mini|Königsbrücker Straße 84 (2012), heute: Goethe-Institut Das Goethe-Institut Dresden ist einer der zwölf Standorte des Goethe-Instituts in Deutschland. Das Institut wurde 1996 in der Königsbrücker Straße 84 in der Albertstadt in Dresden eröffnet.

Das Gebäude war 1911 als Soldatenheim erbaut worden und war von 1946 bis 1952 Sitz des Sächsischen Landtags.

Gebäude Das Gebäude liegt in der Königsbrücker Straße 84 in der Albertstadt in Dresden auf der nördlichen Elbseite. Der sachliche Bau ist vor allem militärgeschichtlich bedeutend und steht heute unter Denkmalschutz. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte an der Südseite ein Anbau. Das Gebäude befindet sich im Eigentum des Goethe-Institut e. V.

Geschichte Soldatenheim bis 1945 1910 fasste der Verein „Soldatenheim“ in Dresden den Plan zum Bau eines eigenen Soldatenheims in Dresden. Als Bauplatz wurde eine Lücke südlich der Pionier- und Schützenkaserne gewählt. Die Baukosten wurden hauptsächlich von den Wettinern, sächsischen Offizieren und einigen Industriellen sowie durch Spenden getragen. Um Spenden einzusammeln, wurden u. a. im damaligen Vereinshaus Veranstaltungen wie zum Beispiel am Dreikönigstag 1911 eine „Aufführung lebender Bilder“ organisiert.Frühausgabe Dresdner Nachrichten vom 7. Januar 1911.

Das Heim entstand nach Plänen des Baurats Hartung und des Architekten und Baumeisters Dutzmann. Im März 1911 stand der Rohbau und einige Firmen stellten bereits Einrichtungsgegenstände und Bargeld zur Verfügung.Frühausgabe Dresdner Nachrichten vom 19. März 1911, S. 9. Einer der größten Förderer der Errichtung des Soldatenheims in Dresden, der General der sächsischen Infanterie Paul Vitzthum von Eckstädt, konnte die Einweihung des Heimes nicht mehr erleben, da er im August 1911 starb. Die Einweihungsfeier fand am Sonntag, dem 8. Oktober 1911, im Beisein von König Friedrich August von Sachsen und zahlreicher anderer Ehrengäste statt. Das Gebäude stand damals allen Angehörigen der Garnison Dresden, aber auch Zivilpersonen offen.Dresdner Nachrichten vom 10. Oktober 1911, S. 3. An Räumlichkeiten waren besonders ein Saal, der mit den Emblemen sämtlicher früherer Dresdner Truppenteile ausgestattet war, vier Vereins- und Gastzimmer, ein Billardzimmer und zwei Kegelbahnen hervorzuheben. Außerdem verfügte das Heim über einen schattigen Garten und eine Terrasse.

Am 1. Oktober 1913 übernahm Hausvater Lange im Auftrag des Vereins die Verwaltung. Ihm, dem Verein „Soldatenheim“ und dem späteren Vereinsvorsitzenden Oberst a. D. Ehrig verdankte dieses Heim in Dresden, dass es in der Weimarer Republik nicht wie die anderen deutschen Soldatenheime aufgelöst wurde.

1946 – 1952 Sächsischer Landtag mini|Sitzung des Sächsischen Landtages 1946 Nach der Vereinsauflösung am Ende des Zweiten Weltkrieges fiel das Heim an den Freistaat Sachsen und wurde ab 1946 vom Sächsischen Landtag genutzt, da das frühere Landtagsgebäude an der Brühlschen Terrasse im Februar 1945 erhebliche Bombenschäden erlitten hatte. Mehrfach tagte im früheren Soldatenheim bis zur Auflösung der Länder in der DDR 1952 dort der Landtag.

1956 – 1990 NVA / Haus der Armee mini|Haus der Nationalen Volksarmee 1988 Nachdem das Gebäude ab 1956 durch eine in Dresden stationierte Einheit der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzt wurde, wurde es in der Mitte der 1960er Jahre zum „Haus der Armee“. Dort fanden vor allem Veranstaltungen für Armeeangehörige, aber auch für die Öffentlichkeit statt.

Das „Haus der Armee“ kam durch die Auflösung der NVA in den Besitz der Bundeswehr und danach an den Bund. Dieser wollte das Gebäude mit 2.000 Quadratmetern Grundstück für 800.000 DM, ein Drittel des Verkehrswertes, an die Stadt Dresden verkaufen. Eine Gruppe von Kunst- und Kulturschaffenden wollte es als „Kulturkraftwerk“ wiederbeleben. Stattdessen wurde das Haus an das Goethe-Institut verkauft. Aus Protest besetzten etwa 30 junge Menschen am 24. September 1991 das Haus.

Seit 1996 Goethe-Institut mini|Festsaal Im Juli 1996 fanden nach einer umfangreichen Sanierung des Gebäudes die ersten Sommerkurse des Goethe-Instituts statt. Die Eröffnung des Goethe-Instituts Dresden selbst erfolgte am 28. August 1996, dem Geburtstag von Namensgeber Johann Wolfgang von Goethe. Sachsens damaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf eröffnete gemeinsam mit Oberbürgermeister Herbert Wagner offiziell den Institutsstandort. Neben Berlin-Mitte ist es das bis heute einzige Goethe-Institut auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Im Institut nehmen jährlich etwa 1.300 Teilnehmende aus rund 100 verschiedenen Ländern an Sprachkursen und Jugendkursen sowie an Fortbildungen für Lehrkräfte teil. Das Institut verfügt über eine Mediothek und einen Veranstaltungsraum. In diesen Räumen werden regelmäßig interne Formate sowie Veranstaltungen in Kooperation mit Partnerorganisationen durchgeführt. Das Goethe-Institut Dresden ist offizielles Prüfungszentrum von Test Deutsch als Fremdsprache.

Zu den Stipendiengebern des Goethe-Instituts gehören der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander-von-Humboldt Stiftung für postgraduale Sprachstipendien sowie das PASCH-Netzwerk für Jugendkurse und Kurse für Lehrende.

Literatur Dresden als Garnisonstadt. In: Dresdner Hefte. Beiträge zur Kulturgeschichte. Dresdner Geschichtsverein e. V. 16 (1998), Nr. 53 ISBN 978-3-910055-43-8

Weblinks

Offizielle Website des Goethe-Instituts Dresden Eintrag im Stadtwiki Dresden Historische Fotos auf den Seiten der Deutschen Fotothek

Einzelnachweise

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