Thugatêr war eine niederländische Gewerkschaft von Lehrerinnen in Amsterdam, die von 1893 bis 1918 bestand. Sie sollte die kontinuierliche Verbesserung der Bildung, die Förderung der Interessen von Lehrerinnen sowie Lehrerinnen im Ruhestand unterstützen. Die Vereinigung gab auch eine feministische Frauenzeitschrift heraus.
Beschreibung Die Lehrerin Henriëtte (Harry) Goudsmit (1866–1918, Vorsitzende) gründete 1893 mit der Schriftstellerin Elise Haighton (1841–1911, als Kassenwart), der Französischlehrerin Kee de Jong (Beisitzerin), Auguste Wurfbain (1860–?, Beisitzerin) und Johanna Stants (Hausleitung) die Lehrergewerkschaft Thugatêr („Vereeniging tot bevordering der belangen van het onderwijs en van vrouwen die onderwijs geven“), der sie viele Jahre vorstand.Een nieuwe onderwijzeres Geheugen van Oost, eine Amsterdamer Historikerseite Der Verein wurde am 9. Januar 1894 offiziell in das Vereinsregister eingetragen.Erkende verenigingen, 1855–1903 Information der Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften In der Leitung der Vereinigung saß auch Jo Westerman (1866–1943), welche ab 1921 das zweite weibliche Mitglied der Zweiten Kammer der Generalstaaten wurde. Weitere Mitglieder waren u. a. die Gesangs- und Klavierlehrerin Hendrika van Tussenbroek sowie deren Schwester, der Gynäkologin Catharine van Tussenbroek (1852–1925) und die Englischlehrerin Lucie Brugman (1866–1927). Das Wort Thugatêr entstammt dem Altgriechischen und bedeutet Tochter.
Huize Thugatêr Das sogenannte Huize Thugatêr (Thugatêrhaus) war ein kleines Amsterdamer Hotel in der Keizersgracht 165, welches sich im Besitz der Gewerkschaft befand. Die Zimmer konnten nur von Lehrerinnen oder Studentinnen gemietet werden, jedoch an Wochentagen zu Gesprächen, Konzerten oder Teerunden von Besuchern frei aufgesucht werden. Es wurde am 17. August 1901 eröffnet und bot Wohnplatz für 15 Frauen. In der zentralen Halle, an die ein Wintergarten grenzte, wurden Gewerkschaftsversammlungen abgehalten aber auch Konzerte gegeben, darunter Auftritte von Kinderchören.
Jedoch bereits nach drei Jahren stellt sich heraus, dass das kleine Hotel finanziell nicht dauerhaft tragfähig war. Auch eine Zuwendung der Königinnenmutter Emma zu Waldeck und Pyrmont in Höhe von 100 Gulden (heutiger Wert etwa 3500 Euro) half kaum weiter. Am 1. Mai 1904 lief der Mietvertrag aus, die Bewohnerinnen verließen das Haus.Huize Thugatêr (3), activiteiten en sluiting Geheugen van Centrum, eine Amsterdamer Historikerseite
Belang en Recht Die Vereinigung Thugatêr war eine der Mitbegründerinnen der feministischen Frauenzeitung Belang en Recht, welche am 15. Oktober 1896 erstmalig herausgegeben wurde. Als es 1906 mit den Mitherausgebern zu Zerwürfnissen über die Finanzierung kam, wurde das Blatt eingestellt. Jedoch übernahm wenige Monate später Thugatêr die Gesamtleitung und brachte die Zeitschrift ab Februar 1907 wieder neu heraus. Mit dem Tod der Chefredakteurin Henriëtte Goudsmit im Jahr 1918 wurde die Zeitung endgültig eingestellt.
Mangels anderer Quellen scheint dies vermutlich auch das Ende der, in diesen Jahren auch finanziell angeschlagenen,Van Thugatêr in Belang en Recht vom 1. März 1918. Vereinigung Thugatêr gewesen zu sein.
Einzelnachweise
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