Eelcoline Adrienne „Etie“ van Rees (* 15. Mai 1890 in Buitenzorg; † 14. November 1973 in Aerdenhout) war eine niederländische Malerin, Zeichnerin und Keramikerin.
Leben Etie van Rees wurde in Niederländisch-Ostindien (heute Indonesien) als Tochter von Daniel François Willem van Rees (1863–1934) und Eelcoline Pruijs van der Hoeven (1867–1947) geboren. Väterlicherseits war sie eine Enkelin des Generalgouverneurs Otto van Rees. Zur weiteren Ausbildung schickten ihre Eltern sie nach Europa, wo sie Schulen in Den Haag und Lausanne besuchte. In Den Haag nahm sie mehrere Monate Unterricht bei dem Künstler Bernard Schregel (1870–1956). Zurück in Buitenzorg (heutiger Name: Bogor) drängten ihre Eltern auf eine standesgemäße Heirat. Im Jahr 1911 heiratete Etie van Rees den schottischen Geschäftsmann Neil Mac Neill, mit dem sie vier Kinder hatte. Die Ehe hielt nicht und nach dem Ersten Weltkrieg ließ sie sich mit ihren Kindern 1919 in den Niederlanden nieder. In der Jagerslaan in Wassenaar ließ sie die Villa „Het Spreeuwennest“ erbauen. Als ihre Nichte Nel van Genderen Stort ein paar Jahre später bei ihr einzog und sich um den Haushalt kümmerte, konnte Etie van Rees sich ganz der Kunst widmen. Als die Kinder auszogen, wurde die Villa verkauft und sie zog mit ihrer Nichte in die Van Boetzelaerlaan in Den Haag. Sie behielt aber einen Teil des Grundstücks von „Het Spreeuwennest“ und ließ darauf ein kleines Haus mit Atelier errichten, das sie „De Hut“ nannte. 1938 besuchte noch einmal Java. Während des Zweiten Weltkrieges verbrachten sie und ihre Nichte mehrere Jahre in der Veluwe, bevor sie nach Den Haag zurückkehrten. 1965 zog Etie van Rees mit einer Freundin nach Aerdenhout in der Gemeinde Bloemendaal, wo sie bis zu ihrem Tod künstlerisch arbeitete.Etie van Rees. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)Etie van Rees. In: Beeldend BeNeLux Elektronisch (Lexicon). Abgerufen am 17. Dezember 2024Henk van der Meulen: Werk van Etie van Rees in het Princessehof. „IJdel pronkende eendagsvliegen' die het leven hebben behouden“. In: Leeuwarder Courant vom 21. September 1990. Abgerufen am 18. Dezember 2024
Werk Zu Etie van Rees′ Werk gehörten Grafiken als Ätztechnik, Holzschnitt und Lithographie, außerdem Illustrationen, Gemälde und Zeichnungen in Aquarell, Kohle, Kreide und Pastell.Ecoline Adrienne van Rees. In: Pieter A. Scheen: Lexicon Nederlandse Beeldende Kunstenaars 1750–1950 Ab den 1950er Jahren schuf sie hauptsächlich gegenständliche Keramiken aus Steingut, rotem Ton und Terrakotta, vor allem handgeformte Tierfiguren. Themen ihrer figurativen Arbeiten entstammten der indischen Mythologie und biblischen Motiven, aber sie schuf auch Tierfiguren und Landschaftsbilder. In: Capriolus. Abgerufen am 18. Dezember 2024 1946 schrieb und illustrierte sie das Kinderbuch „De Nachtmannetjes“ das bei W. van Hoeve veröffentlicht wurde.
Während sie mit ihren Zeichnungen und Gemälden weitgehend unbekannt geblieben war, erreichten ihre Keramikfiguren große Aufmerksamkeit. Die ersten Tierfiguren fertigte sie 1952 aus Modelliermasse, die sie dann mit erdfarbenen und mattweißen Ölfarben bemalte. Danach schaffte sie einen Brennofen und Glasuren an und brannte ihre Werke. Die Dekorationen und Muster, mit denen sie ihre fantasievollen Objekte verzierte, stammen teilweise aus der javanischen Kultur. Bei einer internationalen Keramikausstellung in Ostende gewann sie 1959 eine Goldmedaille.
Etie van Rees war Mitglied im Pulchri Studio in Den Haag, ab 1925 im Nederlandsche Kunstkring und im Verein zur Förderung der grafischen Künste De Grafische ab 1940. Werke von Etie van Rees befinden sich in den Sammlungen des Museum Boijmans Van Beuningen,Etie van Rees. In: Museum Boijmans Van Beuningen. Abgerufen am 17. Dezember 2024 des Kröller-Müller MuseumsEtie van Rees. In: Kröller-Müller Museum. Abgerufen am 17. Dezember 2024 und des Rijksmuseum Amsterdam.Etie van Rees. In: Rijksmuseum Amsterdam. Abgerufen am 17. Dezember 2024
Ausstellungen (Auswahl) 1990: Het louche malipaard. Retrospektive, Princessehof, Leeuwarden 1974: Gedenkausstellung, Galerie Het Kapelhuis, Amersfoort 1964: Etie van Rees. Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam; Museum Arnhem; Museum voor Stad en Lande, Groningen; Kunstmuseum Den Haag 1964: Tussen mens en dier (Zwischen Mensch und Tier. Keramik von Etie van Rees). Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam 1960: Nederlanse keramiek. De Waag, Nijmegen 1959: Internationale Keramikausstellung, Ostende 1956: Contour onzer Beeldende Kunst. Museum Het Prinsenhof, Delft 1954: Contour onzer beeldende kunst 1954. Museum Het Prinsenhof, Delft 1951: Britse en Nederlandse vrouwen exposeren. Museum Fodor, Amsterdam 1950: De Nederlandse Grafiek der 20e eeuw. Stedelijke Kunstsalon Antwerpen 1949: Haagse Kunstenaars, Kunstmuseum Den Haag 1941: de Grafische, Stedelijk Museum Amsterdam 1940: de Grafische, Stedelijk Museum Amsterdam 1939: Onze kunst van heden. Rijksmuseum Amsterdam 1938: De Grafische, Stedelijk Museum Amsterdam 1925: Nederlandsche Kunstkring, Stedelijk Museum Amsterdam
Weblinks
Ecoline Adrienne van Rees. In: Biografisch portaal van Nederland (Digitalisat) Ecoline Adrienne van Rees. In: Pieter A. Scheen: Lexicon Nederlandse Beeldende Kunstenaars 1750–1950. Biografie (Digitalisat)
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Niederlande) Kategorie:Zeichner (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1890 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Frau