mini|Wappen der Pfister in Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 (Augsburger Adlige Patrizier) mini|Wappen und Halterfigur der Pfister im Augsburger Geschlechterbuch, Radierung von Hans Burgkmair dem Jüngeren, 1545/47 Pfister war der Name eines alten, geadelten Patriziergeschlechts aus der Reichsstadt Augsburg. Im Laufe der Jahrhunderte waren von der Familie vier Angehörige im Rat und zwei im Stadtgericht vertreten, allesamt evangelischer Konfession.Stetten (1762), S. 171. Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts sind die Pfister in Augsburg vollständig erloschen. Weitere Patriziergeschlechter Pfister existierten u. a. in Lindau, SchaffhausenHefner (1865), S. 155. und Regensburg.Seyler (1911), S. 7.
Geschichte Dem Historiker Paul von Stetten zufolge zählten die Pfister zu den ältesten Familien der Reichsstadt Augsburg.Stetten (1762), S. 170. Ursprünglich aus dem Handwerk stammend, war das Geschlecht im 14. Jahrhundert dort nachweislich in das Patriziat aufgestiegen und der Zünfte beigetreten. Mitte des 14. Jahrhunderts erscheint Ulrich Pfister als Steuermeister und 1370 als Zunftmeister.Stadtlexikon Augsburg Georg Pfister fungierte um 1456 als bischöflicher Burggraf. Hans Pfister († 1523) arbeitete für die Vöhlin-Gesellschaft. Als eines der bedeutendsten Angehörigen zeichnete sich Markus Pfister († 1561) zunächst als Soldat aus, als er an der Seite Kaiser Karls V. an einem Feldzug gegen Frankreich teilnahm. Zeitweise war er in England, Frankreich und Antwerpen für die Herwart-Gesellschaft tätig. Des Weiteren diente er als städtischer Gesandter auf dem Reichstag und am kaiserlichen Hof. 1538 erfolgte seine Aufnahme in das Patriziat. Von 1553 bis 1554 wirkte er als Bürgermeister und von 1555 bis 1560 als Geheimrat. Schließlich ernannte man ihn 1563 zum Kriegsrat.
Am 31. Mai 1548 verlieh Kaiser Karl V. den Vettern Georg sen., Hieronymus, Georg jun. und Christoph jun. Pfister den rittermäßigen Adelsstand, eine Wappenbesserung, das „privilegium fori“, das „privilegium denominandi“ sowie die Rotwachsfreiheit.AT-OeStA/AVA Adel RAA 315.60AT-OeStA/AVA Adel RAA 315.59 Dies steht im Widerspruch zur Publikation von Hefner, der in seinem Werk betont, „die Pfister gehörten zu den Patriziern oder Geschlechtern, jedoch nicht zum Adel“.
Mit Christoph Pfister ist das Geschlecht gegen Ende des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts in Augsburg im Mannesstamm erloschen. 1608 wurde das Wappen einem von Neuenstadt am Kocher stammenden Geschlecht verliehen bzw. geführt.
Wappen Blasonierung In Rot ein silberner Ring, begleitet von drei (2:1) silbernen Sternen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein Mohrenrumpf, die rote Kleidung das Wappenbild wiederholend.Seyler (1884), S. 84.
Darstellungen in Siebmachers Wappenbüchern
Siehe auch Augsburger Patriziergeschlechter
Literatur
Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 1. Abt., T. 1: Abgestorbener Bayerischer Adel, 1. Teil, Nürnberg 1884, S. 84 (uni-goettingen.de) und Tfl. 83 (uni-goettingen.de). 1. Abt., T. 3: Abgestorbener Bayerischer Adel, 3. Teil, Nürnberg 1911, S. 7 (uni-goettingen.de) und Tfl. 4 (uni-goettingen.de). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 208 (uni-goettingen.de).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 315.59 Pfister, Markus, Christoph junior, rittermäßiger Adelsstand, Wappenbesserung, privilegium fori, Rotwachsfreiheit, privilegium denominandi, s.d. (sine dato) (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)) AT-OeStA/AVA Adel RAA 315.60 Pfister, Georg senior, Hieronymus, Georg, Christoph jun., Vettern, rittermäßiger Adelsstand, Wappenbesserung, privilegium fori, privilegium denominandi, 1548.05.31 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)) Peter Geffcken, Katharina Sieh-Burens: Pfister – Kaufmanns- und Patrizierfamilie im Stadtlexikon Augsburg
Einzelnachweise
Kategorie:Patriziergeschlecht (Augsburg) Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Schwäbisches Adelsgeschlecht