Judith Tonhauser ist eine Professorin am Institut für Linguistik und Prorektorin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Diversity der Universität Stuttgart.
Akademische Laufbahn Tonhauser promovierte 2006 in Linguistik an der Stanford University. Ihre Dissertation trug den Titel The Temporal Semantics of Noun Phrases: Evidence from Guaraní ("Die temporale Semantik von Nominalphrasen: Belege aus dem Guaraní"). Von 2006 bis 2020 war sie Assistant Professor und Associate Professor in der Abteilung für Linguistik der Ohio State University. Seit 2020 ist sie Professorin an der Universität Stuttgart und seit 2024 Prorektorin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Diversity.
Tonhausers Forschungsinteressen umfassen Präsuppositionsprojektion, Prosodie und Bedeutung, temporale Anaphern und Referenz sowie empirische Methoden in der Semantik und Pragmatik. Sie ist bekannt für ihre Arbeiten zur theoretischen Semantik und Pragmatik, insbesondere zur sprachübergreifenden semantischen und pragmatischen Variation. In diesem Zusammenhang hat sie Sprachen untersucht, die in der linguistischen Theorie unterrepräsentiert sind, wie das paraguayische Guaraní, eine Tupí-Guaraní-Sprache, die in Paraguay und angrenzenden Ländern gesprochen wird.
Sie ist Mitherausgeberin des Journals Semantics and Pragmatics, einer Fachzeitschrift der Linguistic Society of America.
Auszeichnungen Tonhauser erhielt 2016 den Early Career Award der Linguistic Society of America. Die Auszeichnung würdigt Wissenschaftler am Beginn ihrer Karriere, die herausragende Beiträge im Bereich der Linguistik geleistet haben. Ihr Artikel von 2013, Toward a Taxonomy of Projective Content, den sie zusammen mit David Beaver, Craige Roberts und Mandy Simons verfasst hat, wurde mit dem Best Paper in Language Award der Linguistic Society of America ausgezeichnet.
Ausgewählte Publikationen
Einzelnachweise
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