Immanuel Ott (* 1983 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Musiktheoretiker, Komponist und Hochschullehrer.Grunddaten Biografie und Ämter Immanuel Ott. Homepage Immanuel Ott; abgerufen am 6. Januar 2025.
Werdegang Ott ist der Sohn des Philosophen und Ethikers Konrad Ott und der Theologin Veronika Surau-Ott.Immanuel Ott, Methoden der Kanonkomposition bei Josquin Des Prez und seinen Zeitgenossen, Hildesheim 2014, Danksagung, S. 313. Er wuchs in Greifswald und Wald-Michelbach auf. An der Hochschule für Musik und Theater Rostock studierte er Musiktheorie. 2012 wurde er an der Musikhochschule Lübeck mit einer von Oliver Korte betreuten Dissertation über Methoden der Kanonkomposition bei Josquin Des Prez und seinen Zeitgenossen im Fach Musiktheorie promoviert. Er nahm Lehraufträge an den Hochschulen in Rostock, Lübeck, Osnabrück und Münster wahr, bevor er 2011 Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Folkwang Universität der Künste Essen wurde. 2015 folgte er einem Ruf auf eine Professur für Musiktheorie an der zur Johannes Gutenberg-Universität Mainz gehörigen Hochschule für Musik, deren Rektor er von 2017 bis 2023 war.Presseinformation vom 21. April 2017 zur Wahl eines neues Rektorats der Hochschule für Musik Mainz. Abruf am 6. Januar 2025. Von 2020 bis 2023 war er außerdem Mitglied im Leitungsgremium des Gutenberg Nachwuchs-Kollegs, seit 2023 ist er Senior-Mitglied des Gutenberg Academy Honors Program (GAHP).Immanuel Ott in der Liste der Mitglieder des GAHP. Webseite des Gutenberg Academy Program. Abruf am 9. Januar 2025. Von 2017 bis 2018 war er Vizepräsident des Netzwerks Schulmusik Mainz e.V.Überblick ehemalige Vorstände auf der Webseite des Netzwerks. Abruf am 9. Januar 2025. und seit 2017 gehört er dem künstlerisch-pädagogischen Beirat der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz an.Gremien der Landesmusikakademie. Abruf am 5. Januar 2025. Im externen Beirat für das Qualitätsmanagement an der Hochschule für Musik Nürnberg ist er seit 2022 Mitglied.Ott als Gremienmitglied an der HfM Nürnberg. Immanuel Ott war von 2014 bis 2020 im Vorstand der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) tätig, zunächst als Webadministrator, ab 2016 als Präsident der Gesellschaft.Überblick der Vorstände der GMTH seit deren Gründung im Jahr 2000. Abruf am 6. Januar 2025.
Der Schwerpunkt von Otts musiktheoretischen Arbeiten liegt auf der Rekonstruktion von Kompositionsprozessen, insbesondere in der Musik der Renaissance. Seine Studie über Das kompositorische Verfahren in Jean Moutons Quadrupelkanon "Nesciens mater virgo virum"Erschienen in der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie (ZGMTH), Bd. 9 (2012), 1, S. 13–23, DOI:10.31751/671. wurde beim jährlichen Aufsatzwettbewerb der GMTH 2011 mit einem Preis ausgezeichnet.Folker Froebe, Editorial (DOI:10.31751/672) der Ausgabe 9/1 (2012) der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie. Abruf am 6. Januar 2025. Er ist seit 2020 Mitherausgeber der Schriften der Hochschule für Musik MainzInformation zu der Schriftenreihe. Abruf am 6. Januar 2025. und seit 2021 Mitherausgeber der Proceedings der Gesellschaft für Musiktheorie.Die Herausgeber der GMTH-Proceedings. Abruf am 6. Januar 2025. Otts besonderes Interesse gilt der Entwicklung digitaler Methoden der Musikerfindung und Musikanalyse sowie deren Vermittlung; er ist seit 2021 Vizepräsident der Lehr- und Lernplattform Open Music Academy (OMA).Vorstand der OMA. Abruf am 6. Januar 2025.
Otts Kompositionen sind polystilistisch. Er komponiert unter anderem vielstimmig besetzte Vokalmusik, etwa in Terrain (2018) für achtstimmigen Chor und Kammerorchester,Mitteilung des UA-Termins von Terrain auf der Webseite von Sonic Visions. Abruf am 6. Januar 2025. bisweilen auch groß dimensioniert wie sein Oratorium Hor ch’è tempo di dormire (2024) für Sopran, Chor und Orchester.Konzertkritik von Ekkehard Ochs anlässlich der Uraufführung von Hor ch’è tempo di dormire am 6. Juni 2024 bei der 78. Greifswalder Bachwoche. Abruf am 5. Januar 2025. Mit Birger Petersen schrieb er zwei Kollektivkompositionen.Werkverzeichnis Immanuel Ott auf seiner Homepage. Abruf am 5. Januar 2025. Otts Musik spürt „den klanglichen Möglichkeiten des einzelnen Tons nach und bewegt sich an den Umschlagspunkten zwischen Klang und Geräusch, Einzelereignis und Schwarmphänomen, Punkt und Fläche.“Notiz zu Otts Werken auf der Informationsseite der Edition Katarakt, in der einige von Otts Werken verlegt sind.
Schriften (Auswahl) Methoden der Kanonkomposition bei Josquin Des Prez und seinen Zeitgenossen (= Schriften der Musikhochschule Lübeck / Musikhochschule Lübeck, Bd. 1). Hildesheim [u. a.]: Olms 2014. ISBN 978-3-487-15133-5, DOI:10.5771/9783487425078 Bach-Bezüge in Felix Mendelssohn Bartholdys Choralkantate "Wer nur den lieben Gott läßt walten". In: Felix Mendelssohn Bartholdy. Analytische und rezeptionsgeschichtliche Perspektiven (= ContraPunkte, Bd. 2), hrsg. von Birger Petersen und Jan Philipp Sprick. Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verlag 2019, S. 29–41. ISBN 978-3-487-15688-0 Zur Kontrapunktlehre bei Kirnberger. In: »... weit schärfer und gründlicher nachgedacht … «. Zur Musiktheorie Johann Philipp Kirnbergers (= Schriften der Hochschule für Musik Mainz, Bd. 1), hrsg. von Immanuel Ott und Birger Petersen. Mainz: Universitätsbibliothek der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2023 (mit Birger Petersen), S. 30–43. DOI:10.25358/openscience-8739 Analyse und mechanisches Komponieren bei Kirnberger. In: ebd., S. 217–231. DOI:10.25358/openscience-8746 Peter Cornelius als Rezensent. In: Peter Cornelius als Musiktheoretiker (= Musikforschung der Hochschule der Künste Bern / Hochschule der Künste Bern, Bd. 18), hrsg. von Stephan Zirwes, Michael Lehner, Nathalie Meidhof, Martin Skamletz; unter redaktioneller Mitarbeit von Daniel Allenbach. Baden-Baden: Ergon Verlag 2024, S. 205–211. DOI:10.5771/9783987401688-205
Weblinks Personalseite Immanuel Ott auf der Homepage der Hochschule für Musik Mainz.
Liste der Schriften von Immanuel Ott in der Bibliographie des Musikschrifttums am Staatlichen Institut für Musikforschung Berlin. Homepage Immanuel Ott.
Einzelnachweise
Kategorie:Musiktheoretiker Kategorie:Hochschullehrer (HfM Mainz) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Musikpädagoge Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Mann