mini|rechts|Dorfkirche (Aufnahme von 2009) Brzesko (deutsch Brietzig) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Pyrzyce im Powiat Pyrzycki der Woiwodschaft Westpommern in Polen.

Geographie Brzesko liegt in Hinterpommern, etwa 45 Kilometer südöstlich von Stettin und etwa acht Kilometer östlich der Kreisstadt Pyritz. Die nächsten Nachbardörfer sind Kosin (Kossin) im Osten, Letnin (Lettnin) im Südwesten und Mechowo (Megow) im Nordwesten.

Geschichte Aus vorgeschichtlicher Zeit stammen die Großsteingräber bei Brietzig, megalithische Grabanlagen der jungsteinsteinzeitlichen Trichterbecherkultur, die im 19. Jahrhundert zerstört wurden.

Die erste urkundliche Nennung des Dorfes stammt aus einer Urkunde von 1186/1187. Mit dieser Urkunde übertrug Herzog Bogislaw I. von Pommern der Domprobstei Cammin die Nikolaikirche und die Burg in Lebbin mit den zugehörigen Besitzungen. Unter diesen Besitzungen war auch das halbe Dorf Brezko im Land Pyritz („dimidia villa Brezko in terra Pyriz“).Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Bd. 1). Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 102. Diese Ausstattung der Domprobstei Cammin wurde bestätigt durch die Herzöge Barnim I. und Wartislaw III. mit einer Urkunde aus dem Jahr 1243,Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Bd. 1). Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 412. durch Herzog Wartislaw IV. mit einer Urkunde aus 1321 und durch die Herzöge Bogislaw V., Barnim IV. und Wartislaw V. mit einer Urkunde aus 1356. Später kam dieser Anteil von Brietzig an das fürstliche Amt Pyritz.

Im Jahre 1227 bestätigten Herzog Barnim I. von Pommern und seine Mutter Herzogin Miroslawa das Kloster Marienbusch und verliehen ihm mehrere Dörfer, unter anderem das Dorf Breszko im Lande Pyritz.Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage, Böhlau Verlag, Köln und Wien 1970, Nr. 242. Diese Verleihung wird sich auf einen anderen Anteil von Brietzig bezogen haben. Wohl dieser Anteil war es, mit dem 1331 ein Ritter Ulrich Schöning (aus der pommerschen adligen Familie von Schöning) belehnt wurde. Im Jahre 1346 übertrug Herzog Barnim IV. das Dorf Brietzig – jedenfalls den größeren Teil des Dorfes – der Marienkirche zu Stettin. Ein Anteil von Brietzig muss zunächst bei der Familie Schöning verblieben sein, da 1367 ein Heinrich Schöning auf Lübtow vier Hufen in Brietzig an das Ottenstift zu Stettin verkaufte.

In Ludwig Wilhelm Brüggemanns Ausführlicher Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (1784) ist Brietzig als „ein großes und ansehnliches Dorf“ aufgeführt. Damals gab es hier einen Prediger, einen Lehn- und Freischulzen, 41 Bauern, von denen einer auch Krüger war, zehn Kossäten, einen Küster, einen Schulmeister und einen Schmied. Das Dorf gehörte überwiegend der Marienkirche zu Stettin, der Lehn- und Freischulze zum Amt Kolbatz, ein Bauer gehörte zum Nachbardorf Lettnin und die Pacht eines anderen Bauern ging an das Amt Pyritz.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. 2. Teil, 1. Band. Stettin 1784, S. 134 (Online).

Bis 1945 bildete Brietzig eine Gemeinde im Kreis Pyritz der Provinz Pommern. Zur Gemeinde gehörte auch der Wohnplatz Ziegelei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Brietzig, wie alle Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze, an Polen. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Der Ortsname wurde zu „Brzesko“ polonisiert.

Entwicklung der Einwohnerzahl 1867: 744 EinwohnerDie Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern. Berlin 1874, S. 38 (Online). 1871: 774 Einwohner 1925: 786 Einwohner

Siehe auch Liste der Orte in der Provinz Pommern

Literatur Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Teil II. Band 3. Anklam 1868, S. 643–645 (Online).

Weblinks

Brietzig bei Meyers Gazetteer (mit historischer Karte)

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Gmina Pyrzyce