mini|Wappen derer von Lochausen im Wappenbuch des Westfälischen Adels Lochausen (auch Lochaussen, Lochhausen o. ä.) ist der Name eines niedersächsischen Briefadelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht wurde mit Diplom vom 10. Juli 1803 von König Friedrich Wilhelm III. für Hermann Werner Gottlob Lochausen (* 24. April 1749, † 22. Januar 1828), königlich-preußischer Geheimrat zu Hildesheim, in den preußischen Adelsstand erhoben.Ledebur (1856), S. 46.Kneschke (1864), S. 590. Die Familie kommt aber schon 1708 mit dem Adelsprädikat und demselben Wappen vor.Spießen (1901–1903), S. 82. Am 2./10. April 1813 wurde für denselben Hermann Werner Gottlob von Lochausen ein Patentbrief ausgestellt, durch den ihm und seinen Nachkommen der Titel „Ritter“ bestätigt wurde.Gesetz-Buelletin des Königreichs Westphalen, Nr. 21 (Tome I. An 1813), Kassel 1813, S. 359 (Nr. 74) (Google Bücher). Die Familie war in Preußen und im Königreich Hannover ansässig.

Hermann Werner Gottlob von Lochausen war der jüngste Sohn des Hildesheimer Geheimrats und Vizekanzlers Hermann Otto Anton von Lochausen (* 1699 in Gemen, † 17. Februar 1767 in HildesheimBeitrag zum Reichs-Postreuter, 1767, S. 36 (Google Bücher).). Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Göttingen und Erfurt wurde er am 20. Januar 1772 in Hildesheim bei der Fürstlichen Regierung als Rat und Referendarius angestellt. Unter Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen wurde er am 7. Februar 1774 zum Wirklichen Hof- und Regierungsrat, am 31. Oktober 1782 zum Kammerconsulenten und am 2. Januar 1788 zum Kammerrat befördert. Unter der nachfolgenden Regierung des Fürstbischofs Franz Egon von Fürstenberg wurde er am 13. Februar 1797 zum Kanzler, Geheimrat und Konsistorialpräsidenten und am 2. Januar 1802 zum Lehnpropst ernannt. Für seinen Dienstherrn vertrat er dessen Interessen u. a. an dem ehemaligen Reichskammergericht in Wetzlar. Von 1797 bis zur Vereinigung des Fürstentums Hildesheim mit dem Preußischen Staat 1802 war Hermann Werner Gottlob von Lochausen an allen öffentlichen Angelegenheiten des Fürstentums beteiligt und übte auf die Gesetzgebung im Fürstentum einen wesentlichen Einfluss aus. In der folgenden preußischen Zeit war er Direktor bei der in Hildesheim errichteten königlich-preußischen Regierung. Nachdem das Hildesheimsche 1807 dem Königreich Westphalen einverleibt worden war, wurde von Lochausen Präsident des in Hildesheim errichteten Tribunals. Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft und der Zuordnung des Fürstentums Hildesheim zum Königreich Hannover wurde von Lochausen am 1. Mai 1815 zum Direktor der in Hildesheim errichteten Justizkanzlei bestellt. 1821 erhielt er für seine langjährigen Dienste das Ritterkreuz des königlichen Guelphen-Ordens verliehen. Von Lochausen war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war eine Tochter des Amtmanns Wilhelm Krift zu Liebenburg, seine zweite eine Tochter des Prokurators am Kammergericht und Geheimrats in Wetzlar Johann Philipp Gottfried von Gülich (1729–1801). Aus erster Ehe entstammte eine Tochter, die verheiratet war und zwei Söhne gebar, aber bereits vor ihrem Vater verstarb, aus zweiter Ehe ein Sohn und eine Tochter.Ernst Spangenberg: Nekrolog, in: Neues vaterländisches Archiv oder Beiträge zu allseitigen Kenntniß des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig, Jg. 1828, 2. Band, Lüneburg 1828, S. 312–315 (Nr. 7) (Google Bücher). Eine Schwester von Hermann Werner Gottlob von Lochausen war mit Andreas von Steigentesch, dem späteren Vater von August Ernst von Steigentesch, verheiratet. Die Schwester verstarb früh und die Ehe blieb kinderlos. Erst in zweiter Ehe erhielt Andreas von Steigentesch den genannten Sohn.Guden: Erneutes Andenken an einige verdiente Hildesheimer, in: Mittheilungen geschichtlichen und gemeinnützigen Inhalts für das Fürstenthum Hildesheim und die Stadt Goslar, 2. band, 1. und 2. Heft, 1833, S. 64 f., Fußnote (Google Bücher).

Wilhelm Anton von Lochausen erscheint 1802 als Domvikar zu Hildesheim. Emma von Lochausen heiratete am 21. Oktober 1828 Albert Berkelmann, Landphysikus zu Lamspringe. 1839 kommandierte ein Major von Lochausen das 2. Bataillon des königlich-preußischen 30. Landwehr-Regiments. Ida von Lochausen († 15. Oktober 1862) war Kanonissin zu Hofschwicheldt.Lorenz M. Rheude (Bearb.): Roland. Verein zur Förderung der Stammkunde. Monatsschrift, 8. Jg. 1907–1908, 1908, S. 161 (Google Bücher).

Stammfolge

Wappen Blasonierung: Schild (goldumrändert und) quadriert. Felder 1 und 4 in Silber zwei über Kreuz gelegte schwarze Hifthörner mit goldenen Beschlägen; Felder 2 und 3 in Blau eine goldene Lilie. Zwei gekrönte Helme: I. mit schwarz-silbernen Helmdecken die gekreuzten schwarzen Hifthörner; II. mit blau-goldenen Decken ein offener schwarzer Flug (mit goldenen Kleestängeln), dazwischen die goldene Lilie.

Literatur Hermann Grote (Hrsg.): Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover und des Herzogthums Braunschweig, Hannover 1852, S. F-4 (Google Bücher). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 1: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute A–L, Nürnberg 1878, S. 243 (uni-goettingen.de) und Tfl. 293 (uni-goettingen.de). Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 9. Abt.: Der Hannöverische Adel, Nürnberg 1870, S. 31 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 31 (uni-heidelberg.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 5: Kalb–Loewenthal, Leipzig 1864, S. 590 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 46 (digitale-sammlungen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 82 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 198 (uni-duesseldorf.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht