Telewizja Republika ist ein polnischer privater Fernsehsender mit Schwerpunkt Tagespolitik und Kommentar. Am 10. April 2013 ging Telewizja Republika als Nachrichtensender auf Sendung. Er gilt als der PiS nahestehend und konservativ römisch-katholisch, ist aber instutionell unabhängig.

Geschichte 2012 gründeten die rechtskonservativen Journalisten Piotr Barełkowski, Bronisław Wildstein, Tomasz Sakiewicz, Katarzyna Gójska, Cezary Gmyz, Piotr Kwiecień und Rafał Ziemkiewicz sowie die Investigativjournalistin Anita Gargas von der Gewerkschaftszeitung der Solidarność den Sender. Als Vorbild diente der US-amerikanische Fox News Channel. Chefredakteur wurde zunächst Bronisław Wildstein. Weitere Publizisten der Magazine Do Rzeczy und Gazeta Polska konnten Ende 2012 für die Redaktion gewonnen werden, unter anderem Ewa Stankiewicz, Piotr Lisiewicz, Joanna Lichocka, Piotr Gociek, Marek Magierowski, Tomasz Terlikowski, Marcin Wolski und Krzysztof Masłoń. Nach 2016 gingen viele Redakteure von Telewizja Republika zu TVP und Polskie Radio, nachdem die PiS und Andrzej Duda die Wahlen 2015 gewonnen hatten und den staatlichen Rundfunk übernahmen. Nachdem der staatliche Rundfunk nach den Sejm-Wahlen 2023 von der neuen Regierung unter Donald Tusk übernommen worden war, gingen viele Journalisten und auch Zuschauer zu Telewizja Republika über. In der ersten Januarwoche 2025 wies der Sender beispielsweise eine höhere Einschaltquote auf als TVN24. Seit 2021 ist Tomasz Sakiewicz Chefredakteur und Vorstandsvorsitzender der Telewizja Republika Gruppe.

Im Juni 2024 erhielt Republika vom Nationalen Rundfunkrat (KRRiT) eine erweiterte Sendelizenz für DVB-T. Im Dezember bezog der Sender einen neuen Sitz mit modernerer Produktionsausrüstung. Nach raschem Wachstum geriet TV Republika in finanzielle Schwierigkeiten, da es von den in Polen marktbeherrschenden Werbebrokern (der größte davon im Besitz der TVN-Gruppe) boykottiert wird. Größere, oft ausländische Einzelwerbekunden wie Lidl haben auf öffentlichen Druck ihre Verträge mit dem Sender nicht verlängert. Bei der Begleichung von Lizenzkosten entstanden infolgedessen größere Rückstände. Zugleich gab es unter Funktionären der rechten Parteien Polens Pläne, einen Ableger der Trump-nahen US-Station Newsmax ins Leben zu rufen. Der bisher stärkste Mitbewerber von Republika war der Sender der Karnowski-Brüder, Telewizja wPolsce, der der Parteiführung von PiS näher steht.

Nachdem TV Republika im März 2026 Branchenführer bei der Reichweite über alle Zielgruppen war, urteilte ein Journalist des Medieninformationsdienstes Wirtualne Media, dass der Sender zwar ein Rekordwachstum vorzuweisen habe, Versuche der Diversifizierung allerdings fehlgeschlagen seien. Angebote in den Bereichen Sport, Boulevard, Lifestyle und E-Commerce würden nicht einmal von der bestehenden Anhängerschaft goutiert und könnten bei den Finanzierungsproblemen keine Abhilfe schaffen. Stattdessen führten diese zu einer Verwaschung der Marke. Auch wurde geurteilt, dass TV Republika eher nur Rezipient von Recherchen anderer Medien sei, wenn es um die Enthüllung von Skandalen in der Regierung Tusk III gehe.

Das Verhältnis zur Partei Jarosław Kaczyńskis ist gespalten, sodass dieser auch schon Pläne für ein partei-eigenes Fernsehen ventilierte. Die Dispute entstanden nach dem Regierungswechsel 2023 meistens zur Frage, ob die Sympathisanten vornehmlich an die in einer volatilen Situation befindliche Partei oder das Medium spenden sollten. Der Sender soll im Mai 2026 per Journalistenvisum eine Rolle bei der Flucht des in Polen angeklagten Ex-Ministers Zbigniew Ziobro aus Ungarn in die USA gespielt haben. Ziobro wurde anschließend als neuer Kommentator des Senders präsentiert. Im Zuge dessen meinten Beobachter, der Sender habe sich zunehmend von der PiS-Führung emanzipiert und setzte eigene Akzente bis hin zu einer Art „Nebenaußenpolitik“. Der Sender verfügt in den USA über eine selbstständige Unternehmensgesellschaft und eine Stiftung.

Es kam kurz darauf zu einer Reihe von Hausdurchsuchungen im Umfeld von TV Republika, u. a. bei Chefredakteur Sakiewicz (dessen Sekretärin arretiert wurde) und bei Anchorman Michał Rachon, bei dem zuhause im Badezimmer nach einer Person mit Sprengstoffgürtel gesucht wurde. Medien und die betroffenen Personen mutmaßten aufgrund der kuriosen Fahndungsgründe zunächst, es könnte sich wenigstens bei einem Teil der Interventionen um Trittbrettfahrer nach dem Schema „falscher Polizist“ gehandelt haben, da die Kräfte verweigerten, ihre Dienstausweise zu zeigen. Allerdings gingen die Minister Kosiniak-Kamysz (Verteidigung) und Kierwinski (Inneres) bei einer Pressekonferenz anfänglich von berechtigten Bombenwarnungen aus. Letztlich wurde eine Person als mutmaßlicher Anstifter der offensichtlich unbegründeten Hausdurchsuchungen festgenommen. Dem Medium nahestehende Kreise deuteten die Vorgänge als Angriff auf die Pressefreiheit; der Inlandsgeheimdienst BBN leitete Aufklärungsmaßnahmen ein.

Im August 2026 wurden Verflechtungen zwischen TV Republika und der im April insolvent gegangenen Börse für Kryptowährungen Zondacrypto bekannt. Diese Börse war auch intensiv im Sport-Sponsoring engagiert und schaltete bei TV Republika Werbung. Außerdem wurden zahlreiche Journalisten des Senders zu Events der Firma eingeladen. Sakiewicz habe dem CEO der Börse, Przemysław Kral, ein Aktienpaket von Republika verkaufen wollen, wie Onet berichtete.

Siehe auch Medien in Polen

Weblinks

Website von Telewizja Republika

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehsender (Polen) Kategorie:Polnischsprachiger Fernsehsender Kategorie:Sendestart 2013