folgenden Spielen ohne Niederlage geblieben (zwischen Dezember 1975 und Oktober 1976).
Zusätzliches Highlight war im September 1976 für Cooper das Viertelfinale im Ligapokal gegen seinen Lieblingsklub Rangers. Dieser hatte in der vergangenen Saison unter Jock Wallace das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Ligapokal gewonnen und war stetig auf der Suche nach neuen jungen Talenten, die den Kader verstärken sollten. Das Hinspiel fand auswärts im Ibrox Park statt und Clydebank stellte sich als ungemütlicher „Underdog“ für den großen Favoriten heraus. Nach gerade einmal zwei Minuten ging Rangers-Verteidiger John Greig hart gegen Cooper in einen Zweikampf und gab ihm die Worte „Wenn ich eine weitere Chance bekomme, breche ich dir das Bein“ mit. Ungeachtet der Einschüchterungsversuche gelang dem FC Clydebank ein 3:3 und Cooper steuerte den Endstand in der 78. Minute hinzu. Auch im Rückspiel trennte man sich unentschieden mit 1:1. Dabei schoss Greig in der ersten Halbzeit das 1:0, das Cooper in der 60. Minute ausglich. Da auch nach Verlängerung kein Sieger gefunden werden konnte, traf man sich am 18. Oktober 1976 zu einem Entscheidungsspiel, das aber ebenfalls mit einem Remis (0:0) endete. Letztlich setzten sich die Rangers im Wiederholungsspiel, das im Firhill Stadium ausgetragen wurde, durch. Derek Parlane schoss bereits in der sechsten Minute das 1:0, das Cooper nur eine Minute später egalisierte. In der 61. Minute entschied Bobby McKean die Partie für die Rangers, die damit ins Ligapokal-Halbfinale einzogen.
Es wurde immer offensichtlicher, dass die Rangers Interesse an einer Verpflichtung Coopers zeigen würden und so wurde dem FC Clydebank ursprünglich 50.000 Pfund geboten. Nach mehreren Verhandlungen erhöhte sich die Summe auf 100.000 Pfund und so sicherten sich die Rangers Coopers Dienste. Gemeinsam mit dem Vater und dem älteren Bruder kam es zu einer entscheidenden Unterredung mit Trainer Wallace; dazu kamen Willie Waddell und Willie Thornton. Neben der Ablösesumme wurde ein Gehalt von 10.000 Pfund vereinbart, von dem Cooper nach Steuern 3.500 Pfund blieben. Kurz bevor er Rangers-Spieler wurde, schoss Cooper sein letztes Tor für die „Bankies“ gegen die Raith Rovers (2:0) am 23. April 1977. Der vorerst finale Auftritt für Clydebank folgte eine Woche später beim 4:2-Auswärtssieg gegen den FC Falkirk.
Glasgow Rangers (1977–89) 270px|mini|rechts|Coopers Unterschrift während seiner Zeit bei den Glasgow Rangers