Die elektrischen Tagebaulokomotiven Roddergrube 1–18 wurde bei Henschel und SSW in der Zeit von 1924 bis 1930 in 18 bekannten Exemplaren gefertigt.

Die Lokomotiven waren bis 1964 komplett bei der Roddergrube als Nr. 1–18 und der danach folgenden Braunkohlenbahn von Rheinbraun als 1055–1072 eingesetzt. 1964 wurden drei Lokomotiven an die HEFRAG Wölfersheim abgegeben, wo sie die Betriebsnummern 5–7 bekamen und bis 1991 fuhren. Die restlichen Lokomotiven der Rheinbraun wurden 1975 ausgemustert.

Es sind zwei Fahrzeuge erhalten: Die Lokomotive HEFRAG 5 (Henschel 20333,SSW 1986) steht als Denkmal in Wölfersheim und die Lokomotive Roddergrube 16 (Henschel 20749, SSW 2251) ist auf einem Spielplatz in Brühl-West aufgestellt. Eine dritte Lokomotive, die in Köln-Braunsfeld als Denkmal stand, wurde 2002 verschrottet.

Geschichte mini|left|Maßskizze der Roddergrube 1–18 in G. Klein Handbuch für den Braunkohlenbergbau Rheinbraun

Die Lokomotiven stammen aus dem Jahr 1924, wo die erste Lokomotive bei der Roddergrube mit den Betriebsnummern 1-18 bezeichnet wurden. Mit der ständig steigenden Belastung der Fahrzeuge wanderten sie mehr und mehr in den Hilfsfahrbetrieb ab. Fotos aus den 1970er Jahren zeigen die Lokomotiven mit Haupt- und Hilfs-Stromabnehmer, diese Ausrüstung belegt die Verwendung der Fahrzeuge unter der Beladung bei den Tagebaugroßgeräten.Günther Barths: Die Triebfahrzeuge der Rheinischen Braunkohlenwerke in Wort und Bild, 1982, ISBN 3-88490-128-1, S. 107

Mit der Übernahme der Roddergrube von Rheinbraun erhielten die Lokomotiven die Betriebsnummern 1055–1072.Günther Barths: Die Triebfahrzeuge der Rheinischen Braunkohlenwerke in Wort und Bild, 1982, ISBN 3-88490-128-1, S. 27 Die Lokomotiven wurden bei Rheinbraun 40 Jahre verwendet. 1964 verließen die ersten Fahrzeuge das Unternehmen. Die Lokomotiven Roddergrube 1–3 wurden an die HEFRAG Wölfersheim veräußert, wo sie die Nummern 5–7 erhielten. Die verbliebenen Lokomotiven von Rheinbraun wurden nach 1975 ausgemustert.

HEFRAG Wölfersheim

1954 wurde die Bahn um Wölfersdorf elektrifiziert.Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 140 Die Lokomotiven 5–7 wurden umgebaut, besonders bei den Dachaufbauten.Günther Barths: Die Triebfahrzeuge der Rheinischen Braunkohlenwerke in Wort und Bild, 1982, ISBN 3-88490-128-1, S. 105 In Wölfersheim besaßen sie nur eine Stromabnehmer.

Zum Einsatz kamen die Lokomotiven vorrangig für den Aschetransport vom Kraftwerk Wölfersheim zu den verschiedenen Kippen. Bis zuletzt wurden die Aschetransporte im Zwei-Schichtbetrieb durchgeführt, sie bestanden stets aus vier Einseitenkippern.Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 142 Der Aschetransport endete im Oktober 1991. Die Lokomotive 5 wurde in einem Museum in Wölfersheim ausgestellt.Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0, S. 149

Technik Mechanik

Der mechanische Teil wurde von Henschel und der elektrische Teil von SSW gebaut. Die Lokomotiven wurden in Nietkonstruktion erstellt. Ursprünglich waren die Lokomotiven mit einem Haupt- sowie zwei Hilfsabnehmer auf dem Dach ausgeführt.

Die Lokomotiven wurden für eine Fahrdrahtspannung von 1200 V ausgelegt. Im Henschel-Werkskatalog für Industrielokomotiven war die Leistung mit zwei Motoren je 86 kW angegeben, bei den Lokomotiven ab Henschel 20382, SSW 2012 beträgt die Gesamtleistung 188 kW.Auflistung der von SSW gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden)

Siehe auch

Schienenfahrzeuge von Rheinbraun Liste der Schienenfahrzeuge der Förderbahnen der PREUSSAG Borken und HEFRAG Wölfersheim Liste schmalspuriger Lokomotiven von Henschel

Literatur

Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2, Seite 100 Günther Barths: Die Triebfahrzeuge der Rheinischen Braunkohlenwerke in Wort und Bild, 1982, ISBN 3-88490-128-1 Andreas Christopher Der hessische Braunkohlenbergbau und seine Bahnen, Verlag im Biebertal, Biebertal, 1993, ISBN 3-9801447-2-0

Weblinks

Foto der erhaltenen Lokomotive Rodder 1 Foto der erhaltenen Lokomotive der Roddergrube auf Bahnbilder Liste der erhaltenen Lokomotiven von Henschel mit Erwähnung der Bo-Lokomotiven der Roddergrube auf www.werkbahn.de

Einzelnachweise

Kategorie:Schienenfahrzeug (SSW) Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel) Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 1200 V Kategorie:Triebfahrzeug (Deutschland) Kategorie:Tagebaulokomotive Kategorie:Triebfahrzeug (Hessischer Braunkohlebergbau) Kategorie:Triebfahrzeug (Rheinischer Braunkohlenbergbau)