Die Dudenstraße befindet sich in den Berliner Ortsteilen Schöneberg, Kreuzberg und Tempelhof.

Namensgebung und Historie Im 19. Jahrhundert hieß die Straße Kolonnenweg, ab 1901 bis 1936 hieß sie Dreibundstraße und zwischen 1936 und 1949 Immelmannstraße bis sie 1949 in ‚Dudenstraße‘ umbenannt wurde. Der Name der Straße ehrt den Philologen Konrad Duden, der die Grundbausteine für den Duden als Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache gelegt hat.

Lage Im Osten beginnt die Straße hinter der Kolonnenbrücke und endet im Westen am Platz der Luftbrücke, wo sie den Mehringdamm und den Tempelhofer Damm kreuzt. Dazwischen kreuzt sie die Höhndorfstraße, Katzbachstraße, Eylauer Straße, Methfesselstraße, Boelckestraße, Mussehlstraße und Burgherrenstraße.

Baudenkmale mini|links|Eck-Rundbau an der Duden­straße 9

An der Dudenstraße 9 und am Kaiserkorso 155 stehen zwei Eck-Rundbauten aus den Baujahren 1912/1913, die als Torhäuser den Zugang zum Tempelhofer Feld markieren. Bauherr war die Tempelhofer Feld-Aktien-Gesellschaft für Grundstücksverwertung, für die die Architekten Hermann Speck und Bruno Möhring die Bau- und Gestaltungspläne lieferten. Speck hatte auch die Bauleitung inne. Über drei Geschosse erstrecken sich monumentale Fassaden, darüber wurde ein zurückgesetztes Attikageschoss aufgebaut. Beide Bauten verfügten zunächst über einen gewölbten zylindrischen Dachaufbau, von denen einer vermutlich im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Fassaden sind mit Säulen über drei Etagen und Fenstererkern gegliedert, oberhalb bilden Dreiecksgiebel zu den Straßenseiten hin den baulichen Abschluss. Im Erdgeschossbereich sind Verkaufseinheiten eingerichtet, die übrigen Etagen sind Wohnungen. Beide Torhäuser sind nicht genau im gleichen Stil entworfen worden.

mini|Ehemaliges Verbandshaus der Deutschen Buchdrucker

Unter der Adresse Dudenstraße 10 konnten Max Taut, Franz Hoffmann und Karl Bernhard das Haus des Verbandes der Deutschen Buchdrucker planen und in den Jahren 1924–1926 bauen. Nach dem Krieg veranlassten Taut und Hoffmann eine Instandsetzung und in den 1980er, den 1990er und 2000er Jahren erfolgten denkmalgerechte Sanierungen.

Nicht zuletzt befindet sich in der Dudenstraße 26, 28, 30, 34, 36, 38 ein Bauensemble, das 1913/1914 auf einem ehemaligen Brauereigelände nach Plänen und unter Leitung von Berthold Bleier und Adolph Mattheus errichtet wurde. Es steht inzwischen ebenfalls unter Denkmalschutz.

Verkehr Durch die Dudenstraße führt die Buslinie M43, hier befinden sich die Haltestellen Kolonnenbrücke, Dudenstraße/Katzbachstraße und Platz der Luftbrücke. Eine Anbindung erfolgt durch die U-Bahn-Linie U6 und die Buslinie 248 mit dem U-Bahnhof Platz der Luftbrücke.

Stolpersteine

Karl Helmholz Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Karl Helmholz eine Lehre zum Schriftsetzer. Mit seinem Eintritt in den Verband der Deutschen Buchdrucker – vor dessen einstigem Sitz heute sein Stolperstein liegt – begann sein lebenslanges Engagement für die Arbeiterbewegung. Bereits im Alter von 20 Jahren genoss er solches Vertrauen unter seinen Kollegen, dass sie ihn in den Vorstand des Weimarer Ortsvereins wählten.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Helmholz zu einer Schlüsselfigur der Gewerkschafts­politik in der Region. Er bekleidete wichtige Positionen im Ortsverein Weimar, im Bezirk sowie im Gauverband Osterland-Thüringen, wobei er über lange Zeiträume hinweg mehrere Ämter gleichzeitig (Doppelmandate) ausübte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er währenddessen als Korrektor in einer der 13 Weimarer Druckereien, mutmaßlich im Betrieb Straubing & Müller.

Seine Karriere innerhalb der Gewerkschaft war von stetigem Aufstieg geprägt: 1896 wurde er zum Schriftführer gewählt, von 1898 bis 1905 leitete er den traditionsreichen Ortsverein als Vorsitzender. Ab 1902 übernahm er zusätzlich Verantwortung im Bezirksvorstand, bevor er 1905 schließlich zum Gauleiter des Gaues Osterland-Thüringen ernannt wurde, der Städte wie Erfurt, Jena und Gera umfasste.

Obwohl Helmholz um 1905 auch der SPD beitrat, blieb sein Wirken primär auf die Gewerkschaft und die Kulturpolitik konzentriert; überregional trat er vor allem durch seine kulturpolitischen Initiativen hervor.

Dieses Engagement endete abrupt mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Am 2. Mai 1933, dem Tag der Zerschlagung der freien Gewerkschaften, wurde Helmholz von SA-Männern verhaftet. Ohne jemals ein rechtsstaatliches Gerichtsverfahren erhalten zu haben, verstarb er am 21. Januar 1944 in der Anstalt Wuhlgarten.

Erich Ohser Erich Ohser, der unter dem Künstlernamen e.o.plauen Weltruhm erlangte, war ein herausragender deutscher Zeichner und Karikaturist. Bekannt wurde er vor allem durch seine humorvollen Bildgeschichten von Vater und Sohn, die in den 1930er Jahren erschienen und bis heute als zeitlose Klassiker gelten.

Sein Leben war jedoch von der Konfrontation mit dem Nationalsozialismus geprägt. Da Ohser bereits vor 1933 scharfe politische Karikaturen gegen die Nationalsozialisten veröffentlicht hatte, erhielt er nach deren Machtübernahme zunächst Berufsverbot. Nur unter seinem Pseudonym durfte er schließlich weiterarbeiten. Sein Schicksal endete tragisch: Nach einer Denunziation wegen regimekritischer Äußerungen wurde er 1944 verhaftet. Um der drohenden Hinrichtung durch den Volksgerichtshof zu entgehen, nahm er sich in der Nacht vor dem Prozess in der Berliner Untersuchungshaft das Leben. So liegt auch sein Stolperstein heute vor der Dudenstraße 10.

Johanna Baer-Freymann Johanna Baer-Freymann war eine jüdische Frau, die am 17. September 1864 geboren wurde. Ihr Lebensweg endete während der Zeit des Nationalsozialismus im Ghetto Theresienstadt, wo sie am 23. Oktober 1942 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Wie Karl Helmholz und Erich Ohser gehört sie zu den Opfern des NS-Regimes, an die heute oft durch Biografien oder Stolpersteine erinnert wird.

Weblinks

Einzelnachweise

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