mini Afrikanische Diaspora bezeichnet die Gesamtheit der geografisch vom „Mutterkontinent“ Afrika entfernt lebenden Menschen afrikanischer, insbesondere subsaharischer Herkunft.Dossier: Afrikanische Diaspora in Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung, ohne Datum, abgerufen am 6. Mai 2019. Die afrikanische Herkunft wurde aufgrund eurozentrischer und rassistischer Konstruktionen eines „subsaharischen Afrika“ („Schwarzafrika“) von „Nordafrika“ getrennt, wodurch die afrikanische Bevölkerung häufig mit „schwarzer“ Bevölkerung gleichgesetzt wird und für eine „schwarze“ Identität steht.
Diaspora Der Begriff „Diaspora“ kommt aus dem Griechischen und wurde ursprünglich für die erzwungene Zerstreuung der Juden aus Palästina verwendet. Er fand über die prominente erzwungene Auswanderung der Iren und Armenier eine Bedeutungserweiterung. Diaspora steht heute für komplexe soziale und kulturelle Gesellschaftsgruppen. Deren Mitglieder haben eine tatsächliche oder zugeschriebene gemeinsame Herkunft und Zugehörigkeit (kulturell, ethnisch, national, kontinental oder transnational). „Afrika“ war zunächst die Bezeichnung einer römischen Provinz (heute etwa Tunesien). Heute gibt es zwei Bedeutungen für „afrikanisch“. Der afrikanische Kontinent als räumliche Bezeichnung auf den sich die Organisation für Afrikanische Einheit nach langer Debatte in ihrer Definition der „afrikanischen Diaspora“ bezieht und eine rassistische nach der Hautfarbe (Schwarz- oder Subsahara-Afrika).mini|Verteilung der Diaspora vom afrikanischen Kontinent Es gibt vier historische Treiber für die Entstehung von schwarzen Gesellschaften außerhalb Afrikas:
Während des Arabischen Sklavenhandels wurden Sklaven überwiegend nach Arabien, Indien und China gebracht. Der Atlantische Sklavenhandel der Europäer brachte die Mehrheit der Opfer nach Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in die Karibik. Teilweise wurden Sklaven auch durch die Briten nach Australien und durch die Holländer in den fernen Osten verschifft. Während der Zeit des Europäischen Kolonialismus inklusive der Weltkriege und der Dekolonisierung fand eine „freiwillige“ Migration statt. In der Postkolonialen Zeit entstand die „neue Afrikanische Diaspora“.
Zur Diaspora zählen Afroamerikaner in Nordamerika (auch Afrokanadier), in der Karibik und in Südamerika ebenso wie Nachfahren afrikanischer Migranten in Europa (wie Afrodeutsche oder Afroösterreicher), in Asien und der restlichen Welt. Der Hauptanteil der afrikanischen Diaspora entstand hierbei durch den transatlantischen Sklavenhandel mit der heute entsprechend größten Population in Brasilien (Afrobrasilianer). Aufgrund des in Brasilien besonders hohen Bevölkerungsanteils an Menschen, die sowohl von Europäern wie von Afrikanern abstammen, sehen sich aber gerade in Brasilien nur sehr wenige Menschen afrikanischer Herkunft selber als Teil einer afrikanischen Diaspora, sondern betonen vielmehr die eigene aus einer Mischung der Kulturen hervorgegangene Identität.
Afrikanische Diaspora bezeichnet allgemein das gemeinsame kulturelle Erbe dieser Menschen oder Gemeinschaften, ihrer afrikanischen Wurzeln oder Identität und entspricht einer afrozentrischen Weltanschauung. Die Afrikanische Union hat diese definiert als .Afrikanische Union: Report of the meeting of experts from member states on the definition of the African Diaspora. Addis Abeba, 11./12. April 2005 (englisch; ).
Forschung Die Archäologie der afrikanischen Diaspora ist ein junges und rasch wachsendes Forschungsfeld, das sich mit der Entwicklung der Lebensumstände der Diaspora bis heute befasst. Sie ist besonders wichtig, da es kaum schriftliche Aufzeichnungen gibt. Das ursprüngliche auf die USA gerichtete Forschungsfeld geht mittlerweile über die geopolitischen Grenzen hinaus und untersucht die nach Zeithorizont, Herkunfts- und Ankunftsregion unterschiedlichen Diasporagruppen in unterschiedlichen Perspektiven, um Erkenntnisse zu sammeln und die Geschichtsschreibung und Soziologie nicht nur zur Ethnie, Kultur und Herkunft dieser lange vernachlässigten Gruppen voranzubringen.
Die Diskussion über Critical Race Theory und Wokeness hat die Lehre zur (schwarz-)afrikanischen Diaspora teilweise als spalterisch dargestellt. Die Befassung mit der Versklavung und dem Rassismus würde Schuldgefühle und Scham hervorrufen.
Siehe auch Afrokolumbianer (Kolumbien) Afroecuadorianer (Ecuador) Afrikanet Afrotak TV cyberNomads Afrikanische Kirchen in Europa Ostafrikanischer Sklavenhandel Afro-Abchasen Afro-Franzosen Afro-Iraner UN-Arbeitsgruppe für Menschen aus Afrika
Literatur
Weblinks
Afrikanischen Diaspora in Deutschland Bundeszentrale für politische Bildung, 26. Juli 2004 The African Diaspora Archeological Network, letzte Aktualisierung am 29. Dezember 2025, engl. African Studies, Columbia University, City of New York, engl. Introduction to the African Diaspora across the world, Institute for Cultural Diplomacy, engl.
Einzelnachweise
Kategorie:Kultur (Afrika) Kategorie:Politik (Afrika) Kategorie:Geschichte (Afrika) Kategorie:Ethnische Diaspora