Die Lex Poetelia de ambitu war ein möglicherweise 358 v. Chr. geschaffenes Gesetz in der vorklassischen Zeit der Römischen Republik. Das Gesetz verbot Anwärtern auf politische Ämter den Wahlkampf auf Märkten und Versammlungsplätzen.Livius, Ab urbe condita, 7,15, 12–13.

Stimmenwerbung in eigener Sache oder zugunsten eines persönlichen Günstlings galt im antiken Recht des römischen Reichs als Verbrechen. Stimmenfang erfüllte den Tatbestand politischer Korruption (ambitus), denn Bestechungen oder auch andere taktische Versuche der Schwächung des Gegners galten als äußerst unethisch. Das Gesetz fällt in die Zeit, als den Plebejern durch die leges Liciniae Sextiae des Jahres 387 v. Chr. der Zutritt zum Konsulat eröffnet worden war. Der Gesetzesantrag wurde wohl von Gaius Poetelius Libo Visolus, der zu dieser Zeit Volkstribun war, in die Volksversammlung eingebracht. Er bedurfte der Zustimmung des Senats per Vorabbescheid.

Literatur

Martin Isler: Ueber das Poetelische Gesetz de ambitu. In: Rheinisches Museum für Philologie. Neue Folge, Band 28, 1873, S. 473–478. Wolfgang Kunkel, Roland Wittmann (Hrsg.), fortgeführt von Hartmut Galsterer, Christian Meier und Roland Wittmann: Staatsordnung und Staatspraxis der römischen Republik. Zweiter Abschnitt. Die Magistratur. (Von Wittmann vervollständigte Ausgabe des von Kunkel unvollendet nachgelassenen Werkes) München 1995, ISBN 3-406-33827-5. S. 65 (Rn. 39). Giovanni Rotondi: Leges publicae populi Romani; elenco cronologico con una introd. Sull’attivitá legislativa dei comizi romani. Hildesheim G. Olms 1962, ISBN 978-3-487-01173-8. S. 221. Giovanni Rotondi: Leges publicae populi Romani (Memento vom 25. Dezember 2024 im Internet Archive).

Anmerkungen

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