Seattle SuperSonics (oder vereinfacht Sonics) waren ein US-amerikanisches professionelles Basketballteam aus Seattle (Washington). Sie waren Teil der Pacific und Northwest Divisionen der National Basketball Association (NBA) von 1967 bis 2008. Nach der Saison 2007/08 zog das Franchise nach Oklahoma City um und spielt heutzutage unter dem Namen Oklahoma City Thunder.

Sam Schulman war von der Gründung 1967 bis ins Jahr 1983 Eigentümer des Teams. Auf ihn folgte Barry Ackerley (1983–2001) und die Basketball Club of Seattle LLP, angeführt vom Aufsichtsratsvorsitzenden, Präsidenten und CEO von Starbucks, Howard Schultz (2001–2006). Am 18. Juli 2006 verkaufte die Basketball Club of Seattle LLP die SuperSonics und die WNBA-Franchise-Tochter Seattle Storm an die Professional Basketball Club LLC, deren Eigentümer der Oklahoma-City-Unternehmer Clay Bennett ist. Der Verkauf wurde am 24. Oktober 2006 vom NBA-Verwaltungsrat bestätigt und am 31. Oktober abgeschlossen. Aufgrund nicht genehmigter öffentlicher Gelder für den Bau einer neuen Sportarena in Seattle zogen die SuperSonics vor der NBA-Saison 2008/09 nach Oklahoma City. Die neuen Eigentümer einigten sich zuvor mit der Stadt Seattle auf eine Zahlung von 45 Millionen US-Dollar, um die Kosten für die noch bis 2010 bestandene Miete der KeyArena zu begleichen.

Bis zum Umzug fanden Heimspiele in der KeyArena, ursprünglich Seattle Center Coliseum genannt, statt. Im Jahr 1978 zog das Team in den Kingdome, den sie sich mit dem MLB-Team Seattle Mariners und dem NFL-Team Seattle Seahawks teilten. 1985 zogen sie zurück in das Coliseum. Zwischenzeitlich spielten sie zudem im Tacoma Dome in Tacoma (Washington) (NBA-Saison 1994/95) während das Coliseum umgebaut und in die KeyArena umbenannt wurde.

Die SuperSonics konnten 1979 zum ersten und einzigen Mal den NBA-Titel erreichen. Insgesamt gewann das Franchise drei Western-Conference-Titel: 1978, 1979 und 1996. Das Team gewann außerdem sechsmal einen Division-Titel, den letzten 2005, davon fünf in der Pacific Division und einen in der Northwest Division. Nach einem Rechtsstreit zwischen der Stadt Seattle und Clay Bennetts Firma verblieben Banner, Trophäen und ehemalige Trikots in Seattle; der Spitzname, das Logo, und die Farbgebung sind für alle nachfolgenden NBA-Teams verfügbar. Die Franchise-Geschichte der Sonics wurde jedoch mit den Oklahoma City Thunder geteilt.

Geschichte des Franchises Gründung mini|hochkant|Tom Meschery und Bob Rule während der Expansion-Saison der Sonics (etwa 1967/68). Am 20. Dezember 1966 erhielten die Geschäftsleute aus Los Angeles Sam Schulman und Eugene V. Klein und eine Gruppe von Partnern die Rechte an einem NBA-Franchise in Seattle. Schulman agierte dabei als Vorsitzender und Kopf des Teams. Der Name „SuperSonics“ bezog sich auf Boeings kürzlich erhaltenen Auftrag für das SST-Projekt (Supersonic Transport), das später eingestellt wurde. Die SuperSonics waren Seattles erstes Franchise in einer Profiliga (Major League).

Das Team nahm im Oktober 1967 den Spielbetrieb auf und wurde dabei von Al Bianchi trainiert. Zum Team gehörte der All-Star-Guard Walt Hazzard und NBA All-Rookie Team-Mitglieder Bob Rule und Al Tucker. Das Expansion-Team verlor das erste Spiel mit 144:116 und beendete die Saison mit einem negativen Sieg/Niederlage-Verhältnis von 23:59.

1968–1975: Die Wilkens-Ära mini|hochkant|links|Lenny Wilkens im Trikot der SuperSonics (1968). Vor dem Start der neuen Saison wurde Hazzard für Lenny Wilkens mit den Atlanta Hawks getradet. Wilkens brachte ein vielseitiges Spiel zu den SuperSonics, mit durchschnittlich 22,4 Punkten pro Spiel, 8,2 Assists und 6,2 Rebounds in der Saison 1968/69. Rule hingegen verbesserte seine Rookie-Statistiken auf durchschnittlich 24 Punkte pro Spiel und 11,5 Rebounds. Die SuperSonics gewannen jedoch nur 30 Spiele und Bianchi wurde in der Off-Season von Wilkens als Spielertrainer ersetzt.

Wilkens und Rule repräsentierten Seattle im NBA All-Star Game 1970 und Wilkens erzielte in der Saison 1969/70 die meisten Assists. Im Juni 1970 stimmten die NBA-Eigentümer mit 13:4 für einen Zusammenschluss mit der American Basketball Association (ABA); SuperSonics-Besitzer Sam Schulman, selbst Mitglied des Fusionsausschusses 1970, war so erpicht auf den Zusammenschluss der Ligen, dass er öffentlich bekanntgab, dass, wenn die NBA der Fusion nicht zustimmt, er mit den SuperSonics zur ABA wechseln würde. Weiterhin drohte Schulman mit dem Franchise-Umzug nach Los Angeles, um direkt mit den Lakers zu konkurrieren. Die Kartellverbotsklage von Oscar Robertson gegen die NBA verzögerte die Entscheidung und die SuperSonics blieben in Seattle. Früh in der Saison 1970/71 riss sich Rule die Achillessehne und konnte für den Rest des Jahres nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen.

Ankunft von Spencer Haywood mini|hochkant|Der Point Guard Lee Winfield bei einem Spiel gegen die Atlanta Hawks (auf einer Stadionzeitung aus dem Jahr 1972). Wilkens wurde 1971 zum besten Spieler des All-Star Games gewählt. Noch wichtiger für das Team war aber die Ankündigung von Sam Schulman, dass er es geschafft hätte, den ABA-Rookie des Jahres und Most Valuable Player, Spencer Haywood zu verpflichten. In der folgenden Spielzeit schafften die SuperSonics zum ersten Mal eine positive Spielbilanz am Ende der Saison (47:35). Das Team, angeführt von Spielertrainer Wilkens und All-NBA-First-Team-Mitglied Haywood (Power Forward), hielt bis zum 3. März eine Bilanz von 46:27, doch Verletzungen zum Ende der Saison von Haywood, Dick Snyder und Don Smith führten zu acht Niederlagen in neun Spielen. Somit scheiterten sie knapp an der ersten Play-off-Teilnahme.

Zur Saison 1972/73 wurde Wilkens durch einen unpopulären Transfer an Cleveland abgegeben. Ohne seine Führungsstärke erreichten die SuperSonics nur eine Bilanz von 26:56. Trotzdem wurde Haywood wieder in das All-NBA First Team gewählt, mit einem SuperSonics-Rekord von 29,2 Punkten und 12,9 Rebounds pro Spiel.

1975–1983: Die Meisterschaftsjahre Im folgenden Jahr wurde der legendäre Bill Russell als Head Coach verpflichtet. 1975 erreichte er mit den Sonics zum ersten Mal die Play-offs. Das Team um Haywood, die Guards Fred Brown und Slick Watts sowie dem Rookie-Center Tommy Burleson, besiegte die Detroit Pistons in einer Drei-Spiele-Miniserie, schied dann jedoch nach sechs Partien gegen den späteren NBA-Meister Golden State Warriors aus. In der darauffolgenden Saison gaben die SuperSonics Haywood an die New York Knicks ab und zwangen die verbliebenen Spieler somit zu einer Leistungssteigerung in der Offensive. Der Guard Brown, jetzt in seiner fünften Spielzeit, wurde ins Team des NBA All-Star Game 1976 berufen und wurde Fünfter in der Liga bei Punkten pro Spiel und der Freiwurfquote. Burlesons Spiel wurde stärker, während Watts bester Spieler der NBA bei Assists und Steals und damit in das All-NBA Defensive First Team berufen wurde. Die SuperSonics erreichten wieder die Play-offs, schieden aber gegen die Phoenix Suns nach sechs Spielen aus, trotz starker Auftritte von Brown (28,5 Punkte pro Spiel) und Burleson (20,8 Punkte pro Spiel).

Trainer Russell verließ Seattle nach der Saison 1976/77. Mit dem neuen Head Coach Bob Hopkins erreichte das Team nur ein Sieg/Niederlage-Verhältnis von 5:17. Daraufhin wurde Lenny Wilkens reaktiviert, um Hopkins zu ersetzen und das Schicksal des Teams wendete sich sofort. Seattle gewann elf der ersten zwölf Partien unter Wilkens, beendeten die Saison mit 47:35 und gewannen damit den Western-Conference-Titel. In der Finalserie der Saison 1977/78 unterlagen sie trotz dreier Siege den Washington Bullets. Bis auf den Verlust des Centers Marvin Webster an die New York Knicks blieb der Kader Seattles größtenteils intakt. So gewannen sie in der Saison 1978/79 zum ersten Mal den Divisionstitel.

mini|Jack Sikma im Jahr 1978 In den darauffolgenden Play-offs bezwang Seattle die Phoenix Suns in sieben umkämpften Spielen, was zu einer Neuauflage der Finalserie des letzten Jahres mit den Washington Bullets führte. Dieses Mal entschieden die SuperSonics fünf Partien für sich und gewannen damit zum einzigen Mal in ihrer Geschichte den NBA-Titel. Zum Team gehörte die starke Backcourt-Reihe mit Gus Williams und der Finalserien-MVP Dennis Johnson. Zudem waren der wiederholte All-Star-Center Jack Sikma, Small Forward John Johnson, Power Forward Lonnie Shelton, Fred Brown und Paul Silas am Titelgewinn maßgeblich beteiligt.

In der Saison 1979/80 erreichten die SuperSonics, mit einem Sieg/Niederlage-Verhältnis von 56:26, den zweiten Platz in der Pacific Division hinter den Los Angeles Lakers. Fred Brown gewann die erste Auszeichnung der NBA für den Schützen mit der besten Dreipunkteverwertung, Jack Sikma absolvierte das zweite seiner karriereüberspannenden sieben All-Star-Spiele für Seattle, Gus Williams und Dennis Johnson wurden beide für das All-NBA Second Team nominiert und Johnson war zum zweiten Mal in Folge im All-NBA First Defensive Team vertreten. Die SuperSonics erreichten zum dritten Mal in Folge das Finale der Western Conference, verloren aber gegen die Lakers nach fünf Spielen. Es war das letzte Mal, dass Williams und Johnson zusammen im SuperSonics-Trikot aufliefen, da Johnson vor dem Beginn der Saison 1980/81 zu den Phoenix Suns wechselte und Williams aufgrund von Vertragsstreitigkeiten ein Jahr pausierte. Seattle rutschte daraufhin auf den letzten Platz der Pacific Division mit einem Verhältnis von 34:48. Es war das einzige Mal in der Geschichte der SuperSonics, dass sie eine Saison auf dem letzten Platz ihrer Division beendeten. Williams lief in der Saison 1981/82 wieder für Seattle auf und das Team errang ein respektables 52:30- und im folgenden Jahr 48:34-Sieg/Niederlage-Verhältnis.

Im Jahr 1981 gründete das Franchise mit dem Sonics SuperChannel den ersten Pay-TV-Sportkanal.

1983–1989: Ein Zeitraum des Niedergangs mini|Die meisten Heimspiele absolvierten die SuperSonics in der eigenen KeyArena. Im Oktober 1983 verkaufte der Franchisebesitzer Sam Schulman die SuperSonics an den Unternehmer Barry Ackerley. Es kam zu einem Zeitraum der sportlichen Verschlechterung und einer Mittelmäßigkeit für das Franchise. Im folgenden Jahr beendete Fred Brown nach 13 Saisons mit den Sonics seine Karriere. Seine Laufbahn spiegelte vieles der SuperSonics-Geschichte zu dieser Zeit wider. Er war im selben Team wie Rule und Wilkens während ihrer ersten Saison und spielte eine wichtige Rolle in den ersten Play-offs Seattles und war wichtiger sechster Spieler während der Jahre der Meisterschaftsserie. In Anerkennung seiner vielen Beiträge für das Team wurde Browns Trikotnummer (32) ab dem Jahr 1986 nicht wieder vergeben. Lenny Wilkens verließ Seattle nach der Saison 1984/85, und als Jack Sikma nach der Saison 1985/86 zu den Milwaukee Bucks wechselte, war die letzte Verbindung zum Meisterschaftsteam (nur Trainer Frank Furtado blieb in Seattle) getrennt.

Die zweite Hälfte der 1980er Jahre bot nur wenige Höhepunkte für die SuperSonics. Nur Tom Chambers’ All-Star Game MVP Award 1987, Seattles überraschende Teilnahme an den Finalspielen der Western Conference im selben Jahr sowie die Leistung des Trios Chambers, Xavier McDaniel und Dale Ellis zeugten von der Qualität des Teams. Während der Saison 1987/88 erreichten die Spieler jeweils etwa 20 Punkte pro Spiel, wobei Ellis auf 25,8, McDaniel auf 21,4 und Chambers auf 20,4 Punkte kam. Zu Beginn der Saison 1988/89 unterschrieb Chambers bei Phoenix einen neuen Vertrag. Ellis verbesserte seine durchschnittlichen Punkte pro Spiel auf 27,5 und war zweitbester Dreipunktewerfer. Die SuperSonics beendeten die Saison mit einem 47:35-Verhältnis und erreichten die zweite Runde der Play-offs.

1989–1998: Die Payton/Kemp-Ära mini|hochkant|George Karl war sechs Saisons lang Head Coach der SuperSonics (1992–1998).