Boonville ist eine Stadt im US-Bundesstaat Indiana. Sie ist der Hauptort des Warrick Countys und des in ihm gelegenen Boon Townships. Die offizielle Bevölkerungszählung des Jahres 2020 ermittelte eine Einwohnerzahl von 6.712.
Geographie links|mini|Der Warrick County (gelb) mit seinen Townships und den in ihm liegenden eingemeindeten Orten (grau). Hervorgehoben (orange) der Boon Township. Boonville liegt zentral im Warrick County Nordindianas, ungefähr 14 km vom Ohio River, der die Grenze zu Kentucky bildet entfernt. Die Stadt ist die einzige als City eingetragene Siedlung im Boon Township und ist – abgesehen von Chandler, einer Town dessen Ostrand im Township liegt – überhaupt der einzige nicht in gemeindefreiem Gebiet liegende Ort im Township. Die nächste Siedlung dieser Art (Unincorporated town) ist Rolling Acres, weniger als hundert Meter nördlich des Stadtgebiets Boonvilles.
Wetter Typisch für Orte mit Subtropischem Ostseitenklima (Köppen: Cfa), kommt es in Boonville ganzjährig – stärker aber im Sommer – zu Niederschlag. Jährlich gibt es durchschnittlich 1239,5 mm/110,3 Tage Niederschlag, von denen 127 mm/11.5 auf den Monat mit dem stärksten Niederschlag (Mai) gehen und 83,8 mm/7,1 auf den mit dem wenigsten (August). Vereinzelt gibt es im Winter Frost und der Sommer fällt warm aus. Die Durchschnittstemperatur des wärmsten Monats Juli liegt bei 25,4 °C. Knapp über dem Gefrierpunkt ist es im Januar bei durchschnittlich 0,6 °C. Geschichte Am 15. Mai 1818 wurde der offizielle Plan von Boonville von Chester Elliott, dem Vermessungsingenieur des Bezirks, aufgezeichnet. Benannt wurde die Stadt zu Ehren von Jesse Boon, der in frühen Tagen der Stadt weite Stücke Land als Geschenk anbot, was aber aus ungeklärten Gründen abgelehnt wurde. Diese Grundstücke lagen ungefähr eine Meile (1,6 km) westlich des heutigen Boonvilles. Jesse Boon war zudem der Vater von Ratliff Boon, einem späteren Gouverneur Indianas.
Früh stellte sich die Stadt als hervorragend gelegen heraus, und so wurde noch im selben Jahr Boonville zum Verwaltungssitz des Warrick County's – dem County Seat. Für den damaligen Weiler Darlington – der neben dem Gerichtshaus aus nur wenigen Holzhütten bestand – wurde hiermit letztendlich das Todesurteil gesprochen. Die Stadt die zuvor rasant durch ihre Rolle im County gewachsen war, verlor alle ihre Anreize. Den damaligen Anwohnern Darlingtons wurden zudem Grundstücke in Boonville gegeben und so ging Darlington in den nächsten Jahren unter. Heute ist von der Geisterstadt keine Spur übrig und das Gebiet wird für landwirtschaftliche Zwecke verwendet.
Am 4., 5. und 6. Juni 1818 führte John Hargrave, Vertreter des Bezirks (County Agent), die erste öffentliche Versteigerung von städtischen Grundstücken durch. In der neuen Hauptstadt herrschte eine rege Nachfrage nach Grundstücken, so dass deren Wert erheblich gesteigert werden konnte. Viele Käufer, darunter auch einige aus dem Ausland, waren anwesend, sodass insgesamt sechsundfünfzig Grundstücke zu Preisen zwischen $25 und $141 verkauft wurde. Die Gesamtsumme des Verkaufs betrug $3.057,75.
Für die Bezirksgerichte wurde zunächst im Jahr 1818 eine kleine Blockhütte in der Nähe des Public Squares errichtet. Nachdem das Gericht jedoch einige Male darin getagt hatte, wurde das Gebäude als sehr unpraktisch empfunden, und die Bezirkskommissare ordneten die Errichtung eines gemauerten Gerichtsgebäudes an. Im allgemeinen Einvernehmen wurde dieses Vorhaben später aufgegeben und so wurde stattdessen ein Fachwerkgebäude errichtet. Dieses Gebäude wurde jedoch nie fertiggestellt. Es wurde zwar mit Brettern verkleidet und mit einem Dach versehen, aber nicht verputzt, und so blieb es bis 1836 stehen. Es bot zwar mehr Platz als das Blockhaus, konnte aber nur in den Sommermonaten genutzt werden.
Die erste Bevölkerungszählung in der Boonville teilnahm war die des Jahres 1830, in welcher eine Bevölkerung von 87 ermittelt wurde. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Siedlung aus knapp 30 Häusern.
1836 wurde das unfertige Gerichtsgebäude abgerissen und ein neues Backsteingebäude mit zwei Stockwerken wurde an seiner Stelle errichtet. Im zweiten Stockwerk befanden sich die Büros des Landrats und des Schatzmeisters. Im Vergleich zu anderen Bauten dieser Zeit dieser Art wirkte dieses Gerichtsgebäude „etwas antiquiert.“ Nach einigen Jahren wurde auch dieses Gebäude zu klein, um die Prozessparteien zu beherbergen, und 1851 wurde an seiner Stelle das heutige (vierte) Gerichtsgebäude errichtet.
Offiziell eingemeindet wurde Boonville am 7. August 1858.
Bürgermeister In den ersten mehr als 45 Jahren nach der Eingemeindung war Boonville eine Stadt mit einem Treuhänderrat. Erst im Jahr 1906 wurde das Amt des Bürgermeisters eingeführt. +Liste der Bürgermeister Boonvilles seit 1906NameAmtszeitNameAmtszeitNameAmtszeitJohn Heinzle1906–1910Floyd Nester1931–1934Bob Millis1964–1979T.D. Scales1911–1914Lafayette Ohaver1935–1946Tom Pryor1980–1987Jasper Thornburg1915–1918W.E. Stevens1946–1947Rod Clutter1988–1991E.A. Jarrett1919–1922O.G. Rudolph1948–1955Frank Baker1992–1995T.C. Mullins1923–1926Albert Ashley1956–1959Pam Hendrickson1996–2015A.C. Bryan1927–1930O. Meyer1960–1963Charlie Wyatt2016–
Medien Die erste in Boonville herausgegebene Zeitung war das „Boonville Tribune“, dessen Druckmaterial 1857 von Newburgh nach Boonville verlegt wurde. Eigentümer des Blattes war eine Aktiengesellschaft, bestehend aus Dr. W. L. Barker und anderen. Edward White war eine Zeit lang der Herausgeber der Zeitung, wurde aber bald von Chas. Dalrymple abgelöst, der das Blatt nach kurzer Zeit an John Fleming, einen Drucker, und Richter J. W. B. Moore verkaufte. Der Name der Zeitung wurde in Boonville Enquirer geändert, und Richter Moore übernahm die redaktionelle Leitung. Politisch vertrat der „Enquirer“ die Grundsätze der Demokratischen Partei und war als einzige Zeitung im Bezirk sehr erfolgreich. Im Dezember 1865 wurde John Fleming von E. L. Crawford abgelöst, der die Zeitung unter dem Firmennamen „Moore & Crawford“ weiterführte. Im Januar 1868 zog sich Richter Moore aufgrund seines hohen Alters und seiner Gesundheit von aus der redaktionellen Leitung zurück und verkaufte seine Anteile an Thomas H. Martin. „Crawford & Martin“ setzten die Veröffentlichung mit Martin als Herausgeber fort. Im März 1870 kaufte William Swint den Enquirer von ihnen und übernahm die volle Kontrolle als Herausgeber und Verleger. Unter verschiedenen anderen Besitzern wurde die Zeitung bis ins Jahre 1995 weitergeführt.
Im Juli 1873 wurde mit der Herausgabe des „Boonville Republican“ begonnen, dessen Herausgeber und Verleger D. D. Doughly war. Die Zeitung hatte sechs Spalten, vertrat republikanische Prinzipien und hatte eine durchschnittliche Auflage. Nach einer mühsamen Existenz von etwas mehr als zwei Jahren erlag der „Republican“ einem natürlichen Schicksal.
Religion Im späten 19. Jahrhundert gab es in Booneville sechs Kirchen. Von diesen sechs waren zwei deutsch – eine evangelisch-lutherische und eine methodistische. Die anderen waren eine katholische, eine baptistische der farbigen Gemeinschaft Boonvilles, eine presbyterianische und eine methodistische Kirche.
Bildung Die erste ganzjährige Bildungsanstalt wurde mit der „Boonville Graded School“ 1866 eingerichtet. Die Schule verfügte über sechs Klassen von denen eine deutsch war. Rund 400 bis 500 Schüler besuchten sie.
Demografie Laut der offiziellen Bevölkerungszählung des Jahres 2020 verfügt der Ort über eine Bevölkerung von 6.712 die sich auf eine Gesamtheit von 2672 Haushalten aufteilt. Das Bruttomedianeinkommen eines Haushalts lag bei $63.580 pro Jahr.
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks