Dies ist eine Liste von Eisenhämmern und Hammerschlössern in der Oberpfalz. Die Obere Pfalz galt im Hochmittelalter und der frühen Neuzeit als das „Ruhrgebiet des Mittelalters“.K. Erga: Das Ruhrgebiet des Mittelalters. Oberpfälzer Heimat, 5, 1960, S. 7–25. Wegen der reichen Erzvorkommen, den zahlreichen Flüssen zur Nutzung der Wasserkraft und dem Holzreichtum waren gute Bedingungen für die Gründung von Hammerwerken gegeben. An der Oberpfälzer Hammereinigung von 1387 bzw. kurz danach haben sich bereits 68 Hammermeister mit 83 Schienhämmern beteiligt, darunter auch solche aus dem Nürnberger Land und aus Oberfranken.Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Hannelore Fleißer, Fred Mahler: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung- Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 133–144. Zwischen dem 13. und Mitte des 17. Jahrhunderts werden in der Oberpfalz 273 Hütten- und Hammerwerke gezählt.Franz Michael Ress: Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der oberpfälzischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Verlag des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1950, S. 172–177. Die Zahl der Werke variiert im Laufe der Zeit, so werden 1387 auch 22 Blechhämmer genannt, 1475 waren es 141 Schienhämmer und 62 Blechhämmer, 1609 waren es 107 Schienhämmer und 75 Blechhämmer.Franz Michael Ress: Der Eisenhandel der Oberpfalz in alter Zeit. München 1951, Oldenbourg Verlag, S. 9. In einer Zusammenstellung von Wolfgang von Stromer werden mehr als 247 Eisenwerke genannt.Wolfgang von Stromer: Die große Hammereinung vom 7. Januar 1387. Kartell und Innovation als Antwort auf eine Krise. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung , Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 177–180.

Durch den Niedergang des Hammerwesens wegen des Erzmangels Anfang des 17. Jhd., der Erschöpfung der Holzressourcen und durch Kriegseinwirkungen im Zuge des Dreißigjährigen Krieges kamen viele dieser Werke ab, lagen brach und wurden auch nach Kriegsende nicht mehr in Betrieb genommen. In einem Bericht des Johann German Barbing an den Kurfürst Ferdinand Maria vom 16. Januar 1666 werden 83 Hämmer aufgezählt, von denen 29 noch „gangbar“ waren (darunter 17 Schienhämmer, 11 Blechhämmer und ein Drahthammer), 54 waren „nicht mehr gangbar“ (darunter 37 Schienhämmer, 16 Blechhämmer und ein Drahthammer).Denk, Julius: Beiträge zur Geschichte des Berg- und Hammerwesens in der churfürstlichen Oberpfalz. 1902, S. 200. Ein Teil überlebte als Mühle, als Schneidmühle, später auch als Glasschleife oder als Spiegelglasschleife. Einige dieser Werke wurden ab dem 19. Jahrhundert in Betriebe zur Erzeugung von Elektrizität umgewandelt, mit denen die natürlichen Ressourcen der Wasserkraft weiter genutzt werden konnten und von denen manche bis heute der Stromherstellung dienen.Johannes Ibel: Die Spiegelglasschleifen und -polieren im Landkreis Neustadt an der Waldnaab einschließlich der Stadt Weiden. Ein Beitrag zur Industrie- und Wirtschaftsgeschichte der nördlichen Oberpfalz. eurotrans-Verl., Weiden i. d. Opf. 1999.

Da die Eisenherstellung ein sehr ertragreiches Geschäft war, kamen die Hammerherren zu Geld, Ansehen und Einfluss, stiegen bisweilen in den niederen Adel (wie z. B. die Kastner, die Moller oder die Saurzapf) auf und konnten sich zum Teil repräsentative Hammerschlösser errichten, die heute noch privat genutzt werden oder als öffentliche Gebäude (z. B. als Rathaus oder als Museum) dienen. Viele der genannten Werke sind Mitglied in der Bayerischen Eisenstraße.

Liste (alphabetisch)