Der Smart Roadster (intern: Baureihe 452) ist ein zweisitziger Roadster der Marke Smart, einer Automobilmarke der Daimler AG, die zur Produktionszeit des Modells unter dem Namen DaimlerChrysler AG firmierte.

Entwicklung Der Smart Roadster sollte ein Fahrzeug mit den smarttypischen Eigenschaften (kompakte Dimensionen, Fahrspaß und innovatives Konzept) werden. Um sich vom Smart Fortwo abzuheben, sollte das neue Fahrzeug ein Roadster sein. Smart wollte damit an die klassisch puristischen, vorwiegend englischen Roadster der 1950er und 1960er Jahren anknüpfen. Die Entwicklung begann im Herbst 1998 unter der Leitung von Jens Manske. Im Mai 1999 übernahm Michael Mauer die Design-Entwicklungsleitung. Im Mai 2000 folgte ihm Hartmut Sinkwitz.

Ein erstes Showcar war auf der IAA 1999 zu sehen.IAA 1999: Die Messe der Partnerschaften. Auto-Motor-und-Sport.de. 3. September 2009. Abgerufen am 21. November 2011. Es handelte sich um die Roadster-Modellvariante und wurde in nur drei Monaten gebaut. Es erhielt den Antrieb des Fortwo und war damit fahrbereit und voll funktionstüchtig. Die Vorstellung dieses ersten Showcars war dermaßen erfolgreich, dass man bei Smart recht schnell eine Serienproduktion beschloss. Auf dem Pariser Autosalon 2000 wurde ein zweites Showcar in der Roadster-Coupé-Modellvariante präsentiert.Smart Roadster Liebe auf den ersten Blick. Autozine.de. 18. Juni 2003. Abgerufen am 21. November 2011. Das Serienfahrzeug wurde im August 2002 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Markteinführung erfolgte am 11. April 2003 als 60-kW-Variante zu einem Basispreis von 18.610 € für den Roadster und 20.240 € für das Roadster-Coupé. Die 45-kW-Variante wurde am 26. Mai 2003 zu einem günstigeren Einstiegspreis von 14.990 € nachgereicht. Beide Versionen des Smart Roadster wurden in der Smartville genannten Fabrik in Hambach (Frankreich) produziert. Als Topversionen gab es ab März 2004 den Smart Roadster BrabusSmart Roadster Brabus: Ihm blieben nur drei Sommer. Spiegel.de. 23. April 2006. Abgerufen am 21. November 2011. und das Smart Roadster-Coupé Brabus für einen Grundpreis von 24.950 € bzw. 26.570 €. Diese Brabus-Modelle wurden ebenfalls in Hambach (Frankreich) gefertigt und boten einen auf 74 kW (101 PS) leistungsgesteigerten Motor, sowie eine erweiterte Ausstattung.

Karosserie Karosserievarianten mini|Roadster mini|Roadster-Coupé

Der Roadster wurde in zwei Bauformen angeboten, als Smart Roadster und als Smart Roadster-Coupé, beide mit der Baureihenbezeichnung 452 und identischen Maßen.

Beide Modellvarianten sind bis auf den Kofferraum identisch. Der Roadster hat ein Stufenheck, das Coupé dagegen einen vollverglasten Heckaufbau (Glaskuppel), der zusätzlichen Stauraum bietet. Die Seitenscheiben sind aus Makrolon (Polycarbonat) gefertigt. Das Kofferraumvolumen steigt bei dieser Variante von 86 auf 189 Liter. Bei geöffnetem Stoffverdeck (Softtop) verringert sich das Volumen auf 45 Liter beim Roadster und auf 104 Liter beim Roadster-Coupé. Unter der vorderen Haube haben beide Versionen einen zweiten Kofferraum mit 59 Litern Volumen.

Wegen des geänderten Aufbaus entstehen weitere Unterschiede zwischen den zwei Varianten. So wiegt der Roadster 790 kg und das Roadster-Coupé 810 kg (Leergewicht ohne Fahrer). Das Coupé hat auch wegen der „geschlosseneren“ Form einen besseren Cw-Wert von 0,38 gegenüber dem Roadster von 0,41, was sich bei gleicher Motorleistung auch bei der Höchstgeschwindigkeit (Coupé 180 km/h, Roadster 175 km/h) und dem leicht geringeren Verbrauch niederschlägt. Dafür ist das Roadster-Coupé im Innenraum etwas lauter als der Roadster, bei dem der ADAC 2003 ein Innengeräusch von 75 dB(A) bei 100 km/h und 80 dB(A) bei 130 km/h bei der 60 kW Motorvariante feststellte.Smart Roadster ADAC Autotest. adac.de. 18. April 2003. Abgerufen am 13. Juli 2024.

Tridion-Sicherheitszelle und Body Panels Wie bei anderen Modellen der Marke Smart ist auch beim Smart Roadster und Smart Roadster-Coupé die so genannte Tridion-Sicherheitszelle die tragende Basis der Karosserie. An ihr werden die anderen Karosserieteile und die Aggregate angebracht. Mit einem Gewicht von 192 kg und aus hochfesten Stahllegierungen gefertigt, bildet sie eine stabile Fahrgastzelle und bietet so eine hohe Crashsicherheit. In den Bereichen des Dachrahmens, der Türschweller, der B-Säulen und des Überrollbügels ist die Tridion-Sicherheitszelle sichtbar. Die Kotflügel und Türen, die Fronthaube und beim Smart Roadster die Heckklappe sowie der weitere Front- und Heckbereich bestehen aus den so genannten Body Panels. Sie sind aus Kunststoff gefertigt und im Vergleich zu Stahl deutlich leichter und können leicht ausgetauscht werden.

Für die Body Panels wurden Lackierungen in den Farben „Jack Black“, „Shine Yellow“, „Spice Red“, „Champagne Remix Metallic“, „Star Blue Metallic“ und „Glance Grey Metallic“ angeboten. Die Tridion-Sicherheitszelle wurde nur in Silber oder Schwarz lackiert und bildet so mit den andersfarbigen Body Panels die für Smart typische Zweifarboptik.

Motorisierung Alle Roadster sind mit einem 0,7 Liter großen 3-Zylinder-suprex-Motor mit Turboaufladung und luftgekühltem Ladeluftkühler – außer die Brabus-Version, die über einen Wasserladeluftkühler verfügt – ausgestattet. Er basiert auf dem Motorblock des Smart Fortwo und erfüllt wie dieser die Abgasnorm Euro 4. Im Gegensatz zum Smart Fortwo der ersten Generation wurde der Hubraum des 3-Zylinder-Motors auf 698 cm³ vergrößert.

Den Motor des Smart Roadster gibt es in drei Leistungsstufen mit 45 kW (61 PS), 60 kW (82 PS) und 74 kW (101 PS). Auf Grund der gesteigerten Leistung und der damit auftretenden Kräfte unterscheiden sich diese drei Versionen in einigen Bauteilen.

Die Roadster-Version hatte entweder einen 45-kW- oder einen 60-kW-Motor. Das Coupé gab es serienmäßig nur mit dem 60-kW-Motor. Vom Coupé wurden 25 Vorserienmodelle mit dem 45-kW-Motor gebaut. Später wollte man damit eine billigere Version des Coupés anbieten, doch dazu kam es durch den Produktionsstopp nicht mehr. Die Vorserienmodelle gelangten allerdings nie offiziell in den Verkauf und wurden vorwiegend von Smart-Mitarbeitern erworben. Laut Zulassungsstatistik in Deutschland vom 1.1.25 fahren davon noch 18 auf deutschen Straßen. Die 74-kW-Variante war ausschließlich und exklusiv den von Brabus ausgestatteten Roadster- und Coupé-Modellen vorbehalten. Nach gleicher Quelle fuhren davon im Jahr 2025 noch 250 Brabus-Roadster-Coupés und 302 Brabus-Roadster.

Der Smart-Motor war zu seiner Zeit einer der kleinsten Großserien-Pkw-Motoren, bei dem das Prinzip des „Downsizing“ konsequent umgesetzt wurde. Der Motorblock hat eine Vollaluminium-Struktur mit Bedplate-Bauweise, d. h., er ist auf Höhe der Kurbelwelle geteilt. Kurbelwelle, Pleuel und Kolben sind aus Leichtbauteilen und die Zündanlage ist als Doppelzündung ausgelegt.Ten Years After: Projekt smart-Motor. Daimler-Blog. 2. Oktober 2009. Abgerufen am 12. August 2016.

Der Motor liegt direkt an der Hinterachse und ist dort quer und stark geneigt eingebaut. Diese „tiefer gelegte“ Bauweise entstammt der Sandwichboden-Architektur des Smart Fortwo, bei der sich der Motor andeutungsweise unter die Sitze schiebt. Aus dieser Bauform und der Turboaufladung des Motors entstand während der Motorentwicklung die Bezeichnung „suprex“. Der Begriff setzt sich zusammen aus „sub“ und „prex“. Dabei leitet sich „sub“ von der speziellen, geneigten Bauweise ab (Englisch für die Vorsilbe unter-) und „prex“ ist eine Kurzform für Kompressor bzw. Verdichter.

Der Motor verfügt über E-Gas, eine elektronische Drosselklappensteuerung. Dabei wird die Gaspedalstellung elektronisch erfasst und der Wert an das Motorsteuergerät weitergeleitet, welches die Drosselklappe durch einen Schrittmotor elektronisch bewegt.

Der Heckmotor treibt über ein automatisiertes sequenzielles Sechsgang-Schaltgetriebe die Hinterräder an. Die Gänge werden wahlweise automatisch oder von Hand geschaltet. Dazu dienen entweder ein Schalthebel in der Mittelkonsole oder je nach Ausstattung Schaltwippen am Lenkrad.

Kenngrößen45 kW60 kW74 kW BrabusBauzeitraum05/2003–11/200504/2003–11/200503/2004–02/2005MotorkenndatenMotorbezeichnung*M 160 E 7 ALMotortypR3-OttomotorGemischaufbereitungSaugrohreinspritzung (elektr. Multipoint-Einspritzung)MotoraufladungTurboladerHubraum698 cm³max. Leistung45 kW (61 PS)bei 5250/min60 kW (82 PS)bei 5250/min74 kW (101 PS)bei 5600/minmax. Drehmoment95 Nmbei 2000–4000/min110 Nmbei 2250–4500/min130 Nmbei 2500–5300/minKraftübertragungAntrieb, serienmäßigHinterradantriebGetriebe, serienmäßigsequentielles automatisiertes 6-Gang-SchaltgetriebeMesswerteHöchstgeschwindigkeit160 km/h175 km/h (Roadster) 180 km/h (Roadster-Coupé)190 km/h (Roadster) 195 km/h (Roadster-Coupé)Beschleunigung,0–100 km/h15,5 s10,9 s9,8 sKraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)4,9 l Super5,1 l Super5,2 l SuperCO2-Emission(kombiniert)116 g/km121 g/km122 g/kmLeergewicht790 kg790 kg (810 kg)832 kg (852 kg)Abgasnorm nachEU-KlassifikationEuro 4vom Herstellerempfohlener KraftstoffSuper,mindestens 95 ROZSuper Plus,mindestens 98 ROZ*MotorschlüsselM = Motor, 160 = Baureihe (3 stellig), E = Saugrohreinspritzung,7 = Hubraum in Deziliter (gerundet), A = Abgasturbolader, L = Ladeluftkühlung

Ausstattung mini|Interieur

Alle Smart Roadster sind serienmäßig mit ESP (mit Anfahrassistent) und ABS (mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent) ausgestattet. Serienmäßig gab es auch Airbags für Fahrer und Beifahrer sowie Gurtstraffer mit Gurtkraftbegrenzer. Seitenairbags in der Sitzlehne konnten als Sonderausstattung bestellt werden. Für das Roadster-Coupé gab es zusätzlich noch die Klimaanlage serienmäßig.

Die Liste der Sonderausstattung war umfangreich. Extras konnten einzeln und auch in folgenden Paketen bestellt werden: Komfort-Paket (Bordcomputer, Regen-/Lichtsensor, Tempomat), Sicherheit-Plus-Paket (Nebelscheinwerfer, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Seitenairbags), Sport-Paket (16-Zoll-Leichtmetallräder „spikeline“, 3-Speichen-Ledersportlenkrad mit Lenkradschaltung), Leder-Paket (Leder-Sportsitze, Sitzheizung), Licht-Paket (Tagfahrlicht, Umgebungslicht).

Der Roadster hat wahlweise ein Hartschalendach (Hardtop) oder ein elektrisches Faltstoffverdeck (Softtop). Das Hardtop besteht aus zwei Hälften und kann im hinteren Kofferraum des Wagens verstaut werden, wenn kein Softtop verbaut wurde. Es ist aus glasfaserverstärktem Polyurethanschaum gefertigt und wiegt ca. 10 Kilogramm. Das Softtop stellt eine Besonderheit in diesem Marktsegment dar, es kann während der Fahrt bei jeder Geschwindigkeit geöffnet und geschlossen werden. Es faltet sich in einen Teil des Kofferraums unter dem Überrollbügel der Tridionzelle zusammen. Der gesamte Vorgang dauert ca. 10 Sekunden. Zusätzlich können bei komplett geöffnetem Verdeck die seitlichen Dachholme ausgebaut und in den vorderen Kofferraum verstaut werden. Der Roadster mit der 45-kW-Motorisierung wurde serienmäßig mit einem mattierten Hardtop ausgestattet, die 60-kW-Version mit dem Stoffverdeck. Das Roadster-Coupé bekam als Serienausstattung ein glänzendes Hardtop. Das mattierte Hardtop bzw. das Stoffverdeck wurden allerdings auch als Sonderausstattung angeboten.

Der Smart Roadster hat kein Ersatzrad und auch kein Notrad, sondern ein sogenanntes Pannenset mit Kompressor. Ein Pannenspray dient zur Abdichtung eines beschädigten Reifens. Ein über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgter Kompressor pumpt den abgedichteten Reifen auf.

Brabus-Modellversionen mini|Roadster-Coupé Brabus Xclusive (Frontansicht) mini|Roadster-Coupé Brabus Xclusive (Heckansicht)

Smart gründet 2003 zusammen mit dem Tuner und Autohersteller Brabus ein Joint Venture, die Smart-Brabus GmbH, um getunte Modellvarianten von Smart-Autos herzustellen. Die Firma wurde am Brabus-Hauptsitz in Bottrop angesiedelt und es wurden eigens neue Fabrikationsanlagen gebaut.Brabus Group. Brabus.com. Abgerufen am 28. November 2011.