Lasse Hendrik Stolley (* 10. Juli 2006 in Eckernförde) ist ein deutscher Zugführer, Softwareentwickler und Blogger, der durch seinen unkonventionellen Lebensstil Bekanntheit erlangte. Ab Sommer 2022 lebte und arbeitete er für drei Jahre ohne festen Wohnsitz in den Zügen der Deutschen Bahn. Nach dieser Zeit ließ er sich nieder und absolvierte eine Ausbildung zum Zugchef.

Leben Nach dem Abschluss der Realschule im Alter von 16 Jahren plante Stolley eine Ausbildung zum Fachinformatiker. Als der Ausbildungsplatz kurzfristig abgesagt wurde, entschied er sich, inspiriert durch eine YouTube-Dokumentation, für ein Leben als digitaler Nomade auf Schienen. Er erwarb eine BahnCard 100 2. Klasse, die ihm unbegrenzte Fahrten im deutschen Bahnnetz ermöglicht, und tauschte seinen festen Wohnsitz gegen ein Leben im Zug ein. Ab Mitte August 2023 war Stolley mit einer BahnCard 100 der 1. Klasse unterwegs.

Stolley arbeitete während dieser Zeit als selbstständiger Softwareentwickler im Bereich App-Entwicklung, eine Tätigkeit, die er ortsunabhängig mit seinem Laptop ausüben konnte. Seine Fahrten führten ihn quer durch Deutschland, wobei er täglich etwa 1000 Kilometer zurücklegte. Laut der Reiseplattform Träwelling verbrachte er über 850.000 Kilometer und über 8800 Stunden in Zügen.

Nach drei Jahren ohne festen Wohnsitz ließ Stolley sich nieder, beendete im Januar 2026 einen Quereinstieg zum Zugführer und arbeitet seitdem bei dem privaten Bahnunternehmen TRI Train Rental GmbH.

Lebensstil mini|Inhalt von Stolleys Rucksack Sein minimalistischer Lebensstil spiegelte sich in seiner Ausrüstung wider: Er reiste mit einem 30-Liter-Rucksack, der neben dem Laptop nur das Nötigste enthielt. Zum Schlafen nutzte er Nacht-ICEs, wobei er bevorzugt in den Sechserabteilen der ersten Generation schlief. Zum Duschen besuchte er öffentliche Schwimmbäder, und seine Wäsche wusch er teils per Hand in den Waschräumen der DB-Lounges. Er aß größtenteils gratis in den DB Premium Lounges und nutzte das dortige Angebot für einen Großteil seiner täglichen Ernährung. Die BahnCard 100 1. Klasse erwarb er zum Jugendpreis von 5888 Euro pro Jahr. Seine jährlichen Ausgaben für diesen Lebensstil beliefen sich nach Medienangaben auf etwa 10.000 Euro.

Öffentliche Wahrnehmung Stolleys ungewöhnlicher Lebensstil erregte mediale Aufmerksamkeit. Er berichtete auf seinem Blog über die Erfahrungen und Begegnungen während seiner Reisen. In Interviews betonte er die Freiheit und Flexibilität, die dieses Leben mit sich brachte, wies jedoch auch auf Herausforderungen wie Schlafmangel und Sicherheitsaspekte hin. Seine Eltern standen seinem Vorhaben zunächst skeptisch gegenüber, unterstützten ihn jedoch finanziell.

Er war in verschiedenen Medienformaten präsent, darunter: Late Night Berlin (ProSieben): Im April 2024 wurde er in der Sendung vorgestellt, wobei er über seine Erfahrungen als Zugnomade berichtete. Ding Dong (SRF): Im Oktober 2024 widmete ihm das SRF einen Beitrag, in dem sein Alltag im Zug näher beleuchtet wurde. Business Insider Deutschland: Im November 2024 erschien ein ausführlicher Artikel über ihn, der seine Lebensweise und die damit verbundenen Herausforderungen thematisierte. The Guardian: Im Juni 2024 berichtete die britische Zeitung über seinen Alltag als digitaler Nomade auf Schienen. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Im Juli 2024 veröffentlichte die FAZ einen Artikel über seine Beweggründe und Erfahrungen.

Weblinks Persönlicher Blog von Lasse Stolley Lasse Stolley auf Instagram Fahrtenkarte von Lasse Stolley Lasse Stolley auf Traewelling

Einzelnachweise

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