Die Ursa Major, kyrillisch Урса Майор, war ein zuletzt unter russischer Flagge fahrendes Schwergut-RoRo-Schiff. Die Ursa Major gehörte dem Unternehmen Oboronlogistics, das mit dem russischen Verteidigungsministerium verbunden ist. Das Schiff sank am 23. Dezember 2024 im Mittelmeer zwischen Spanien und Algerien etwa auf der Position .

Geschichte Der Rumpf des Spezialschiffes wurde von der Rolandwerft in Berne zugeliefert. Es wurde 2009 auf der Peene-Werft in Wolgast für die Reederei SCANSCOT unter dem Namen Scan Britania fertiggestellt. Bereits im Jahr 2010 erfolgte eine Umbenennung in Hyundai Britania und schon 2011 in EIT Palmina. Eine weitere Namensänderung erfolgte 2017 nach russischer Beflaggung in Sparta III und letztlich 2021 in Ursa Major. Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 wurde das Schiff von den USA sanktioniert. Im September 2019 brachte das Schiff, noch als Sparta III eine Fracht von Ostasien über die Nordostpassage nach Europa. Das war 27 Prozent kürzer als die Umrundung Asiens in Richtung Süden, was die Reise um zehn Tage verkürzte. Das Schiff umging den Suezkanal mit den damit verbundenen Gebühren und der Gefahr der Piraterie in Teilen des Indischen Ozeans. Oboronlogistics behauptete, dass die Reise 300.000 Euro eingespart habe. Damals war der Nördliche Seeweg von August bis Oktober befahrbar.Vesselfinder Ende 2020 wurde das Schiff in der Mündung des Jenissei in der russischen Arktis im Eis eingeschlossen. Der 1979 gebaute eisbrechende Ankerschlepper Kigoriak, der gechartert worden war, um das Schiff zu begleiten, war nicht in der Lage, es aus dem Eis zu befreien. Die Oboronlogistics beauftragte das FGUP Atomflot (), einen ihrer nuklear angetriebenen Eisbrecher, die im Obbusen operierten, umzuleiten, um beide Schiffe aus dem Eis zu geleiten.portnews.ru (russisch) Rosatom setzte die nuklear angetriebene Waigatsch ein, um eine Fahrrinne zu brechen und die Admiral Makarov zu übergeben, um die Sparta III an die Eiskante zu schleppen, wo das Schiff, mit beschädigter Ruderanlage, an das eisverstärkte Bergungsschiff Spasatel Karev übergeben wurde, das es nach Archangelsk schleppte.rosatoflot (russisch)

Das Schiff Laut Oboronlogistics war die Ursa Major das Flaggschiff seiner Flotte. Das Schiff hatte eine Gesamtlänge von 142,47 Metern und eine Gesamtbreite von 23,20 Metern. Der mittlere Tiefgang betrug 7,20 Meter. An der Backbordseite waren zwei Schwergutkräne montiert. Die Aufbauten und die Brücke befanden sich auf dem Vorschiff, so dass das Deck frei für sperrige Ladung war und die Sicht von der Brücke nach vorn nicht behindert wurde.Bild bei shipspotting.com Als Hauptantrieb verfügte das Schiff einen mittelschnell laufenden Sechzehnzylinder-MAN-B&W-16V32/40-Dieselmotor mit 8.000 Kilowatt Leistung, entsprechend 10.880 PS, der von der STX Corporation in Südkorea in Lizenz gefertigt worden war und auf einen Verstellpropeller wirkte. Die Ursa Major erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten.

Untergang Das Schiff war von Sankt Petersburg in einen syrischen Hafen unterwegs und damit Teil des sogenannten „Syria-Express“, mit dem Russland Waffen und andere Waren nach Syrien und von dort ins Schwarze Meer transportierte. Von den syrischen Stützpunkten verlegte Russland zu diesem Zeitpunkt nach dem Sturz des Assad-Regimes Material unter anderem nach Libyen. Der Eigner des Schiffes sagte dagegen, die Ursa Major sei auf dem Weg nach Wladiwostok im Fernen Osten Russlands gewesen.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax verließ die Ursa Major zwölf Tage vor ihrem Untergang den Hafen von Sankt Petersburg. An Bord waren zwei Hafenmobilkräne mit einem Gewicht von jeweils 380 Tonnen und zwei 45 Tonnen schwere Lukendeckel für Eisbrecher.

Auf Bildern kurz vor seinem Untergang ist zu sehen, dass das Schiff Schlagseite hatte. Vor dem Untergang des Schiffes gelang es dem größten Teil der Besatzung, die Ursa Major zu verlassen. Nach Angaben der spanischen Seenotrettungsagentur Salvamento Marítimo wurden 14 Menschen in einem Rettungsboot aufgefunden und sicher nach Spanien gebracht. Zwei Seeleute werden vermisst. Anschließend traf ein russisches Kriegsschiff in dem Seegebiet ein, um die Rettungsaktion zu übernehmen.

Die Reederei gab später an, sie vermute einen „Terrorangriff“ als Ursache des Untergangs. In russischen Agenturen verbreitete die Firma, „dass am 23. Dezember ein gezielter terroristischer Angriff auf das Schiff Ursa Major verübt wurde“. Es habe drei aufeinanderfolgende Explosionen auf dem Schiff gegeben, bevor Wasser in dieses eingedrungen sei. Sie führte jedoch nicht aus, worauf sie ihren Verdacht gründet und wodurch die Explosionen ausgelöst worden sein sollen.

Die spanische Zeitung La Verdad berichtete 2025, die Ursa Major habe Elemente für einen Atomreaktor nach Nordkorea transportieren sollen.El barco ruso hundido frente a Cartagena ocultaba dos reactores nucleares para Corea del Norte https://web.archive.org/web/20251228084506/https://www.laverdad.es/murcia/cartagena/barco-ruso-hundido-frente-cartagena-ocultaba-dos-20251228071129-nt.html

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew beschuldigte die Besatzung der norwegischen Oslo Carrier 3 der Reederei Bulkship Management, sie habe sich geweigert in Seenot befindliche Besatzungsmitglieder der Ursa Major an Bord zu nehmen. Laut Besatzung der Oslo Carrier 3 habe ein Rettungsboot mit 14 Besatzungsmitgliedern am Schiff festgemacht, bis ein Schiff der spanischen Küstenwache eintraf.

Das Schiff erlitt offenbar ein 50 cm auf 50 cm großes Loch in der Außenhülle oberhalb der Wasserlinie am Maschinenraum, das anfangs unbemerkt blieb. Als mögliche Verursacher werden genannt: ein Superkavitations-Torpedo oder eine Haftmine. Das Schiff wurde offenbar am 23. Dezember von der Ivan Gren, einem Schiff des Projekts 11711, die es gemeinsam mit der Aleksandr Otrakovsky, ein weiteres russisches Militärschiff, begleitete, versenkt. Das Wrack liegt in einer Tiefe von etwa 2500 m. Im Januar 2025 wurde das Gebiet von der Jantar, ein russisches Aufklärungsschiff der russischen Marine mit Kleinst-U-Booten, aufgesucht. Mehrere Explosionen deuteten darauf hin, dass das Wrack weiter zerstört wurde, um mögliche kompromittierende Überreste und Beweise zu vernichten. Weiterhin überflog später zweimal im Abstand von mehreren Monaten eine WC-135-R der US-Luftwaffe das Meeresgebiet. Diese Flugzeuge werden zum Aufspüren von radioaktiven Spuren eingesetzt.

Es wird behauptet, die Ursa Major habe auf ihrer letzten Reise Teile nuklearer Reaktoren, wie sie in U-Booten genutzt werden, für Nordkorea transportiert.

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