Hans Kamensetzer († 1487 in Wien)Hans Rott: Oberrhein. Quellen (Baden, Pfalz, Elsass) (= Quellen und Forschungen zur süddeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert. Band 3). Strecker und Schröder Verlag, Stuttgart 1936, S. 260. war ein spätgotischer Bildschnitzer.

Ursprünglich stammte Hans aus Ulm. 1471 erwarb er die Stadtbürgerschaft in Straßburg mit der Absicht, sich den Goldschmieden dort anzuschließen.„Item Hans Kamensetzer von Ulme, der bildehöwer, hat das burgrecht kouft und wil dienen mit den goltsmyden.“ Zit. n. Hans Rott: Oberrhein. Quellen (Baden, Pfalz, Elsass) (= Quellen und Forschungen zur süddeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert. Band 3). Strecker und Schröder Verlag, Stuttgart 1936, S. 259. Sein Wirken wurde verstärkt in Zusammenhang mit dem künstlerischen Austausch zwischen den beiden Städten und medial übergreifend – Glasmalerei, Skulptur – diskutiert.Hartmut Scholz: Hans Wild und Hans Kamensetzer. Hypotheken der Ulmer und Straßburger Kunstgeschichte des Spätmittelalters. In: Jahrbuch der Berliner Museen 36 (1994), S. 93–140. Später wirkte Hans Kamensetzer auf Geheiß des Kaisers in Wien.„und maister Hans Kammensetzer, bildhawer, der von Straßburg zu der kaiserlichen maiestat gen Wien getzogen und daselbs mit tod vergangen“. Zit. n. Hans Rott: Oberrhein. Quellen (Baden, Pfalz, Elsass) (= Quellen und Forschungen zur süddeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert. Band 3). Strecker und Schröder Verlag, Stuttgart 1936, S. 260.

Sein leiblicher Bruder war Thoman Kamensetzer, ein Priester, der im Zuge der Nachlassregelung archivalisch greifbar wird.

Stilistisch wird er in das Umfeld Niclaus Gerhaert van Leydens gesetzt.

Zugeschriebene Werke Geburt Christi, um 1470 (Walnuss, Linde, 60 × 55 × 30 cm; Amsterdam, Rijksmuseum, Inv. Nr. BK-16985)Kaliopi Chamonikolasová: Nicolaus Gerhaert of Leyden in the Moravian Context. In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 48 (1995), S. 61–84, hier S. 77. Apokalyptische Madonna, um 1475/85 (Linde, 145 cm hoch; Privatbesitz) Maria aus einer Verkündigungsgruppe, um 1480 (Holz, 148,5 × 51 × 42 cm; Bratislava, Slowakische Nationalgalerie) Relief mit der Geburt Christi vom Hochaltar im Martinsdom, um 1480 (Linde, 206 × 118 × 57,5 cm; Bratislava, Slowakische Nationalgalerie, Inv. Nr. P53)

Literatur Hans Rott: Oberrheinische Künstler der Spätgotik und Frührenaissance. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 82 (1930), S. 39–106, hier S. 41. Hartmut Scholz: Hans Wild und Hans Kamensetzer. Hypotheken der Ulmer und Straßburger Kunstgeschichte des Spätmittelalters. In: Jahrbuch der Berliner Museen 36 (1994), S. 93–140. Hartmut Scholz: Zurück zu den Anfängen. Hans Kamensetzer revisited. In: Wolfgang Augustyn (Hrsg.): Opus. Festschrift für Rainer Kahsnitz (= Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Band 70). Berlin 2019, Bd. 2, 117–129.

Weblinks Eintrag der Fédération des Sociétés d’Histoire et d’Archéologie d’Alsace

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer des Mittelalters Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 15. Jahrhundert Kategorie:Mann