Die Radfernfahrt Paris–Nizza 2025 war die 83. Austragung des französischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 9. bis zum 16. März im Rahmen von acht Etappen statt und ist Teil der UCI WorldTour 2025. Im Jahr 2025 wurde Paris–Nizza parallel zu Tirreno–Adriatico ausgetragen.
Der US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Team Visma-Lease a Bike) verteidigte seine Gesamtsieg aus dem Vorjahr und setzte sich mit einem Vorsprung von einer Minute und 15 Sekunden vor dem Deutschen Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) durch, der im Alter von 24 Jahren die Nachwuchswertung gewann. Der dritte Gesamtrang ging an Thymen Arensman (Ineos Grenadiers). Der Däne Mads Pedersen (Lidl-Trek) entschied die Punktewertung für sich, während der Franzose Thomas Gachignard (TotalEnergies) die Bergwertung gewann. Mit drei Fahrern in den Top 10 setzten sich die Ineos Grenadiers in der Mannschaftswertung durch.
Streckenführung Insgesamt mussten die Fahrer auf den acht Etappen 1167,7 Kilometer zurücklegen. Es standen zwei flache, zwei hüglige, drei Bergetappen sowie ein Mannschaftszeitfahren auf dem Programm. Der Auftakt der Fernfahrt erfolgte auf einem hügligen Rundkurs mit Start und Ziel in Le Perray-en-Yvelines im Großraum Paris. Nach einem flachen Abschnitt zwischen Montesson und Bellegarde wurde in Nevers ein 28,4 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren ausgetragen, dessen Start auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours erfolgte. Im Anschluss wurde das Etappenrennen im südlichen Vichy mit einem anspruchsvollen Abschnitt im Zentralmassiv fortgesetzt. Die Etappe endete in La Loge des Gardes auf einer Höhe von 1077 Metern und stellte somit die erste Bergankunft dar. Nach einem hügligen Teilstück, das mit einem kurzen, steilen Schlussanstieg in La Côte-Saint-André zu Ende ging, führte die sechste Etappe flach entlang der Rhone nach Berre-l’Étang nahe Marseille. Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fiel auf den letzten beiden Abschnitten, die traditionell durch die Seealpen führen. Die siebte Etappe endete mit einer Bergankunft auf dem höchsten Punkt der Rundfahrt in Auron (1614 m), wobei der Abschnitt aufgrund des schlechten Wetters um 40 Kilometer verkürzt wurde. Die Schlussetappe wurde auf einem neuen Rundkurs in den Hügeln um Nizza ausgetragen. EtappeDatumStreckeTypkm1So, 9. März 2025Le Perray-en-Yvelines – Le Perray-en-YvelinesMittelgebirgsetappe156,52Mo, 10. März 2025Montesson – BellegardeFlachetappe183,93Di, 11. März 2025Circuit de Nevers Magny-Cours – NeversMannschaftszeitfahren28,44Mi, 12. März 2025Vichy – La Loge des GardesHochgebirgsetappe163,45Do, 13. März 2025Saint-Just-en-Chevalet – La Côte-Saint-AndréMittelgebirgsetappe196,56Fr, 14. März 2025Saint-Julien-en-Saint-Alban – Berre l’ÉtangFlachetappe209,87Sa, 15. März 2025Nizza – AuronHochgebirgsetappe109,38So, 16. März 2025Nizza – NizzaHochgebirgsetappe119,9Gesamtdistanz:1167,7
Reglement Im Rahmen der 83. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Punktwertung (dunkelgrün), Bergwertung (weiß mit roten Punkten) und Nachwuchswertung (weiß) vergeben. Zusätzlich gab es eine Teamwertung (gelbe Rückennummer) und eine Auszeichnung des aktivsten Fahrers (beige Rückennummer). Der aktivste Fahrer wurde von einer Jury nach jeder Etappe gewählt. Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Beim Mannschaftszeitfahren wurden die individuellen Zeiten der Fahrer genommen, wobei die Zeit des schnellsten Fahrers das Team in der Etappenwertung repräsentierte. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die Vergabe der Sekunden sowie der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt. 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.PlatzHinweisPunktewertungZielankunft (flache Etappen)252220181614121086PunkteEtappen 1, 2, 5Zielankunft (profilierte Etappen)1512108654321Etappen 4, 6, 7, 8Zwischensprint642Bergwertung1. Kategorie105321doppelte Punkte bei Bergankunft2. Kategorie53213. Kategorie321BonussekunundenZielankunft1064SekundenZwischensprint642 Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams starten auch 4 UCI ProTeams bei der Fernfahrt. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt.
Als Top-Favorit galt der zweifache Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard, der gemeinsam mit dem Vorjahressieger Matteo Jorgenson eine Doppelspitze des Team Visma-Lease a Bike bildete. Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer sind João Almeida, Pavel Sivakov, Brandon McNulty (alle UAE Team Emirates-XRG), Mattias Skjelmose Jensen (Lidl-Trek), Alexander Wlassow, Florian Lipowitz (beide Red Bull-Bora-hansgrohe), Ben O’Connor (Team Jayco AlUla), Lenny Martinez, Santiago Buitrago (beide Bahrain Victorious), Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale Team), Thymen Arensman (Ineos Grenadiers), Guillaume Martin (Groupama-FDJ), Maximilian Schachmann und Ilan Van Wilder (beide Soudal Quick-Step).
Bei den flachen Etappen galten die Sprinter Tim Merlier (Soudal Quick-Step), Mads Pedersen (Lidl-Trek), Alexander Kristoff (Uno-X Mobility), Arnaud Démare (Arkéa-B&B Hotels), Michael Matthews (Team Jayco AlUla), Sebastián Molano (UAE Team Emirates-XRG), Fabio Jakobsen, Tobias Lund Andresen (beide Team Picnic PostNL) und Alberto Dainese (Tudor Pro Cycling Team) als potenzielle Etappensieger.
Weitere interessante Starter waren Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling) und der zweifache U23-Cyclocross-Weltmeister Tibor Del Grosso, der sein erstes Rennen für die Alpecin-Deceuninck-Mannschaft bestritt. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsADCIGDDFPCJRARKGFCTVLTENTBVLTKUADTUDCOFMOVXATUXMDATRBHEFESOQGFCJAY
Rennverlauf und Ergebnisse Die 1. Etappe endete in einem Massensprint, den der Belgier Tim Merlier (Soudal Quick-Step) vor Arnaud Démare (Arkéa-B&B Hotels) und Alberto Dainese (Tudor) gewann. Das hüglige Profil sorgte immer wieder für Tempoverschärfungen im Feld, wobei sich keine Gruppe entscheidend absetzen konnte. beim Zwischensprint sicherten sich Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates-XRG), Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike) und Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers) 6,4 bzw. 2 Bonussekunden.
Nach einem Auftaktsieg gewann Tim Merlier auch die zweite Etappe, wobei er sich diesmal im Sprint vor Emilien Jeannière (TotalEnergies) und Mads Pedersen (Lidl-Trek) durchsetzte. Zudem baute er seine Führung in der Gesamtwertung auf 14 Sekunden aus. Im Finale kam es zu mehreren Stürzen, wobei keiner der Favoriten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Matteo Jorgenson sicherte sich beim Zwischensprint eine weitere Bonussekunde.
Das 28,4 Kilometer lange Mannschaftszeitfahren der 3. Etappe gewann das Team Visma-Lease a Bike, das mit Matteo Jorgenson und Jonas Vingegaard zwei Fahrer in einer Zeit von 30 Minuten und 26 Sekunden über die Ziellinie führte. Matteo Jorgenson übernahm das Gelbe Trikot von Tim Merlier und führte die Fernfahrt nun mit einem Vorsprung von sechs Sekunden vor Jonas Vingegaard an. Die weiteren Podiumsplatzierungen gingen an die Teams Jayco AlUla und Red Bull-Bora-hansgrohe, die mit ihren Gesamtklassement-Fahrern einen Rückstand von 15 bzw. 25 Sekunden aufwiesen. Mattias Skjelmose Jensen büßte mit der Lidl-Trek-Mannschaft 30 Sekunden ein, während das UAE Team Emirates-XRG um João Almeida 42 Sekunden verlor. Sein Teamkollege Brandon McNulty verlor zwei weitere Sekunden, während Pavel Sivakov rund vier Minuten einbüßte.
Die 4. Etappe endete mit der ersten Bergankunft in La Loge des Gardes auf einer Höhe von 1077 Metern. Aufgrund der regnerischen Bedingungen wurde das Rennen zwischen den Kilometermarken 117 und 134 neutralisiert, ehe die Fahrer die letzten knapp 30 Kilometer in Angriff nahmen. Bereits zuvor hatten sich die beiden Ineos Grenadiers Tobias Foss und Joshua Tarling vom Hauptfeld abgesetzt, wobei Ersterer das Rennen im Schlussanstieg über längere Zeit anführte. Der Norweger wurde jedoch rund zwei Kilometer vor dem Ziel von Jonas Vingegaard gestellt, der sich als Solist von den anderen Gesamtklassement-Fahrern abgesetzt hatte. Auf den letzten Metern wurde der zweifache Tour-de-France-Sieger jedoch von dem Portugiesen João Almeida abgefangen, der die Etappe mit einem Vorsprung von einer Sekunde gewann. Platz drei ging mit zwei Sekunden Rückstand an Mattias Skjelmose Jensen, gefolgt von Lenny Martinez (Groupama-FDJ), Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) und dem gesamtführenden Matteo Jorgenson, der sechs Sekunden auf den Etappensieger verlor und das Gelbe Trikot aufgrund der Zeitbonifikationen abgeben musste. Jonas Vingegaard konnte zwar die Etappe nicht gewinnen, übernahm jedoch die Gesamtführung und lag nun fünf Sekunden vor seinem Teamkollegen. Der Gesamtdritte Mattias Skjelmose Jensen wies bereits einen Rückstand von 33 Sekunden auf. Die großen Verlierer der Etappe waren Ben O’Connor (Jayco AlUla) und Santiago Buitrago (Bahrain Victorious), der das Rennen aufgrund eines Sturzes aufgeben musste.
Auf der 5. Etappe kam der gesamtführende Jonas Vingegaard zu Sturz und verlor im Schlussanstieg 26 Sekunden, womit er das Gelbe Trikot nach nur einem Tag abgeben musste. Den Etappensieg sicherte sich der Franzose Lenny Martinez, der sich in den steilen Rampen mit einem Vorsprung von drei Sekunden vor Clément Champoussin (XDS Astana), Matteo Jorgenson und Harold Tejada (XDS Astana). Auf den nachfolgenden Plätzen folgten Florian Lipowitz und João Almeida mit sechs bzw. sieben Sekunden Rückstand. Neben Jonas Vingegaard zählte auch sein Landsmann Mattias Skjelmose Jensen zu den Verlierern des Tages. Der Däne wies als 17. einen Rückstand von 27 Sekunden auf. Matteo Jorgenson übernahm die Gesamtführung und liegt nun 22 Sekunden vor Jonas Vingegaard und 36 Sekunden vor Florian Lipowitz.
Nach seinem Sturz ging Jonas Vingegaard nicht an den Start der 6. Etappe. Die Etappe wurde erneut vom Wind und den kalten Temperaturen geprägt, wobei das Team Visma-Lease a Bike das Hauptfeld rund 50 Kilometer vor dem Ziel in mehrere Gruppen spaltete. In der ersten Gruppe waren zahlreiche Fahrer der Mannschaften Visma-Lease a Bike und Ineos Grenadiers vertreten, wobei auch Mattias Skjelmose Jensen, Mads Pedersen (beide Lidl-Trek), Florian Lipowitz, Matteo Sobrero (beide Red Bull-Bora-hansgrohe) und Maximilian Schachmann (Soudal Quick-Step) den Sprung in die Spitzengruppe schafften. Dahinter verloren die weiteren Gesamtklassement-Fahrer deutlich an Zeit. Die meisten büßten schlussendlich rund zwei Minuten ein, ehe Lenny Martinez das Ziel als 81. mit einem Rückstand von fast neun Minuten erreichte. Den Etappensieg sicherte sich der Däne Mads Pedersen im Sprint einer zwölf Fahrer umfassenden Gruppe vor dem Ineos-Grenadiers-Duo Joshua Tarling und Samuel Watson. Matteo Jorgenson verteidigte seine Gesamtführung und lag nun 40 Sekunden vor Florian Lipowitz und 59 Sekunden vor Mattias Skjelmose. Das Trio hatte sich zudem die Zeitbonifikationen beim Zwischensprint gesichert.
Die 7. Etappe musste aufgrund des schlechten Wetters um 40 Kilometer verkürzt werden, wobei der Col Saint Martin (1500 m) aus dem Programm genommen wurde. Der Schlussanstieg nach Auron (1614 m) stellte somit die einzige Schwierigkeit des Tages dar. Der gesamtdritte Mattias Skjelmose Jensen kam rund 50 Kilometer vor dem Ziel zu Sturz und musste das Rennen aufgeben. Den Etappensieg sicherte sich der Australier Michael Storer (Tudor), der sich aus der Ausreißergruppe vor Mauro Schmid (Jayco AlUla) und Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost) durchsetzte. Dahinter kam es in der Gruppe um den gesamtführenden Matteo Jorgenson nur zu geringen Zeitabständen, womit der US-Amerikaner das Gelbe Trikot verteidigte und nun 37 Sekunden vor Florian Lipowitz liegt. Hinter Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) rückte Michael Storer nach seiner erfolgreichen Flucht auf den vierten Gesamtrang vor, liegt jedoch bereits fast zweieinhalb Minuten zurück.