Die Kreuzbergkaserne Zweibrücken war eine Kaserne in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Das Gelände liegt im Nordwesten der Stadt und erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 48,5 Hektar. Der gleichnamige Kreuzberg ist ein Bergrücken mit einer Höhe von .

Die Etymologie des Namens "Kreuzberg" lässt sich auf die Zusammensetzung der beiden Elemente "Kreuz" und "Berg" zurückführen. Im Mittelalter wurde ein Kreuz auf dem Weg, der in Richtung Landstuhl führt, errichtet. Die Bevölkerung bezeichnete den Berg daraufhin als "Berg mit dem Kreuz".

Die Topographie des Berges, ermöglichte es den feindlichen Streitkräften, den Berg während der gesamten Geschichte der Stadt als strategischen Vorteil im Kontext von Angriffen auf Zweibrücken zu nutzen. Erst mit dem Bau des Westwalls durch Hitler während des Zweiten Weltkriegs wurde auf dem Kreuzberg ein permanentes Militärlager eingerichtet.

Ursprünglich wurde die Anlage zwischen 1937 und 1938 mit vier Gebäuden errichtet und diente von 1939 bis 1945 der Wehrmacht unter dem Namen Artillerie-Kaserne oder Kreuzberg-Kaserne. Anschließend wurde sie von 1945 bis 1953 von französischen Truppen genutzt. Mitte der 1950er Jahre übernahm die US-Armee die Anlage, die sie bis 1993 als Personalersatzzentrum sowie für weitere militärische Zwecke nutzte.

Nach dem Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte ging ein Teil des Geländes in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland über. Ein weiterer Teil wurde von 1993 bis 2000 durch die niederländische Luftwaffe im Rahmen des NATO-Truppenstatuts (SOFA) genutzt. Heute wird die Kaserne einer zivilen Nutzung zugeführt, einschließlich Wohnsiedlungen, eines Hochschulstandorts und Gewerbegebieten.

Geschichte Die ersten Gebäude der Kaserne wurden 1937/38 errichtet. Zwischen 1939 und 1945 wurde die Anlage von der Wehrmacht genutzt. Zweibrücken wurde kurz vor Kriegsende durch einen Luftangriff weitgehend zerstört. Am 14. März 1945 zerstörte ein kanadischer Luftangriff in zwölf Minuten fast die gesamte Altstadt; rund 800 Tonnen Bomben markierten faktisch das lokale Kriegsende.Bombardierung vom 14. März 1945 in SR Kultur

Am 18. März 1945 besetzten US-Truppen die Stadt, zogen jedoch auf französischen Druck am 10. Juli 1945 wieder ab, da die Pfalz der französischen Besatzungszone zugeordnet wurde.

Französische Garnison und Umbenennung der Kreuzberg-Kaserne

Ende Juni 1945 übernahm die französische Armee die Kreuzberg-Kaserne und benannte sie in „Caserne Turenne“ um, benannt nach dem französischen Heerführer Turenne, der 1674 an der Eroberung und Verwüstung der Pfalz beteiligt gewesen war.

Mit Beginn der französischen Verwaltung gestalteten sich die Verhältnisse für Zweibrücken schwieriger als unter der vorangegangenen amerikanischen Besatzung. Als die US-Streitkräfte 1951 in die Pfalz zurückkehrten, waren erneute Verhandlungen mit Frankreich über die Nutzung militärischer Anlagen erforderlich. 1953 gab die französische Garnison die Kreuzberg-Kaserne auf, die anschließend von den US-Truppen übernommen wurde. Die französischen Truppen zogen z. T. in die Niederauerbach-Kaserne um, während die US-Amerikaner die Kreuzbergkaserne restaurierten und ausbauten. In den 1960er Jahren erhielt die Kaserne ihren heutigen Namen.

Nutzung der Kreuzbergkaserne als „Military Network Hub der US-Streitkräfte“

1960 erfolgte die vollständige Übergabe der Kreuzbergkaserne in Zweibrücken von der französischen Garnison an die US-Streitkräfte. Mit dem 1967 beschlossenen Abzug der in Frankreich stationierten US-Truppen zog die "Supply and Maintenance Agency" in die Kreuzbergkaserne ein. Diese Einrichtung war die erste logistische Einrichtung der USAREUR, die ein international vernetztes Computersystem namens "MOBIDIC" einsetzte. In der NATO wurde für dieses System der Begriff "Moby Dick" geprägt. Die Nachschubeinheit wurde nach und nach zu einem Versorgungszentrum für die in Europa stationierten NATO- und US-Truppen ausgebaut.

In der Kreuzbergkaserne befand sich das Information Systems Engineering Command (ISEC-EUR), früher bekannt als Computer System Command. Es war für die Bereitstellung technischer Computerdienste in Europa zuständig und übernahm die technische Betreuung für die Versorgung der US-amerikanischen Einrichtungen in Zweibrücken und der Region mit englischsprachigem Fernsehen und Radioprogrammen. Dies erfolgte zentral aus der Kreuzbergkaserne. Über terrestrische Sender und ein eigenes Kabelnetz wurden Fernsehprogramme des American Forces Network (AFN) verbreitet, das Nachrichten, Sport und Unterhaltung speziell für US-Militärangehörige im Ausland mit der TKS Cable bereitstellte. Das Logistics Systems Office (LSO) war in der gesamten USAREUR für die Unterstützung der Nutzer von automatisierten, Versorgungs-, Instandhaltungs-, Munitions- und Materialbuchungs-Computersystemen zuständig. Es entwickelte Spezifikationen für USAREUR-Systeme für Betreiber von Großrechnern und Mikrocomputern.

Bis in die 1980er Jahre diente sie als Standort für militärische Einheiten sowie als Versorgungs- und Freizeitzentrum für die amerikanischen Soldaten und ihre Familien.

Vor Ort gab es eine amerikanische Schule, in der die Kinder der Militärangehörigen in englischer Muttersprache unterrichtet wurden und einen amerikanischen Schulabschluss machen konnten. Es gab auch amerikanische Einkaufszentren, die Post Exchange (PX) genannt wurden. Diese Einrichtungen boten ähnlich wie ein Einkaufszentrum eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen an und waren in erster Linie für Militärangehörige und deren Familien zugänglich. Hier wurden vor allem amerikanische Waren, die in Deutschland nicht erhältlich waren, zu vergünstigten Preisen angeboten, da sie vom US-Militär importiert und subventioniert wurden. Der Zutritt war nur mit einem US-Militärausweis möglich. Die Berechtigung wurde direkt am Eingang zum Kasernengelände kontrolliert.

Im Jahr 1993 übernahm die Bundesrepublik Deutschland große Teile des Geländes. Ein Teil der Kaserne wurde von der niederländischen Luftwaffe genutzt, die bis zum Jahr 2000 dort stationiert war. Die niederländischen Kampfpiloten flogen ihre Einsätze für die NATO (AIRCOM) von der nahegelegenen Air Base in Ramstein. Noch während der sukzessiven Übergabe durch die Niederländischen Streitkräfte (Royal Netherlands Air Force "KLu - Koninklijke Luchtmacht") begann eine umfassende Umnutzung des Geländes.

2nd Signal Brigade und 73rd Signal Battalion (1960er–1993)

Die Kreuzbergkaserne in Zweibrücken war während des Kalten Krieges ein bedeutender Standort innerhalb des Kommunikationsnetzes der United States Army Europe (USAREUR). Sie war der 2nd Signal Brigade zugeordnet und arbeitete operativ eng mit dem 73rd Signal Battalion zusammen.73rd Signal Battalion, auf usarmygermany.com

In den 1960er bis 1980er Jahren wurde der Standort im Zuge des Ausbaus der weltweiten Militärnetze AUTOVON und AUTODIN erheblich modernisiert. Dadurch wurde Zweibrücken in die internationalen Kommunikationsstrukturen der US-Streitkräfte und der NATO eingebunden.

Unterirdische Kabeltrassen verbanden die Kreuzbergkaserne mit Pirmasens und Kaiserslautern und führten weiter in die europäischen und transatlantischen militärischen Backbone-Netze. Ergänzend betrieben die Signal-Einheiten redundante Richtfunkstrecken zur Sicherstellung der Betriebskontinuität.

Über die Kreuzbergkaserne Zweibrücken bestanden Zugänge zu:

AUTOVON – dem weltweiten militärischen Telefonnetz mit Prioritäts- und Übersteuerungsstufen, AUTODIN – dem globalen, verschlüsselten Datennetz zwischen europäischen US-Standorten, dem Pentagon und weiteren Kommandobehörden.

Bis zur Schließung 1993 gehörte die Kreuzbergkaserne damit zu den strategisch relevanten Signalstützpunkten und war ein Teil des internationalen Kommunikationsrückgrats der NATO.

Die 327th Signal Company Nach ihrer Reaktivierung 1974 war die 327th Signal Company mit Headquarters auf der Kreuzbergkaserne in Zweibrücken stationiert. Sie war das kommunikative Nervensystem militärischer Infrastruktur der Anlage: Sie fungierte als militärisches Pendant zu Ma Bell / AT&T, betrieb Telefon- und Kabelnetze, stellte Mikrowellenverbindungen bereit und übernahm das Nachrichtenhandling; zuvor hatte sie im Vietnamkrieg (1967–1968 und 1968–1972) zwei Einsätze absolviert und Auszeichnungen als Meritorious Unit erhalten, bevor sie 1972 deaktiviert und nach dem Vietnamkrieg wieder aktiviert wurde - ein typisches Beispiel für die Rolle von Signal Units als unverzichtbare Infrastruktur zur Sicherstellung von Kommunikation und Kontrolle im Kalten Krieg. 9th DPU Data Processing Unit

Die 9th DPU war während des Kalten Krieges auf der Kreuzberg Kaserne in Zweibrücken stationiert und bildete einen zentralen Bestandteil der US ‑ Army ‑ Kommunikationsinfrastruktur. Ihr Auftrag bestand in der elektronischen Datenverarbeitung, der Speicherung und Weiterleitung militärischer Informationen sowie der Unterstützung anderer Signal Units wie der 327th Signal Company. Durch die Nutzung von Kabelnetzen, Telefonleitungen und integrierten Datenverarbeitungsnetzwerken fungierte die 9th DPU als technisches Rückgrat der Kaserne und stellte sicher, dass Befehle, Nachrichten und logistische Daten zuverlässig in das größere NATO‑Kommunikationsnetz eingebunden waren – ein entscheidender Nervenknoten innerhalb der militärischen Informationssysteme.

Rolle der TKS Cable (Telepost Kabel-Service)

Ab Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre nutzte TKS Cable die bereits vorhandenen militärischen Kabeltrassen und Leitungswege der US Army - darunter auch solche, die über die Kreuzbergkaserne führten – indirekt für die Bereitstellung ziviler Telekommunikationsdienste. TKS versorgte US - Soldaten in Wohnbereichen und Kasernen mit englischsprachigem Fernsehen, Telefonie und später Internet.

Die militärische Kommunikation über AUTOVON, AUTODIN, verschlüsselte Richtfunkstrecken und die Knoten der Signal Brigades blieb vollständig unter Kontrolle der US Army. TKS setzte auf parallele Nutzung der physischen Infrastruktur auf und betrieb ein ziviles Netz innerhalb der Kasernen mit internationaler Anbindung.

TKS betrieb ein hybrides Netz, das militärische Leitungswege (Trassen, Kabelschächte, Richtfunkstrecken) mit zivilen Telekommunikationslizenzen kombinierte. Die internationalen Anbindungen umfassten:

direkte Kabel- und Satellitenverbindungen in die Vereinigten Staaten zur Bereitstellung US-basierter Telefon-, TV- und Datendienste, Nutzung von transatlantischen Unterseekabeln und INTELSAT-Verbindungen, später Glasfaser, eigene Gateways in Deutschland, die technisch mit US - Militärnetzen verbunden waren, jedoch regulatorisch im deutschen Telekommunikationsrecht verankert blieben, Versorgung weiterer US-Standorte in Italien, dem Vereinigten Königreich, Griechenland und der Türkei.

Damit entwickelte sich TKS in den 1990er Jahren zu einem der zentralen Dienstleister für Telekommunikationsangebote der US-Streitkräfte weltweit. Entstehungsgeschichte von TKS Cable

1988 Ein gemeinsamer Arbeitskreis von USEUCOM, USAREUR und USAFE entwickelte ein Versorgungskonzept für US-Soldaten in Deutschland, das Fernsehen und Telekommunikation im US-Standard ermöglichen sollte.

1990–1991 Durchgeführt wurden erste Tests zur Nutzung bestehender US - Army - Kabeltrassen sowie Übergänge in die zivilen Netze des Gastlandes. Technischer Hauptpartner war der DeTeKabel-Service Bonn, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundespost.

1992 Zwischen den US-Streitkräften und dem Bundespost-/Telekommunikationsministerium wurde ein offizielles Kooperationsabkommen geschlossen. TKS Cable wurde als Betriebseinheit innerhalb von DeTeKabel-Service formal gegründet.

Mitte der 1990er Der Ausbau zu einem flächendeckenden Anbieter für US-Standorte folgte in Kaiserslautern, Ramstein, Zweibrücken, Heidelberg usw. Parallel entwickelte sich TKS zu einem internationalen Telekommunikationsanbieter für mehrere US- und NATO-Standorte weltweit.

1998