miniatur|300px|Die mittelalterlichen Gaue um 1000 Die folgende Liste mittelalterlicher Gaue ist im Aufbau begriffen und daher unvollständig.

Sie sammelt Landschaftsbezeichnungen aus der fränkischen Gauverfassung, die teils heute noch weithin, zum Teil aber nur noch regional benutzt werden, vor allem im Brauchtum. Ihre Lage ist oft nicht mehr allgemein bekannt, wird aber in Veröffentlichungen üblicherweise als bekannt vorausgesetzt. Wo über einen Gau schon einiges, aber noch nicht so viel bekannt war, dass er einen eigenen Artikel bekommen hätte, stehen hier wenigstens Stichpunkte.

A

Aachengau – um Aachen Aargau – nicht gebietsidentisch mit dem heutigen Schweizer Kanton Aargau Ahrgau – an der Ahr im nördlichen Rheinland-Pfalz Affagau = Apphagau – Schwäbisches Gebiet im heutigen Baden-Württemberg um Zwiefalten, Riedlingen, Hayingen Agradingau – Gebiet im nördlichen Landkreis Emsland und Teil der Niederlande (Westerwolde), zwischen Aschendorf und Meppen. Albgau, auch Alpgau – in Südbaden zwischen Wutach, Schwarzwald, Hochrhein und Baar, benannt nach dem Flüsschen Alb Albuinsbar in Südwürttemberg bei Ehingen (Donau) Albegau an der Meurthe (rechter Zufluss der Mosel) Allgäu – südwestliches Bayern und südöstliches Baden-Württemberg, heutige Einteilung: Oberallgäu (die Allgäuer Alpen und deren unmittelbares Vorland) Unterallgäu (das sich nördlich daran anschließende Hügelland) Ostallgäu (an Oberbayern grenzend) Westallgäu (mit Teilen der zwei Landkreise Lindau und Ravensburg) Almango oder Almegau nördlich der Nithersi, östlich der Angeron, südlich der Patherga (bei Büren, Nordrhein-Westfalen) Altkreis (Wangen) Altgau, bei Bad Tennstedt und Großfurra Alzettegau an der Alzette in Luxemburg Ambergau – Landschaft nordwestlich des Harzes im Einzugsbereich der Nette um Bockenem Ammergau – in Oberbayern Ammergau (Niedersachsen) – heute Ammerland Angeron (auch Angerngau) – nordwestlich des Ittergaus (auch Nithersi) Anglachgau – die Rheinebene (rechtsrheinisch) wohl zwischen Rastatt und Mannheim Antisengau Apphagau – Schwäbisches Gebiet im heutigen Baden-Württemberg um Zwiefalten, Riedlingen, Hayingen Ardennengau – im Länderdreieck Deutschland, Belgien, Luxemburg Arfeld Argengau – das Gebiet der Argen am nordöstlichen Ufer des Bodensees Aringo Aschfeld Astfala (auch Astfalia, Hastfala, Ostfalengau) – nördlich von Hildesheim, westlich von Braunschweig in Ostfalen im heutigen Niedersachsen Attergau – in Oberösterreich Auelgau – südöstlich Bonn, Siebengebirge Augangau Augau – in Niedersachsen, an der Weser bei Höxter, östlich des Nethegaus Augstgau (Bayern) – um Augsburg und am Lech Augstgau – der Raum südlich des Rheins oberhalb von Basel, von der Stadt Augst Ausicensis (Pagus Ausicensis) – im oberen Saanetal Gau Auricherland Avalgau

B

Bachgau Badanachgau Balsamgau (Gau Balcsem, in Sachsen-Anhalt) Baringau (zwischen Tullifeld und Grabfeld mittlere Rhön südwestlich von Meiningen) Balvengau – regional nicht einzuordnen, da nicht mit Ortsnamen verbunden Betuwe (in Gelderland, Niederlande) Bardengau (das Gebiet um Lüneburg) Bargengau (um Biel und Bern in der Schweiz) Bertoldsbaar oder Berchtoldsbaar (um 740; von Nagold bis Schwenningen) Bitgau (Südeifel um Bitburg, nach dem Vicus Beda, heute Bitburg) Binagau, auch Bunnahagau (an Vils und Isar) Bliesgau an der Blies (rechter Zufluss der Saar) Bonngau (um Bonn) Borgelngau – regional nicht einzuordnen, da nicht mit Ortsnamen verbunden Brabantgau (später Herzogtum Brabant) Gau Bracbanti in Westfalen Breisgau (Südbaden) Brettachgau (Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg) Brisingau – umschließt den östlichen Zipfel des Orlaugaues im Süden des Gaues Geraha, trifft ungefähr am Kreuz B175/B92 auf den Gau Sarowe Gau Brokmerland Brukterergau Buchonia (im Raum von Rhön, Spessart und Vogelsberg) Buchsgau (Nordwestschweiz, zwischen Jura und Aare) Gau Budissin (Bautzen) Bukkigau im Kreis Schaumburg, Niedersachsen (Bukki altdt. für Buche) Bunnahagau siehe Binagau Bulderngau – regional nicht einzuordnen, da nicht mit Ortsnamen verbunden Burichingagau (auf der Schwäbischen Alb, südlicher Landkreis Reutlingen, nördlicher Landkreis Sigmaringen) Bursibant (um Rheine im Münsterland)

C

Chiemgau (Oberbayern) Gau Chutizi (um Leipzig) Gau Ciervisti (wohl gleichzusetzen mit dem Gau Zizizi, am Zusammenfluss von Elbe und Saale um das heutige Zerbst) Gau Circipani, um den Teterower See in Mecklenburg-Vorpommern Gau Coledizi (Sachsen-Anhalt) zwischen Halle und Köthen

D

Gau Daleminzi oder Daleminci (von der Elbe zwischen Meissen und Strehla bis hin nach Döbeln, Mügeln und Oschatz) Derlingau (oder Darlingau, östlich von Braunschweig) Dersagau (oder Dersigau) zwischen Vechta und Damme (Dümmer) Dervegau in Niedersachsen Gau Desseri (auch Dasseri), an der Dosse Dithmarschen (Schleswig-Holstein) Deutzgau (rechtsrheinisches Gebiet um Köln, linksrheinisch lag der Kölngau) Dobnagau im Vogtland Donaugau (Gegend um Straubing und Deggendorf in Bayern, Tuonahgowe auf der Karte) Drachgau (bei Schwäbisch Gmünd) Dreingau (im Münsterland, Dreieck zwischen Greven, Lippstadt und Lünen) Dreinigau in Sachsen Drentgau in Westfalen Gau Ducharin (auch Thucharin oder Tucherini), um Teuchern in Sachsen-Anhalt Düffelgau (im Raum Kleve, aus den Schenkungen des Willibrord bezeugt, ging in der Betuwe oder Hattuarien auf) Duisburggau (Diuspurggau) (siehe: Ruhrgau) Durgouwes siehe Mürztalgau Duriagau in Schwaben

E

Eichelgau an der Eichel (rechter Zufluss der Saar) Eichsfeld mit dem Untergau Onsfelt Eifelgau (Nordwesteifel) Einrich, auch Einrichgau, bei Katzenelnbogen Elsenzgau (das Gebiet der Elsenz in Nordbaden) Elsgau (Ajoie, im Norden des Kantons Jura) Emsgau (an der Mündung der Ems), auch Gau Emsigerland Engersgau (rechtsrheinisch am Mittelrhein und im Vorderen Westerwald) Enggau Gau Engilin in Mittelthüringen westlich der Unstrut Ennstalgau (das steirische Ennstal mit Seitentälern und Ausseerland) Enzgau in Nordwürttemberg an der Enz Erchgau in Südwürttemberg, an der Donau bei Munderkingen Erdagau im heutigen Lahn-Dill-Kreis/Hessen Erdinggau, auch Hertinggau, um das heutige Erding Eriggau Ertgau, auch Eritgau

F

Faldera um Neumünster, ehemaliger sächsischer Grenzgau in Holstein zu den Abodriten und zu den Dänen, Sitz des Overbodens (Gauverwalters) war wohl die Wittorfer Burg Federgo Flachgau (Teil des Landes Salzburg), entstand im 19. Jahrhundert durch die Trennung des Salzburggaus in Flachgau und Tennengau, also kein mittelalterlicher Gau. Gau Flenithi oder Flenithigo bzw. Flenthigau – in der Region Gandersheim/Winzenburg Filsgau in Schwaben an der Fils Flutwidde (auch Flutwide, Flotwito oder Flotwede) im Städtedreieck Celle, Burgdorf und Peine im heutigen Niedersachsen. Folkfeld oder Volkfeld, am Main (Unterfranken) bei Bamberg (siehe auch bei V) Folkoltsbar in Südwürttemberg, an der Donau bei Obermarchtal Frickgau zwischen Rhein und Aare um Frick Friesach (im N Kärntens, auch die Gebiete um Murau, St. Lambrecht und Neumarkt/Graslupp/Graslab in der heutigen Steiermark umfassend) Friesenfeld Frithenigau

G

Gandesemigau Gartachgau in Nordwürttemberg an der Gartach/Leinbach Gau Jom, kontroverses geschichtliches Siedlungs- und Herrschaftsgebiet der Jomswikinger sowie dänische Exklave an der Küste Vorpommerns Gäu (Baden-Württemberg) Gäu (im Kanton Solothurn) Genfer Gau (Schweiz) Gerbercensis Name nur in lateinischer Form überliefert, nordwestlich von Metz an der Orne Germar-Mark (auch Germara-Mark) in Ost-Hessen und Thüringen Geraha in Ost-Thüringen, entspricht um 1320 ungefähr der Herrschaft Langenberg und der Herrschaft Gera Gildegau, namensgebender Hauptort Kastell Gelduba (Krefeld-Gellep); früher fälschlicherweise Keldachgau genannt und rechtsrheinisch (Düsseldorf) verortet Gillgau (am Niederrhein nordwestlich von Köln, zeitweise auch Kölngau genannt) Glehuntare in Schwaben Glemsgau in Nordwürttemberg an der Glems Godobi in der Oberlausitz, frühmittelalterliche Burg bzw. Gau, urkundliche Erwähnung 1007, wahrscheinlich mit Göda identisch Goe auf der Hamel, Untergau des Tilithigaus mit Gogerichtsstätte auf dem Eichberg bei Hilligsfeld, nördlich-nordöstlich von Hameln Gollachgau Goßfeld in Franken Gotzfeldgau, vermutlich in Südhessen Grabfeld oder Grabfeldgau (im Grenzgebiet von Bayern und Thüringen, Schweinfurt liegt noch im südlichsten Teil des Gaues) Gretinge, nördlich von Celle Grönegau bei Osnabrück Gudingau oder Gud(d)ingo, um Elze im Saaletal bis zur Leine Gau Gunzwiti, westlich der Traisen in Niederösterreich

H

Haduloha, bei den Landen Hadeln und Wursten (siehe Geschichte von Hadeln und Wursten) Haigergau (um Haiger, ein Untergau des Oberlahngaus) Haistergau in Oberschwaben Hamaland Hardagau Gau Harlingerland Harzgau (der Harz) Hasegau um Löningen im westlichen Oldenburger Münsterland Haspengau (in Belgien, zwischen Lüttich und Hasselt am linken Maasufer) Hassegau (zwischen Mansfeld, Naumburg (Saale), Halle und Wettin) Hassgau (die Hassberge in Unterfranken) Hastfalagau (auch Astfalia, Hastfala, Ostfalengau) – nördlich von Hildesheim, westlich von Braunschweig in Ostfalen im heutigen Niedersachsen Hattenhuntare (789, Kreis Hechingen ohne Killertal und Alborte, mit Steinlachgemeinden bis Dußlingen) Hatterungau (Niederrhein) Hattuarien (entlang der Niers, mit Gennep und Geldern) Hegau (Südbaden/angrenzende Nordschweiz) Heilangau (Bremervörde, Buxtehude, Harburg, Stade etc.) Helmegau, bei Wallhausen und Kelbra und von Kleinwangen bis zur Saale Hengistgau (Weststeiermark, Zentrum Hengistburg/Hengsberg) Hennegau (Hainaut, Henegouw, in Belgien) Hessengau/Hessigau fränkischer Hessengau um Fritzlar und Kassel sächsischer Hessengau im östlichen Westfalen und südlichen Niedersachsen Hettergau Hlidbeki-Gau, von Lübbecke in Westfalen bis zum Dümmer Holstengau in Schleswig-Holstein Gau Hrecwiti in Westfalen Hunsrückgau Huosigau in Bayern Husitingau (auch Usitigau), um Weimar Huygau im ehemaligen Königreich Lothringen

I

Illergau im südöstlichen Baden-Württemberg und südwestlichen Bayern Ingeringgau (auch Undrimagau, Gebiet um Knittelfeld und Judenburg, oberes Murtal) Ipfgau, auch Iffgau (Gebiet südlich des Steigerwaldes, Franken) Isengau an der Isen im Südosten Oberbayerns Itongau an der oberen Nied (linker Zufluss der Saar) Ittergau (Nithersi) an der mittleren Eder

J Jagstgau an der unteren Jagst Jaun (Gft) (Jauntal, Kärnten, im SO bis Windisch-Graz/Slovenj Gradec und drauabwärts bis zum Wölka/Velka- und Tschermenitzen/Crmenica-Graben reichend) Jülichgau (um Jülich, südwestliches Nordrhein-Westfalen)

K

Karosgau (Eifel um Prüm) Keldagau, namensgebender Hauptort Kastell Gelduba (Krefeld-Gellep); früher fälschlicherweise Keldachgau genannt und rechtsrheinisch (Düsseldorf) verortet Kelsgau (Gebiet im Umfeld des Landkreises Kelheim) Kimmen (auch Kinhem, Kinnin, Kemmenerland, Kennemerland), in Friesland Kinziggau (das Gebiet der Kinzig in Hessen) Klettgau (Südbaden, Nordschweiz) Knetzgau Kochergau (auch Cochengowe, das Gebiet des Kochertals im Norden des heutigen Baden-Württembergs) Kölngau (linksrheinisches Gebiet um Köln, rechtsrheinisch lag der Deutzgau) Königssondergau (auch Königssundragau oder Königssundern), des Königs besonderer Gau, um Wiesbaden Kraichgau (Nordbaden) Kroatengau (auch Gau Chrowati, das Glantal um St. Veit an der Glan und das Krappfeld nö. von St. Veit (Kärnten)) Künziggau (auch als Künzinggau, Quinzinggau, Chunzengau bezeichnet, Gebiet an der Vils und Rott, also rechts der Donau, nordwestlich von Passau) (Landgericht Landau-Osterhofen) Kützgau (vom Zülpichgau abgespalten, einzige Erwähnung im Jahr 898)

L Largau Lahngau (das Gebiet der Lahn in Hessen mit Gießen, Marburg und Wetzlar, die Stammlande der Konradiner) Niederlahngau oder Unterlahngau (um Limburg) Oberlahngau (um Marburg) Längwitzgau in Thüringen