mini|Schwur in einer Ausgabe des Werkegs Geschichte der drei Reiche zur Zeit der Ming-Dynastie mini|Ein Wandgemälde mit dem Schwur innerhalb des Neuen Sommerpalasts in Peking mini|Ein Ukiyo-e Darstellung aus Japan mini|Statuen der drei Brüder in Singapur
Als Schwur des Pfirsichgartens () wird ein fiktives Ereignis aus dem Roman Geschichte der drei Reiche von Luo Guanzhong bezeichnet. Nach dieser Erzählung sollten die drei Männer Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei zu Beginn des Aufstandes der Gelben Turbane einen Eid geleistet haben, die östliche Han-Dynastie vor den Aufständischen zu schützen.
Textstelle Nach dem Roman sollen sich Liu Bei, ein angeblicher verarmter Nachfahre der Han-Dynastie, und Zhang Fei, ein reicher Abkömmling einer lokalen adeligen Familie, in einer Provinzstadt getroffen haben, als nach Freiwilligen für den Kampf gegen die gelben Turbane gesucht wurde. Beide trafen auf Guan Yu, der seit einem Tyrannenmord auf der Flucht war, und die drei freundeten sich an. Im Pfirsichgarten von Zhang Fei gaben die drei ein Opfer an Himmel und Erde und sollen für den bevorstehenden Kampf folgenden Schwur gesprochen haben:
Trotz des Schwures sterben im Roman (und auch in der historischen Realität) die drei nicht am selben Tag im selben Monat desselben Jahres: Guan Yu starb 220 in einer Schlacht gegen Sun Quan. Zhang Fei, von Guan Yus Tod getrübt, schwor Rache, verfiel aber in Trinksucht und geriet in Streit mit seinen Offizieren, sodass er von einem von denen getötet wurde. Liu Bei, der Kaiser von Shu-Han geworden ist, starb 223 infolge einer Krankheit.
Historizität Das Ereignis wird erstmals so in der Form in dem fiktionalisierenden Roman Geschichte der drei Reiche dargestellt, welches über 1300 Jahre nach den Ereignissen geschrieben wurde. Die Chroniken der Drei Reiche, welches im 3. Jahrhundert entstand und so zeitlich deutlich näher an den Ereignissen liegt, erwähnt einen derartigen Schwur mit keinem einzigen Wort. Es gab aber schon vor der Entstehung des Romanes in den darauffolgenden Jahrhunderten mehrere Werke und mündliche Überlieferungen, die eine besondere Nähe zwischen den drei Männern behaupteten.
Rezeption
Als Zeichen brüderlicher Treue wurde dieses Ereignis in der gesamten Sinosphäre künstlerisch verarbeitet. Der Schwur wurde zu Beginn des Jin Ping Mei in ironisierenderweise aufgegriffen und viele weitere litererarische Werke ab der Ming-Dynastie spielen auf dieses Ereignis an. Auch diente dieser Schwur bis in die heutige Zeit hinein als Vorbild für ähnliche Verbrüderungen. Beispielsweise erinnerte sich ein Arbeiter aus Chongqing noch 1995 daran, wie er in einer Küche, als niemand anderes da war, einen brüderlichen Schwur mit einigen Freunden schloss.McIsaac, Lee: ‘Righteous Fraternities’ and Honorable Men: Sworn Brotherhoods in Wartime Chongqing. In: The American Historical Review, Bd. 105, Nr. 5, 2000, S. 1648.
In China gibt es mehrere Sanyi-Tempel (), die an die drei Brüder erinnern.
Anmerkungen
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