mini|V. l. n. r.: Vollblut sowie abzentrifugiertes Blutplasma und Blutserum (jeweils der Überstand über den Blutzellen) Unter Blutserum (, von und ), auch kurz nur Serum genannt, versteht man jenen flüssigen Anteil des Blutes, den man als Überstand erhält, wenn man eine geronnene Blutprobe zentrifugiert.Peter Karlson: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 12. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 1984, ISBN 3-13-357812-X, S. 387.
Dieser Überstand enthält bis auf die durch die Gerinnung verbrauchten Gerinnungsfaktoren alle natürlicherweise in der Blutflüssigkeit gelösten Stoffe. Das Blutserum entspricht also dem Blutplasma abzüglich der Gerinnungsfaktoren (vor allem Fibrin bzw. Fibrinogen). Durch das Vorhandensein von Bilirubin ist das Serum gelblich gefärbt.
Die physiologische Serumosmolarität (Isotonie) beträgt beim Menschen 281–297 mosmol/l.
Im Jahr 1892 beschrieb Edoardo Maragliano (1849–1940) die Hämolyse zwischen Blutkörperchen und Serum verschiedener Individuen.Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 48.
Es besteht aus 91 % Wasser und aus 7 % Proteine (Serumeiweiß). Proteinanteile sind: 62 % Albumin (Reserveeiweiß) und die verschiedenen Globuline wie: 3 % α1-Globuline (Lipidtransport) 7 % α2-Globuline (Eisentransport, Kupfertransport) 9 % β-Globuline (Eisentransport, Lipidtransport) 17 % γ-Globuline (Immunabwehr)
Die restlichen 2 % machen Elektrolyte, Nährstoffe, Abfallstoffe (wie zum Beispiel Harnstoff) und Hormone aus.
Literatur Jan Behrends, Josef Bischofberger, Rainer Deutzmann: Physiologie (= Duale Reihe). Thieme, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-13-138411-9.
Einzelnachweise
Kategorie:Blutbestandteil