mini|hochkant|Wappen der Funck von Senftenau (1755) Fun(c)k von Senf(f)tenau (ursprünglich nur Fun(c)k) ist der Name eines alten, weitverzweigten schwäbischen Geschlechts, das unter anderem dem Patrizierstand der Reichsstädte Schwäbisch-Gmünd, Memmingen, Nördlingen, Augsburg, Lindau und Kempten angehörte. Das später nach dem Rittergut Senftenau benannte Familie, war zuletzt vor allem in Schwaben, Franken und Österreich ansässig. Die Funck von Senftenau sind von dem sächsischen Adelsgeschlecht Funcke mit ähnlichen Wappen zu unterscheiden.Siebmacher, S. 3

Geschichte Funck mini|Bildepitaph von Johann Funk (1465–1513) und seiner Familie Die Funck sind ursprünglich ein altes Patriziergeschlecht aus Schwäbisch-Gmünd. Die Stammreihe soll nach Kneschke mit Siegmund Funck beginnen, der um 1300 lebte.Kneschke (1861), S. 410 1439 erscheint Reinbold Funck als Amtmann und 1451 als Bürgermeister von Schwäbisch-Gmünd, letzteres Amt bekleidete 1461 auch Caspar Funck.Stetten (1762), S. 223. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts lassen sich Angehörige in den Reichsstädten Memmingen und Nördlingen nachweisen.Stadtlexikon Augsburg In Memmingen zählten die Funck über Jahrhunderte zu den führenden ratsfähigen Geschlechtern. 1470 gab Johann Funk der Jüngere (1465–1513) beim Maler Bernhard Strigel ein Bildepitaph für die Funk-Kapelle in der Memminger Pfarrkirche St. Martin in Auftrag. Seine zur Entstehungszeit des Bildes verstorbenen Kinder sind darauf mit dem Totenhemd bekleidet dargestellt. 1513 stiftete Johann Funk für sich und seine Angehörigen eine ewige Seelenmesse. 1485 fungierte Andreas Funk als Bürgermeister von Memmingen. mini|hochkant|Epitaph für das Ehepaar Melchior Funck († 1496) und Anna geb. Herwarth in Augsburg, St. Anna Melchior Funck aus Nördlingen wurde 1488 Augsburger Bürger und Mitglied der Herrenstube, desgleichen 1491 der aus Memmingen stammende Jurist Rembold Funck. In Augsburg gründeten die Funck eine Handelsgesellschaft, die gängige Waren, vor allem Eisen vertrieb.Stadtlexikon Augsburg Zeitweise existierte für den Absatz in Murau in der Steiermark eine Niederlage, die seit 1494 erwähnt wurde. Das Geschäft mit Eisen florierte Dank den Funck auch in Memmingen. Dabei sollen die Handelsbeziehungen mit der Steiermark und Kärnten bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen, als die Familie noch in Schwäbisch-Gmünd ansässig war.Eirich (1971), S. 109 1538 erhielt Leonhard Funck in Augsburg das Patriziat, später waren die Funck dort nicht mehr wohnhaft.Stadtlexikon Augsburg 1544 amtierte Valentin Funck als Bürgermeister von Lindau. In den geistlichen Stand traten Eustachius Funk als Probst von St. Peter in Basel sowie Peter Funk als Theologe und Superintendent in Memmingen. Valentin Funck wirkte als Pfennigmeister des Schwäbischen Reichskreises, Bürgermeister von Lindau und von 1564 bis 1598 Hauptmann von Ulm, der sich in Ungarn im Kriegsdienst auszeichnete. Heinrich Funck zu Elgg, Sohn von Hans Funck aus Memmingen, wurde in Zürich ansässig, wo er 1587 als adliger Landsasse das Bürgerrecht erhielt. 1676 bestand die Familie in Memmingen noch aus zwölf Sprossen.Egli (1865), S. 52

Funck von Senftenau mini|Schloss Senftenau mini|hochkant|Karl Friedrich Funk von Senftenau (1748–1828)Von der Familie Büschler kaufte 1611 Johann Andreas Funck das Schloss Senftenau bei Lindau, worauf ihm 1620 das Privileg verliehen wurde.AT-OeStA/HHStA RHR Grat Feud Conf.priv.dt.Exp. 58-3-7 Der Zweig führte darauf den Namen als Prädikat. Am 6. Februar 1755 erhielt der fürstlich-brandenburgische Major, Kriegsrat und Kommissar Bartholomäus Funck von Senftenau in Wien eine Adelsbestätigung und Wappenbesserung.AT-OeStA/AVA Adel RAA 131.13 Für die Belagerung von Belgrad wurde 1790 der k. k. Artillerie-Oberst und spätere k. k. Feldmarschall-Leutnant Karl Funk von Senftenau (1744–1806) mit dem Militär-Maria-Theresia-Orden ausgezeichnet. Des Weiteren diente Friedrich Funk von Senftenau († 1812) zuletzt in der österreichischen Armee als k. k. Generalmajor.Siebmacher, S. 29 Karl Friedrich Funk von Senftenau (1748–1828) bekleidete im Fürstentum Lippe das Amt des Hofmarschalls und war von 1810 bis 1828 Kanzler bzw. Regierungschef.

Wappen mini|hochkant|Wappen der Funk von Senftenau in Siebmachers Wappenbuch Im Gegensatz zu den sächsischen Funcke(n) führten die Funck von Senftenau als Wappentier einen gekrönten Löwen mit menschlichen bzw. Königskopf. Genealogie (Auswahl)

Persönlichkeiten Karl Funk von Senftenau (1744–1806), k. k. Generalmajor und Feldmarschall-Leutnant, Träger des Militär-Maria-Theresien-Ordens. Karl Friedrich Funk von Senftenau (1748–1828), deutscher Hofmarschall und Kanzler im Fürstentum Lippe.

Siehe auch Augsburger Patriziergeschlechter

Literatur

Richard Klier: Die Funck-Gesellschaft von Memmingen und Augsburg In: Jahrbuch für Geschichte der oberdeutschen Reichsstädte, 1968, S. 121ff.

Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 3: Eberhard – Graffen. Leipzig 1861, S. 410

Weblinks

Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 131.13 Funckh (Funck) von Senfftenau, Bartholomäus, fürstlich brandenburg-ansbacher (onolzbacher) Major, Kriegsrat und Obermarchekommissär, fürstlicher Kammerjunker, Bestätigung des seinen Voreltern verliehenen Adels und Prädikates, Wappenbesserung, 1755.02.06 (Akt (Sammelakt) Eintrag im Stadtlexikon Augsburg

Einzelnachweise

Kategorie:Patriziergeschlecht (Augsburg) Kategorie:Patriziergeschlecht (Memmingen) Kategorie:Patriziergeschlecht (Kempten) Kategorie:Patriziergeschlecht (Lindau (Bodensee)) Kategorie:Schwäbisches Adelsgeschlecht Kategorie:Brandenburgisches Adelsgeschlecht Kategorie:Österreichisches Adelsgeschlecht Kategorie:Lippisches Adelsgeschlecht Kategorie:Geschichte (Nördlingen)